Bettina Martin
Vielen Dank! Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Peters! Vielleicht zunächst einmal noch eine Bemerkung: Es ist auch in anderen Bundesländern der Trend so, dass auch dort die Zahlen wieder steigen, leider, aber auch in Mecklenburg-Vorpommern. Insgesamt kann man sagen, dass eine hohe Anzahl an Infizierten auch jetzt natürlich in den Kliniken, Universitätskliniken, aber auch in den anderen Krankenhäusern zu verzeichnen ist. Und dieser Umstand fällt zusammen mit einem Personalbedarf, da viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Universitätsklinika eben entweder auch in Quarantäne sind oder selbst infiziert. Dazu kann ich Ihnen auch ein paar Zahlen nennen. Diese Zahlen sind vom 08.03., also von vorgestern. An der UMG sind die nicht geplanten Ausfallzeiten in den relevanten Versorgungsbereichen, das sind der ärztliche Dienst, der Pflegedienst und die Labore, seit Jahresbeginn bis heute um circa 35 Prozent gestiegen aufgrund der Omikron-Welle. In der letzten, also in der 9. Kalenderwoche, in der vergangenen Woche fehlten in diesen Versorgungsbereichen Beschäftigte im Umfang von 206 Vollzeitkräften. Die Ausfälle sind sowohl die Folge krankheitsbedingter Isolation, also Infektion, oder eben auch Quarantäne aus familiären Gründen und so weiter. An der UMR in Rostock zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. Hier wurden in der 9. KW 229 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nachweislich im dortigen Testzentrum positiv getestet. Viele andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind aber auch in anderen Testzentren gegebenenfalls oder mit Selbsttests positiv getestet worden oder eben in Quarantäne aufgrund der Betreuung ihrer Kinder. Das ist eine schwierige Lage an den Universitätsmedizinen. Wir kriegen auch, da haben wir auch Gespräche geführt, wir kriegen auch diese Hinweise durch die Beratungen, die wir im Kabinett haben, so werden wir da jeweils auch auf den neuesten Stand gebracht. Die Lage im Betrieb: Die UMG behandelte am 8., also vorgestern vormittags, 74 Patientinnen und Patienten im Allzeithoch an Corona-Fällen. Das sind Leute, die entweder wegen oder mit Corona in der Klinik sind. Davon lagen 68 Patientinnen, also eine deutliche Mehrheit, über 90 Prozent, auf einer Normalstation. Für diese hohe Anzahl an Infizierten sind dauerhaft zwei Stationen als Corona-Stationen in Greifswald eingerichtet und aktuell auch voll belegt. Und es gibt die Überlegung, auch eine weitere Station zu öffnen für die Versorgung der Corona-Patient/-innen. Dies würde dann auch zu einer weiteren Verknappung der Behandlungskapazitäten für Nicht-Corona-Patienten in den nächsten Tagen führen. Weitere reale Einschränkungen existieren durch die circa 15-prozentige Bettensperrung in Greifswald aus coronaassoziierten Gründen, also Personalmangel, Quarantäne und so weiter, Isolation. Durch die vergleichbare Situation in den umliegenden Krankenhäusern – man kann also auch nicht verlegen in andere Krankenhäuser, weil es da genauso aussieht – ist da eben auch eine Entspannung bei diesen Zahlen im Moment bedauerlicherweise begrenzt. In Rostock an der UMR sind insgesamt von 1.149 Betten seit dem 01.01. im Durchschnitt 53 Betten wegen coronabedingter Personalausfälle gesperrt. Stationsschließungen hat es dort bisher nicht gegeben. Wegen vereinzelter Infektionshäufungen wurden zwischenzeitlich immer auch wieder Aufnahmestopps in einzelnen Stationen ausgesprochen, um dort das Infektionsgeschehen zu minimieren. Seit Dienstag, also am 08.03., gilt an der UMR ein Aufnahmestopp für alle elektiven Behandlungen. Dies war notwendig, um die Versorgung der im Haus befindlichen Patienten sowie die Notfallversorgung auch sicherzustellen. Das ist die Situation.
