Nadine Julitz
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich darf heute in Vertretung meines Kollegen Andreas Butzki zu dem Antrag der CDU sprechen. Ein schweres, ein weiteres schweres Jahr liegt hinter uns und vor allem liegt ein weiteres schweres Jahr hinter den Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern und allen anderen multiprofessionellen Mitarbeitenden an Schulen. Und es hat wirklich wieder viel abverlangt. Corona war natürlich durchgehend Thema und selbstverständlich war auch das Testen und die Teststrategie immer Thema, sowohl in den verschiedenen Ministerien als auch natürlich hier im Parlament, in der Staatskanzlei. Herr Peters hat eben in seiner Rede, in seiner Einbringung kurz gesagt, dass die Kinder kein Treiber der Pandemie sind, wie es immer gesagt wird. Aber ich würde sagen – und das ist zumindest bei mir in der Familie so –, dass in vielen Familien, wo viel im Homeoffice gearbeitet wird, wo viele schon geimpft sind, Kinder aber durchaus der größte Risikofaktor in der Familie derzeit sind, da sie natürlich den meisten Kontakt haben, da viele in bestimmten Altersklassen noch nicht geimpft sein können und nicht geimpft sind und die meisten Kontakte in der Familie haben. Bei uns ist es definitiv so, wenn ich mal heute hier den Raum außer Acht lasse, in dem wir uns jetzt hier aufhalten, ist es in den Familien so. Und daher ist es auch der größte Risikofaktor. Und ich weiß nicht, wie es allen anderen geht, die kleine Kinder haben, aber der Gedanke an das bevorstehende Weihnachtsfest und vielleicht doch den einen oder anderen Kontakt auch mit älteren Familienmitgliedern und dann der Gedanke, dass das Kind in die Kita geht und möglicherweise sich infizieren könnte noch in den Tagen, und das Zusammenkommen bereitet bei mir in der Familie Kopfschmerzen. Ich glaube, dass das bei vielen so ist, die kleinere Kinder haben. Insofern ist das mit diesem Treiber, für mich ist das tatsächlich ein wichtiges Thema und ich sehe das bei vielen Familien so, die kleine Kinder haben. Zur Unterstützung in dieser Zeit im letzten Jahr stand den Schulen ein Extrabudget zur Verfügung, um auch mit diesen Situationen besser umgehen zu können. Trotzdem hat man den Schulen und den Kindern viel abverlangt. Auch meine Fraktion sieht die Lollitests als eine angenehmere Variante für die Kinder. Natürlich, das ist so. Aber – und da wurde eben auch aus Erfahrung als Elternteil berichtet – ich als Mutter kann sagen, dass nicht unerheblich auch die Herangehensweise, die eigene Herangehensweise an das Testen bei den Kindern eine Rolle spielt, wie die Kinder das aufnehmen. Das möchte ich hier einmal nur so in den Raum stellen. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Aber natürlich, gerade unsere Kinder sind in der Pandemie besonders gefordert gewesen und immer noch, und sie haben viel zurückgesteckt und mussten viel verzichten. Das ist einer der sensibelsten Bereiche in dieser Pandemie, die wir im Blick haben und vor allem auch immer ganz besonders im Blick haben sollten. Wir haben es gehört, an zehn Modellschulen haben wir ressortübergreifend, das Bildungsministerium, das Sozialministerium und das Wirtschaftsministerium, durch eine ständige wissenschaftliche Begleitung den gesamten September über diese PCR-Lollitests getestet, mit dem Ziel natürlich, sie landesweit einführen zu können. Und ja, das hat Herr Peters auch gesagt, die Evaluation, die Ergebnisse stehen noch aus. Das ist im Übrigen der Grund, warum wir der Überweisung in den Ausschuss zustimmen werden. Aber auch jetzt schon gibt es Amtshilfeersuchen der Labore und die Frage ist bei der Unterschiedlichkeit der Auswertung dieser Tests, wie das händelbar sein kann. Wo nehmen wir das medizinische Personal her? Welcher Aufwand muss betrieben werden, um diese verschiedenen Methoden auszuweiten, umzuwandeln? Das alles können mögliche Fragen eines möglichen Expertengespräches sein, wie es ja schon im Raum steht. Ich frage mich, möglicherweise ist es auch eine Frage, die ich da im Kopf habe, das Ergebnis dieses PCR-Lollitests ist ja nun mal – haben wir auch gehört – möglicherweise, ja, sicherer, aber es kommt auch nicht sofort, es ist am Abend vielleicht da oder am nächsten Tag. Und die Frage ist, wenn ich morgens die Kinder teste und die laufen dann im Zweifel infiziert den ganzen Tag über durch die Gegend, dann muss man abwägen, was ist jetzt besser: das vielleicht ein bisschen unsichere Ergebnis gleich vorliegen zu haben für den Tag oder das PCR-Ergebnis den nächsten Tag erst zu haben und dann den ganzen Tag so herumgelaufen zu sein. Wie gesagt, alles mögliche Fragen eines Expertengespräches. Am Ende bleibt aber festzuhalten, dass wir in Mecklenburg-Vorpommern eine funktionierende Teststrategie haben, erst mal, um die Grundlage noch mal zu klären. Wir reden hier, wir kommen nicht aus dem Null und fangen jetzt erst an. Ich habe gesagt, wir werden der Überweisung in den Ausschuss zustimmen. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)
