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Nadine Gersberg

SPD 03.09.2026 Sitzungen 21/75

Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen Herren! Ich möchte zu Beginn meiner Rede die Sozialwissenschaftlerin Prof. Dr. Magdalena Nowicka von der boldt-Universität Berlin zitieren. Ich durfte sie beim Sommerempfang des Landesfrauenrates kennen nen. Sie sagte: Strukturen müssen sich ändern, damit Einstellungen anpassen. – Dieses Zitat passt gut zu Ergebnissen aus dem vorliegenden Gleichstellungsbericht; denn die Strukturen für die Beschäftigten des Landes in den Gemeinden wurden verändert. Die Gleichstellung von Frauen und Männern kommt voran. Gemeinden und Ministerien haben sich auf viele enfördermaßnahmen eingelassen. Sie haben sie mit ve durchgeführt und verzeichnen Erfolge. Insbesondere die Maßnahmen zur Potenzialerkennung und -förderung, zur Fortbildung, zur geschlechtergerechten Führungskräfteentwicklung in Vollzeit und Teilzeit, zum Rückkehrmanagement und zur chancengleichen Führungskultur laut Gleichstellungsbericht inzwischen unbestritten etabliert. Die Wertschätzung einer uneingeschränkten pflicht, also des sogenannten Anwesenheitsmythos, Führungskräften durch die jeweiligen Dienststellenleitungen hat stark abgenommen. Eine große Rolle spielen überall die Gleichstellungsbeauftragten, die für neue Strukturen werben, bei der Durchführung beraten und Beschäftigte in ihrer Lebenswirklichkeit besonders gut wahrnehmen und diese in die Führungsetagen weitertragen. – Ich möchte mich ganz herzlich für Arbeit bedanken. (Beifall SPD, CDU und BÜNDNIS 90/DIE NEN) Erfreulich ist, dass wir in der Landesverwaltung nun im gehobenen und höheren Dienst langsam auf den wünschten Frauenanteil von 50 % zusteuern. In den bahngruppen des gehobenen und höheren Dienstes Beamtinnen und Beamten der Landesverwaltung lag Frauenanteil im Jahr 2024 zwischen 44 % und 49 %. ne deutliche Steigerung gibt es bei den Richterinnen. Zeitraum von 2019 bis 2024 ist der Anteil von Frauen Richteramt von 42 % auf 48 % gestiegen. Das ist erfreulich. (Beifall SPD und CDU) Was aber auffällt, ist, dass der Frauenanteil in diesen ren Gruppierungen abnimmt, je höher die Bezahlung Ich Bei einer Besoldung nach A 13 sind es noch 49,4 % – wirklich gut –, aber bei einer Besoldung nach A 16 sind es dann nur noch 36,7 %. Hier zeigt sich insgesamt, dass eine große Herausforderung bleibt, dass Frauen weiter den Großteil der Sorgearbeit in unserer Gesellschaft übernehmen. Nicht das Frau-Sein an sich, sondern vor allem eine GleichFrau zu sein, die die Familienaufgaben hauptsächlich übernimmt, etwa Kinderbetreuung oder Pflege, verhindert den Aufstieg in die obersten Führungsetagen. Eine strukturelle Benachteiligung von Männern im Anwendungsbereich Nadine des Gesetzes ist laut Gleichstellungsbericht nicht bekannt. Re31 % aller Beschäftigten arbeiten in Teilzeit. Der Anteil der Frauen dabei bleibt bei über 85 % wirklich hoch. Deshalb ist es wichtig, die Bedingungen der Kinderbetreuung und auch Pflege zu verbessern, für ein höheres Engagement der Männer in der Care-Arbeit zu werben und sich und weiter anzusehen, wie Benachteiligungen abgebaut werden können. Wir sind bekanntlich an all diesen Themen dran. Humkürzlich (Beifall SPD und CDU) lersich Vor allem organisatorische Probleme gibt es bei dem Thema „Führen in Teilzeit“, wodurch dieses Modell noch nicht vielen sehr verbreitet ist. Es könnte aber dabei helfen, den Frauund enanteil auch in den höchsten Besoldungsgruppen zu steigern. Probleme gibt es zum Beispiel, wenn eine in Teilzeit führende Person ihre Stunden wieder aufstocken möchte und das Budget dies nicht mehr zulässt. FrauVer- Eine gute Idee hatte das Wirtschaftsministerium. Dort haben drei Referate geteilte Führungen mit zwei Vollzeitmodulen referatsintern besetzt. Dadurch wurde ermöglicht, bei einer Reduzierung aufgrund familiärer Sorgearbeit später wieder auf eine höhere Stundenzahl aufzustocken. sind Positiv möchte ich auch das Finanzministerium hervorheund ben. Zur gezielten Förderung von Bediensteten, die beispielsweise aufgrund von Elternzeit oder Beurlaubungen wegen Pflege einen Beurteilungsstichtag verpasst haben, Präsenzerhalten diese bei ihrer Rückkehr eine Zwischenbeurteivon lung. Auf diese Weise entstehen keine Nachteile für die weitere berufliche Entwicklung. Das sind zwei Beispiele; es gibt mehr davon. (Beifall SPD und vereinzelt CDU) Wir sehen: Es geht nach vorn. Die Strukturen ändern sich, die Einstellungen haben sich deutlich geändert. Jetzt müsihre sen wir nur noch die letzten nötigen Maßnahmen treffen, damit Frauen in Teilzeit aufstocken können und sich viele von ihnen in Führungspositionen wiederfinden. Wir befinGRÜden uns auf einem guten Weg. – Danke sehr. (Beifall SPD und CDU) auch geLaufPräsidentin Astrid Wallmann: der der Vielen Dank. – Als Nächste hat die Abgeordnete Julia Ei- Herz von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN das Wort. Im im

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