Eva-Maria Kröger
Ja, Herr Renz, Sie haben mich ja nun direkt angesprochen, deshalb will ich das Wort auch noch mal ergreifen. Es gibt ja eine bildungspolitische Sicht, also wie kann das an Schulen funktionieren mit Lehrerinnen und Lehrern, dazu hat Frau Ministerin, glaube ich, alles gesagt. Dann gibt es eine gesundheitspolitische und eine soziale Perspektive, und die habe ich versucht, einfach noch mal in den Plenarsaal zu legen, weil die ist mir tatsächlich insgesamt ein bisschen zu kurz gekommen. Ich habe mich einfach intensiv an die Debatten erinnert, die wir nach dem Lockdown geführt haben, zu Kindern, zu Schülerinnen und Schülern, was das zu Hause gemacht hat. Und ich habe das mit der Präsenzpflicht – das haben wir, glaube ich, alle verstanden, wie Sie das gesagt haben. Aber selbst, wenn ich das zeitlich oder regional begrenze und einschränke, führt das ja am Ende aber trotzdem dazu, dass es Kinder und Eltern geben wird, die diese Option nutzen und andere nicht. Und ich glaube sozialpolitisch, dass es vor allem die Eltern machen werden, die es können, und das ist von sozioökonomischen Faktoren ganz maßgeblich abhängig. Und dann trennen wir die Kinder weiter und führen auch eine noch weiter trennende Debatte zwischen den Kindern: Ich darf, du nicht. Warum darf ich nicht, warum darf er? Wir trennen die Elternschaft weiter, und ich glaube, mit trennenden Debatten haben wir gerade jetzt im Pandemieumgang schon genug zu tun zwischen Kindern und Eltern. Ich halte das sozialpolitisch für äußerst schwierig, diese Trennung zu vollziehen, diese Option einzuräumen. Und ein letzter Satz noch, auch mit persönlichem Bezug. Meine Mutter ist Grundschullehrerin, und ich glaube, der Kollege Damm war das vorhin mit dem Rechnen. Ich glaube, gerade Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer haben sehr deutlich klargemacht, wie krass die Lerndefizite sind (Unruhe vonseiten der Fraktion der AfD) in der Zeit, als die Kinder nicht zu Hause, also zu Hause unterrichtet wurden und nicht in der Schule, weil gerade beim Sprechen und Lesenlernen und Rechnen ist es wichtig, dass sie den direkten Kontakt zur Lehrerin haben, aber das nur ein letzter Gedanke. Mir geht es vor allem um die Sozialpolitik, und Sie haben mich direkt gefragt, und aus diesem Grunde lehne ich diesen Antrag ab. (Andreas Butzki, SPD: Sehr gut! – Zuruf vonseiten der Fraktion der AfD: Sie können ja gerne ablehnen.)
