Dr. Till Backhaus
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Stein! Für mich ist eins noch mal entscheidend: Klimaschutz, Artenschutz, sauberes Wasser, gesunde Ernährung sind die Grundlagen für die Zukunft der Menschheit auf diesem Planeten. Dass wir europa-, weltweit ein massives Artensterben zu verzeichnen haben, ist Allgemeinwissen. Wir wissen heute, dass mehr als 30 Prozent, mehr als 30 Prozent der Arten nach wie vor vom akuten Aussterben bedroht sind. Das ist wissensbasierte Grundlage. Darauf basiert haben wir in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Studien auf den Weg gebracht, die natürlich auch Langzeitbewertungen vornehmen. Ich kann Ihnen hier und heute sagen, selbstverständlich haben wir Daten. Und ich kann mit Stolz berichten, dass wir in den Großschutzgebieten, Nationalparken, Biosphärenreservaten, aber auch den Naturparken, die prioritären Lebensräume – nicht umsonst sind wir so anerkannt für den Artenschutz in Mecklenburg-Vorpommern –, dass die Arten, die vor 150 Jahren, also vor der Chemisierung der Landwirtschaft, vor dem industriellen Zeitalter hier gelebt haben, dass sie in diesen Gebieten noch da sind. Und das ist für uns die Grundlage im Übrigen auch für das Handeln. Darauf basiert haben wir dann im Übrigen weitere Studien auf den Weg gebracht, Sie haben die Kleine Anfrage angesprochen, ich will die drei wichtigsten herausgreifen: Punkt eins, wir haben eine große Initiative gestartet: Mehr Respekt vor dem Insekt. Ich bin meiner Fraktion noch mal ausdrücklich sehr, sehr dankbar, Thomas – Herr Krüger nickt gerade –, dass wir eine landesweite Analyse, landesweit, nicht nur auf bestimmte kleinere Gebiete ausgerichtete wissenschafts- und wissensbasierte Grundlagen gelegt haben, da gibt es Daten, die wir in den nächsten Wochen vorlegen werden, Punkt eins. Punkt zwei, wir haben eine große, langfristige Analyse seit 2020 in der Bearbeitung, insbesondere in den Wäldern des Landes Mecklenburg-Vorpommern und in den Semigebieten, die also angrenzen, und auch im Solitärbereich von Bäumen. Da kann ich Ihnen heute sagen, die Daten sind hoch spannend und interessant, über 1.100 Arten sind hier gefunden worden. Da sind Reliktarten dabei, von denen man geglaubt hat, dass es sie gar nicht mehr gibt, und es sind auch neue Arten dabei, die es in Mecklenburg-Vorpommern noch nie gegeben hat. Und das Dritte ist, wir haben insbesondere dann auch mit dem WWF, einem großen anerkannten Naturschutzverband, insbesondere im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe/Schaalsee ein großes Projekt mit fast 4 Millionen Euro auf dem Weg, wo wir genau auch hier dann noch mal fragmentiert in die Fläche gehen, mit dem Ziel, noch mal wissenschaftlich fundierte Langzeitreihen zu bekommen. Und das Letzte ist, die vierte große Maßnahme ist, dass wir mit dem Bundesamt für Naturschutz – das werden Sie aus der Anfrage auch gelesen haben – Projekte am Laufen haben, wo wir bundesrepublikweit endlich zu einheitlichen Erhebungsmaßnahmen und wissenschaftlich basierten Grundlagen kommen. Und das Allerletzte ist, ich bin froh und dankbar, dass unsere Hochschulen, die Universität Greifswald ist ja ein großes Kompetenzzentrum, insbesondere für die Moore, wo auch die Artenvielfalt, die Artenvielfalt eine wichtige Rolle spielt, auch da laufen wissenschaftliche Studien, von denen wir davon ausgehen, dass wir in den nächsten Jahren weitere Erkenntnisse bekommen. Zufrieden?
