Stefanie Drese
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Die Corona-Pandemie hat sowohl auf den allgemeinen Sportbetrieb als auch auf die Durchführung des Sportunterrichts seit nunmehr zwei Jahren erhebliche Auswirkungen. Das gilt vor allem auch für Schwimmangebote und Schwimmunterricht. Ich glaube, da sind wir uns alle einig. Die vorübergehende Aussetzung des Schwimmangebotes und des Schwimmunterrichts in den Grundschulen führte bereits in 2020 dazu, dass ein erheblicher Teil der Grundschülerinnen und Grundschüler keine oder nur eingeschränkte Schwimmfertigkeiten erwerben konnte. Mit dem auf parlamentarischer Initiative aufgelegten Landesprogramm „MV kann schwimmen!“ wollte die vormalige Landesregierung zumindest einen Teilausgleich durch zusätzliche Schwimmkursangebote schaffen. Damit wurde Kindern, vorrangig im Grundschulalter, die pandemiebedingt keine oder nur unzureichende Schwimmfertigkeiten erwerben konnten, die Möglichkeit eröffnet, an einem weiterführenden Schwimmkurs außerhalb des schulischen Lernplans teilzunehmen. Die Elternnachfrage nach derartigen zusätzlichen Kursangeboten war von Anfang an vorhanden und ist insbesondere auch durch den pandemiebedingten Ausfall des Schwimmunterrichts noch mal deutlich angestiegen. Die für das Jahr 2020 und 2021 bereitgestellten Haushaltsmittel in Höhe von jeweils 25.000 Euro waren nicht ausreichend, um die Lerndefizite durch zusätzliche Angebote des Schwimmsports treibenden Verbände oder vereinzelter kommunaler Anbieter auszugleichen. Aufgrund der hohen Nachfrage wurden die Landesmittel durch das Bildungsministerium in 2020 um 37.500 und 2021 um 25.000 Euro verstärkt. Mein Sozial- und Sportministerium verstärkte das Landesprogramm „MV kann schwimmen!“ zudem in 2021 aus Mitteln des Schutzfonds um weitere 190.000 Euro. Insgesamt standen damit im Jahr 2020 62.500 und 2021 fast 240.000 Euro zur Verfügung. Davon profitierten 2020 circa 950 Schülerinnen und Schüler und im vergangenen Jahr circa 3.600 Schülerinnen und Schüler. Ich möchte mich bei dieser Gelegenheit ausdrücklich bei den Anbietern von DLRG MV, der Wasserwacht im DRK-Landesverband, den Vereinen im Schwimm-Verband Mecklenburg-Vorpommern, dem Arbeiter-Samariter-Landesverband und den teilnehmenden Kommunen bedanken. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Mein großer Dank geht an alle meist ehrenamtlich tätigen Schwimmkursleiterinnen und Schwimmkursleiter. Sie leisten eine gesellschaftlich überaus wichtige Arbeit und bringen unseren Kindern Fertigkeiten bei, die lebensrettend sind. Vielen Dank an Sie alle! Das ist mir sehr wichtig! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE und Anne Shepley, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Genau deshalb wollen und werden wir die Landesinitiative in diesem Jahr fortsetzen, und ich kann Ihnen sagen, dass mein Ministerium hierfür Haushaltsmittel in Höhe von 150.000 Euro aus dem Bundesaktionsprogramm „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ zur Verfügung stellt, nicht 25.000 Euro. Das Sozial- und Sportministerium wird in Kürze mit den bewährten Akteuren im Bereich der Schwimmsport treibenden Verbände und der Kommunen auf dieser Grundlage die diesjährigen Umsetzungsmöglichkeiten weiter beraten und verlässlich planen. Wir freuen uns hierbei über die Unterstützung der CDU, brauchen aber meines Erachtens kein neues Schwimmlernprogramm, wie es im Antrag skizziert wird. Und ich will ganz deutlich sagen, ich finde den Vorschlag der CDU-Fraktion, die Finanzierung durch Umschichtung von Mitteln innerhalb des Sozialministeriums sicherzustellen, etwas fantasielos und einseitig. (Harry Glawe, CDU: Nee!) Vielleicht entwickelt die CDU hier zu den Haushaltsberatungen noch etwas mehr Ehrgeiz. Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich werbe um die Unterstützung des Landtags für die weitere Umsetzung des Landesprogramms „MV kann schwimmen!“. Als Jugend- und Sportministerin ist es mir ein besonderes Anliegen, dass jedes Kind in Mecklenburg-Vorpommern die Möglichkeit bekommt, schwimmen zu lernen, und auch hierfür die notwendige Unterstützung erfährt. – Ich danke Ihnen. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)
