Hannes Damm
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Vielen Dank noch mal auch an die Kolleg/-innen von der FDP-Fraktion für diesen schönen Antrag. Alles in allem kann ich gleich vorwegnehmen, wir Bündnisgrüne werden diesen Antrag sehr gern unterstützen und wir freuen uns auch insbesondere, dass vonseiten der Regierungsfraktionen das auch angekündigt worden ist. Es gab nur von der rechten Seite ein bisschen Kritik. Natürlich geht es hier in dem Antrag nicht darum, dass man jetzt auf irgendwelche Rettungsleitstellen verzichten will. Das steht ausdrücklich nicht drin. Und so würde ich auch ganz persönlich den Kollegen Wulff, von dem ich weiß, dass er da auch einfach persönlich sehr, sehr engagiert ist, nicht einschätzen, so was jemals zu fordern. Es ist allerdings wahr, dass in einer Studie der crisis-prevention.de über die Telemedizin in Deutschland auch mal der Satz fällt, dass es ökonomisch günstiger wäre, dieses Netz aufzubauen, im Vergleich dazu, ein vernünftiges Netz für die First-Responder-Time in zehn Minuten deutschlandweit zu etablieren. Und das ist ein Punkt, den ich noch mal starkmachen möchte, auch für uns GRÜNE, dass das natürlich nicht die Lösung sein soll. Wir sehen eine gute medizinische Versorgung eben als Grundsatz und möchten da keine ökonomischen Überlegungen gelten lassen. Wir freuen uns deswegen auch, dass das Land in Vorpommern-Greifswald da vorgegangen ist, so eine Land│Retter-App zusätzlich zur Versorgung zu etablieren, zu erforschen, zu schauen, was sind denn Probleme möglicherweise. Ich freue mich, dass wir jetzt dazu gekommen sind, dass es M-V-weit sozusagen etabliert werden soll, auch mit derselben App. Bundesweit gibt es ja noch ein paar mehr Modellprojekte, auch da würden wir uns Kommunikation wünschen, dass man diese Standards eben vereinheitlichen kann, denn momentan sind die nicht miteinander kompatibel. Aber das wäre auch mit Blick auf die speziellen Gegebenheiten in unserem Bundesland, nämlich, dass wir im Sommer einen ganz großen Anteil an Besuchern, Urlauberinnen und Urlaubern hier haben, die dann möglicherweise nicht an dem System teilnehmen können, aus einem anderen Bundesland, das würden wir uns wünschen von der Regierung, dass Sie da auch mal auf andere Landesregierungen zugehen und schauen, inwiefern sich hier ein gemeinsamer Weg etablieren lässt. Und da sehen wir auch eine Chance, nämlich das Wissen, die Technologie, die Fachkräfte bei uns im Bundesland, hier mal voranzugehen, die bei uns zu halten. Das sind ja auch irgendwie Arbeitsplätze. Und das finde ich ein schönes Zeichen, wenn wir für die Probleme, wie wir speziell hier haben, Lösungen entwickeln können, die dann bundesweit auch irgendwie eine Relevanz haben. (Beifall René Domke, FDP) Wir haben in der Auswertung der Land│Retter-App in Vorpommern-Greifswald, wo ich ja auch selbst herkomme, gesehen, dass zwar schon einige Ersthelferinnen und Ersthelfer – Herr Wulff ist ja einer von ihnen – zur Verfügung stehen, sehen aber auch, dass dort geschrieben wird, dass eben auch eines der Probleme sein wird, selbst, wenn man so eine App am Ende hat, überhaupt genügend geschulte Menschen zu finden, die sich dort registrieren lassen, die dann reagieren und helfen können. Und noch eine zu große Anzahl dieser Anfragen ist aus meiner Sicht unbeantwortet, weil es geht in jeder einzelnen im Zweifel um ein Menschenleben. Und deswegen möchten wir auch noch mal an alle Abgeordneten hier, die ja irgendwo auch eine gesellschaftliche Verantwortung tragen, appellieren: Machen Sie einen Erste-Hilfe-Kurs, lassen Sie sich, wenn Sie aus Vorpommern-Greifswald sind, dort registrieren oder in Zukunft dann auch landesweit, wenn wir die App überall haben! Wir möchten dem Antrag der FDP-Fraktion in allen Punkten sehr gerne zustimmen. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP)
