Dr. Anna-Konstanze Schröder
Ach so, gern hinterher bitte! Dazu kommt der hohe Altersstand in vielen Ehrenamtsbereichen. Also wo bekommen wir die Engagierten denn nun her? Das sind Leute, denen die Bürgergesellschaft nicht egal ist. Und nicht nur das, die tun auch tatsächlich was und sie wissen auch noch, wie man das macht in unserer Gesellschaft, sozusagen mündige Bürger, die leben und erfahren, was politische Bildung vermitteln sollte, und wenn es ihnen nicht beigebracht wurde, dann lernen sie es einfach by doing. Dann setzen sie sich eben mit dem Amtsschimmel auseinander und kommen klar. Aber die Motivation kommt eben nicht, weil sie dann eine Rabattkarte kriegen, sondern eben, weil sie was verbessern und ändern wollen in der Gesellschaft, miteinander. Das ist nämlich der größte Lohn für einen Ehrenamtlichen, wenn die Sache, für die man sich einsetzt, auch gut und besser wird. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Und eine Aufwandsentschädigung empfinden so einige Engagierte gelegentlich als Beleidigung. Sie tun das für die Ehre. Angesichts des Einkommensniveaus in unserem Land können die Ehrenamtlichen aber nicht auch noch finanziell draufzahlen. Deswegen sind Aufwandsentschädigungen durchaus wichtig, ich will das nicht in Abrede stellen. Aber doch, am Anfang steht das Tun für die gute Sache, gemeinsam mit anderen, das ist der größte Lohn. Darum geht es zuerst. (Zuruf von Enrico Schult, AfD) Und die Ehrenamtskarte ist dann die Möglichkeit, als Gesellschaft Danke zu sagen. Sie verdeutlicht denen, die eine Karte erhalten, dass ihr Engagement von anderen gesehen und wertgeschätzt wird. Unsere Ehrenamtskarte verfolgt dabei das Konzept, dass der Dank auch aus der Mitte der Gesellschaft kommt. Die kleinen Dankeschöns kommen von denjenigen, die etwas dafür abgeben können. Deswegen können sich viele Unternehmen und Institutionen daran beteiligen und sind auch weiter gefragt. Und Sie, liebe Leute von der CDU, erwecken den Eindruck, als ob Sie die notwendigen gesellschaftlichen Aufgaben mit gesponserten Lebensmittelrabatten und Eintrittskarten billig einkaufen wollen. Das wendet Wertschätzung in Billigheimertum und Geringschätzung. Genau das macht Ehrenamt eben nicht attraktiv. Ehrenamt ist attraktiv in sich selbst. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Mit der Ehrenamtskarte, den MitMachZentralen und der Ehrenamtsstiftung hat der Landtag in den letzten Legislaturen wichtige Bausteine der Ehrenamtsförderung zusätzlich zu den bereits bestehenden Ehrenamtsnetzwerken eingerichtet. (allgemeine Unruhe) Sie haben sich gut etabliert. (Zuruf von Sebastian Ehlers, CDU) Alle diese Akteure stärken das Ehrenamt ...
