landtag-mv.de ↗

Sabine Enseleit

FDP 17.12.2021 Sitzungen 8/6

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Im Antrag der CDU-Fraktion wird unter Punkt 1 bereits ein entscheidender Satz gesagt: „Eine abermalige Schließung von Schulen und Kindertageseinrichtungen ist … zu verhindern.“ Was aber, wenn wir jetzt auf das Aussetzen der Präsenzpflicht ab dem 20. Dezember, also Montag, blicken, das abermals nicht gehalten wird? Die offizielle Begründung dafür ist die Entlastung der Gesundheitsämter und Lehrkräfte, obwohl eigentlich immer mantraartig betont wurde, dass es keine Schließung der Schulen mehr geben wird. Was zum Aussetzen der Präsenzpflicht nicht gesagt wird, ist, dass diese Tage der verfrühten Schulschließungen vor den Weihnachtsferien für die Familien keine Entlastung, sondern eine Belastung sind. Die Kinder und Familien dürfen sich wieder mal überlegen, wie sie diese zusätzlichen Tage organisieren, wie sie eine vernünftige Betreuung bekommen und den Spagat zwischen Familie und Beruf schaffen. Ach ja, und gleichzeitig mal wieder die Kinder selbst mitunterrichten, denn es gibt ja wieder Aufgaben, die die Kleinsten sowieso nicht selbst lösen können und die die Eltern dann wieder machen müssen. Meine sehr verehrten Damen und Herren, Kinder und Jugendliche haben in der Pandemie einen extrem hohen Preis bezahlt und stehen abermals vor dem Dilemma steigender Infektionen und möglicherweise bevorstehender Schulschließungen. Mit diesen ersten Aufweichungstendenzen zu dem Versprechen, dass es keine Schulschließungen mehr geben wird, werden die schlimmsten Befürchtungen wieder wach. Umso wichtiger ist es – und da komme ich jetzt auf den Antrag der CDU zu sprechen –, dass wir jetzt jede Möglichkeit nutzen, um Schulschließungen oder Einschränkungen bei den Kitas zu verhindern. Die im Antrag genannten Lollitests sind eine solche Möglichkeit. Andere Bundesländer, wie Nordrhein-Westfalen zum Beispiel, praktizieren sie schon seit geraumer Zeit und mit großem Erfolg. Das Verfahren stellt eine praktikable, altersgerecht anwendbare und dem Infektionsschutz entsprechende Testmethode dar. Im Ergebnis ist sie auch eine Entlastung für Eltern und Lehrkräfte. Gerade bei den Kleinsten ist diese Art der Corona-Tests eine vielversprechende und vor allem kindgerechte Möglichkeit zu testen und das Infektionsgeschehen zu beobachten und einzugrenzen und möglichst vielen Kindern weiterhin die Teilhabe an Schule oder Kita zu ermöglichen. Wir müssen endlich aufhören, die Kinder wie kleine Erwachsene zu behandeln. Stattdessen sollten wir uns mehr an ihren Bedürfnissen orientieren und auf sie eingehen. Die Lollitests sind dafür eine geeignete Möglichkeit. Dazu kommt, dass diese Art der PCR-Tests für Kinder auf jeden Fall wesentlich verlässlicher als die derzeitigen Antigen-Tests sind. Mit der Sicherheit, die mit den regelmäßigen Testungen und Laboruntersuchungen einhergeht, können wir außerdem erreichen, dass wir endlich zum Ende kommen mit der unsäglichen, unterschwellig immer wieder transportierten Meinung, dass gerade Kinder die Treiber der Pandemie seien. Sehr geehrte Damen und Herren, wir sollten wirklich jede Möglichkeit nutzen, um gerade die Kleinsten in dieser vierten Welle der Pandemie zu schützen und ihnen ein möglichst normales Leben zu ermöglichen. Daher stimmt die FDP dem Antrag der CDU-Fraktion zu. (Beifall vonseiten der Fraktionen der CDU und FDP)

Alle Reden von Sabine Enseleit Protokoll ↗