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Eva-Maria Kröger

Die Linke 27.01.2022 Sitzungen 8/9

Hallo, Herr Kollege Damm! Ich versuche mal schnell, die Gedanken, die ich mir jetzt während der Debatte gemacht habe, auch noch mal in den Raum zu legen. Ich glaube, dass der Lockdown und eine sich anschließende Studie uns sehr deutlich gezeigt hat, dass Eltern räumliche, technische und auch soziale Ressourcen brauchen, um ihre Kinder zu Hause, während des Unterrichts zu Hause zu begleiten. Dazu gehören Mittagsversorgung, ein Computer, eine Räumlichkeit, Zeit und eben auch Kraft, also auch emotionale Kraft. Jetzt haben wir keinen allgemeinen Lockdown, also nicht alle Eltern sind zu Hause, das heißt, da besteht eine gewisse Ungleichheit natürlich. Und das wirft bei mir so einige Fragen auf: Also was passiert mit Kindern aus Elternhäusern, die es weniger guthaben, entweder strukturell oder sozial? Haben diese Eltern überhaupt die Chance, diese Entscheidung, die Sie einfordern, zu fällen, sowohl beruflich als auch emotional vielleicht? Und welche Eltern nutzen diese Option? Und ich glaube, das wären vor allem Eltern, die es können. Und da ist die Frage: Wollen die Kinder das überhaupt und was macht das mit den Kindern? Wir erleben gerade, dass zwischen Kindern und Jugendlichen ja schon auch in Bezug auf das Impfen eine sehr rege Debatte läuft, die auch die Kinder und die Jugendlichen belastet. Und ist das nicht eine zusätzliche Belastung, ich muss zu Hause bleiben, ich darf zu Hause bleiben? Warum darf der zu Hause bleiben und nicht ich? Trennt das die Kinder nicht schon wieder? Entsteht da nicht eine neue Konkurrenz? Und was macht das mit der Elternschaft, die ja dadurch auch verunsichert ist und sich überlegt, was sie machen muss? Ich würde aktuell mal mutig die These aufstellen, ich weiß nicht, wie Sie dazu stehen, dass vor allem Elternhäuser, die sozioökonomisch stark aufgestellt sind, von dieser Option Gebrauch machen würden. Und was ist mit allen anderen? Und mein letzter Gedanke: Wenn die Präsenzpflicht aufgehoben wird, habe ich ja sicherlich das Recht, zu Hause zu bleiben, nehme ich mal an, also dass der Arbeitgeber, die Arbeitgeberin mich freistellen muss. Gilt das dann auch für systemrelevante Berufe?

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