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Sabine Enseleit

FDP 27.01.2022 Sitzungen 8/9

Ja, sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Es sind erschreckende Zahlen und Nachrichten, die uns Studien liefern und die man in der Presse liest, wenn es um Kinder und Jugendliche während der Corona-Pandemie geht. Das ist kein Phänomen Mecklenburg-Vorpommerns, nein, das gilt für ganz Deutschland. Es sind oftmals herzzerreißende Nachrichten. Meine Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Kinder und Jugendliche werden und wurden in dieser Pandemie sträflich vernachlässigt. Sie haben enorme Opfer gebracht. Gleichzeitig wurden ihre eigenen Sorgen und Nöte viel zu wenig ernst genommen und beachtet. Keiner, auch diese Landesregierung nicht, hat den Kindern und Jugendlichen jemals dafür gedankt, welche Opfer sie oftmals still in diesen inzwischen Jahren der Pandemie gebracht haben. Dieser Dank ist mehr als überfällig. Es ist daher gut und richtig, dass wir uns in dieser Legislaturperiode in einer Enquete-Kommission intensiv und besonders mit den Belangen von Kindern und Jugendlichen auseinandersetzen wollen. Die Freien Demokraten unterstützen dieses Anliegen ausdrücklich und wollen sich aktiv und konstruktiv in die Arbeit der Enquete-Kommission einbringen. Dabei begrüßen wir insbesondere, dass es einen eigenen Punkt zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf junge Menschen in Mecklenburg-Vorpommern geben wird, denn, meine Damen und Herren, viel zu häufig wurde in der Corona-Pandemie über die Köpfe von jungen Menschen hinweg entschieden. In den vergangenen zwei Jahren war der Präsenzunterricht über 100 Tage ausgesetzt. Während in Fußballstadien die Profis bereits vor Zuschauern spielen konnten, mussten junge Menschen auf dem Bolzplatz aufpassen, dass nicht ein Haushalt zu viel dabei war. Wie lebensfremd und ignorant müssen diese Regelungen auf Kinder und Jugendliche gewirkt haben! Die Folgen dieser Corona-Politik in ganz Deutschland – nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern – sehen wir überall: massive Lernrückstände, häusliche Gewalt, psychische Krankheiten bis hin zu einer ansteigenden Zahl von Suizidversuchen bei Kindern und Jugendlichen. Es sind wirklich verheerende und erschütternde Nachrichten. Die Enquete-Kommission wird sich die Zeit nehmen müssen, diese Auswirkungen aufzuarbeiten. Junge Menschen, die ihr ganzes Leben noch vor sich haben, wurden und werden in der Pandemie vergessen. Es ist unsere Aufgabe als Gesetzgeber, dafür zu sorgen, dass die Auswirkungen nicht nur aufgearbeitet werden, sondern auch die richtigen Handlungsschritte eingeleitet werden. Kinder und Jugendliche haben keine Stimme im Parlament. Es ist an uns, sie anzuhören, ihre Sorgen und Nöte, aber auch Ideen und Zukunftswünsche aufzunehmen und für sie zu gestalten. Es ist an uns, mitzuentscheiden, welche Chancen und Möglichkeiten wir jungen Menschen in unserem Land mit auf den Weg geben. Auch abseits von Corona sind die Ergebnisse der Enquete-Kommission wichtig für die Umsetzung konkreter Maßnahmen. So werden wir uns mit der Frage beschäftigen müssen, warum junge Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern abwandern und wir hier ausgebildete Fachkräfte nicht halten können. Gerade die negative Wanderungsbilanz von jungen Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern muss uns Sorgen machen. Sie ist entscheidend für das Zusammenleben in unserem Land, für die Entwicklung unseres Arbeitsmarktes und unserer Wirtschaft. Wir als Fraktion der Freien Demokraten werden dem Antrag auf Einsetzung der Enquete-Kommission zustimmen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den Fraktionen, gemeinsam die Situation für junge Menschen in Mecklenburg-Vorpommern zu erörtern und dann Maßnahmen zu ergreifen, um sie voranzubringen und zu verbessern. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion der FDP, Julian Barlen, SPD, Sebastian Ehlers, CDU, und Anne Shepley, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Alle Reden von Sabine Enseleit Protokoll ↗