Prof. Dr. Roman Poseck
Nein, nicht in der Aktuellen Stunde. Lassen Sie uns zu den Fakten kommen. Die Bilanz der Freibadsaison 2026 fällt unter Sicherheitsgesichtspunkten gemischt aus. (Robert Lambrou (AfD): Das hat sich eben aber anders angehört!) Es hat einzelne schwerwiegende Vorkommnisse gegeben, beispielsweise in Griesheim, als in der Tat über die Schließung eines Schwimmbades nachgedacht wurde. Diese Übergriffe dürfen wir nicht hinnehmen. Sie sind alarmierend. Daran besteht für mich kein Zweifel. Jeder einzelne Übergriff ist einer zu viel. Da sind wir uns in diesem Hohen Hause völlig einig. Das haben auch alle Redebeiträge gezeigt. (Beifall CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Freie Demokraten) Richtig ist auch, dass wir in diesem Jahr einen moderaten Anstieg der Straftaten in unseren Schwimmbädern verzeichnen. Bis zum August des vergangenen Jahres hatten wir in Hessen 579 Straftaten in den Schwimmbädern. Bis August 2026 waren es 657. (Volker Richter (AfD): Das ist ein Anstieg!) Ziehen wir aber einmal eine mittelfristige Linie, liebe Fau Weegels. Schauen Sie sich einmal die Zahlen aus dem Jahr 2010 an, also die Zahlen aus dem Jahr, als die Menschen, die Sie immer für alles verantwortlich machen, noch gar nicht da waren. Damals war die Zahl der Straftaten in den Schwimmbädern deutlich höher. (Beifall CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Freie Demokraten – Zuruf Sandra Weegels (AfD)) Trotzdem ist für mich klar, dass wir die Entwicklung ernst nehmen müssen. Genau das tun wir. Die Polizei ist konsequent im Einsatz. Erfreulich ist die hohe Aufklärungsquote von 80 bis 90 % bei diesen Delikten. Das heißt, die Personen werden auch zur Rechenschaft gezogen. Schauen wir uns doch einmal die Herkunft der Tatverdächtigen an. 36 % der Tatverdächtigen bei den Schwimmbadfällen haben eine nicht deutsche Staatsangehörigkeit. (Sandra Weegels (AfD): Migrationshintergrund! – Zuruf Dr. Frank Grobe (AfD)) – Diese sind trotzdem Deutsche. – Herr Grobe ruft hier ständig das Wort „Remigration“ hinein. Das ist doch der völlig falsche Ansatz. Schauen Sie sich doch einfach einmal die Zahlen an. (Beifall CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Freie Demokraten – Zurufe AfD) Meine sehr geehrten Damen und Herren, unsere Schwimmbäder sind keine Kriminalitätsschwerpunkte. Wir haben 400 Schwimmbäder in Hessen. Millionen Menschen haben diese in diesem Sommer besucht. Natürlich waren die Zahlen größer, weil wir einen Hitzesommer gehabt haben. (Robert Lambrou (AfD): Viele Bürger gehen gar nicht mehr ins Schwimmbad!) Allein in den Frankfurter Bädern waren über eine Million Menschen. Insofern kann doch nicht die Rede davon sein, dass die Menschen alle aufs Land fahren, um ein Schwimmbad zu besuchen. Wenn es so in den Schwimmbädern wäre, wie Sie es beschreiben, dann würden die Menschen da doch nicht hingehen. Das Gegenteil ist der Fall. (Beifall CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Freie Demokraten – Zuruf Robert Lambrou (AfD)) Ich will auch das deutlich machen: Unsere Polizei tut, was sie kann. Sie greift ein, sie berät bei Sicherheitskonzepten, und sie schult. Sie hat beispielsweise in Frankfurt 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bäderbetriebe geschult. Diesen Weg werden wir weitergehen. Unser Versprechen gilt: Wir treten für ein Höchstmaß an Sicherheit in Hessen ein. Das gilt im Übrigen für Einheimische genauso wie für alle anderen Menschen, die sich hier in Hessen aufhalten. (Robert Lambrou (AfD): Viele Bürger vermeiden mittlerweile die Freibäder!) Auch diese Differenzierung, die Sie immer wieder men, ist unsäglich. Wir kümmern uns um Sicherheit, das auch erfolgreich. – Vielen Dank. (Beifall CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Freie Demokraten)
