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Hans Christian Göttlicher

CDU 02.09.2026 Sitzungen 21/74

Herr Promny, Sie beschreiben erst einmal wieder den rermangel, und drei Sätze später bezweifeln Sie, ob dem Vorbereitungsdienst genug offene Stellen zur gung stehen. Das ist doch unlogisch. Entweder haben einen Lehrermangel und brauchen jede Kraft, dann sie auch den Zugang zu einer Stelle. Das ist genauso gisch und falsch wie Ihre Kürzungsbotschaft. (Beifall CDU und SPD – Wiebke Knell (Freie mokraten): Sie kürzen doch die Stellen!) Da kann ich nur feststellen, dass Sie – auch Herr May sich nicht an die Zahlen, Daten, Fakten und an die halten. Da muss ich ganz ehrlich sagen: Das finde schade und unseriös. Wenn ich noch mehr Zeit zur gung hätte, würde ich Ihnen an jedem einzelnen deutlich machen, dass Sie sich bei Ihren Rechnungen rechnen. – Danke schön. (Beifall CDU und SPD – Zuruf Daniel (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)) re- Vizepräsident Frank Lortz: Vielen Dank. – Jetzt hat der Kultusminister, Herr StaatsmiMoritz nister Armin Schwarz, das Wort. Armin, bitte. (SPD): Armin Schwarz, Minister für Kultus, Bildung und Chancen: Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kolist legen! Lehrkräfte erfüllen eine der wichtigsten Aufgaben Ununserer Gesellschaft. Das will ich vor die Klammer ziehen. dass Der pädagogische Vorbereitungsdienst in Hessen hat eine unterhohe Qualität und wird weiterhin eine hohe Qualität haben. und Dafür stehen die regierungstragenden Fraktionen, dafür Resteht Schwarz-Rot. beset- (Beifall CDU und SPD) mit. Was auch dazu gehört, ist, dass wir Dinge in Angriff nehder Mit- men müssen, weil sie sich schlicht und ergreifend entwickeln und verändern. Wer nicht zugibt, dass sich diese Gesellschaft und die Welt verändern, ist ignorant oder will Gnadl die Dinge bewusst nicht sehen. Deswegen: Wir wollen die Weiterentwicklung des Vorbereitungsdienstes. Die regierungstragenden Fraktionen haben einen tollen Entwurf unserem auf den Tisch gelegt. qualikönnen, Ich will ein paar Punkte nennen, die wir in Angriff nehanmen. Bisher reden wir von den vielen Modulen, die den damit Vorbereitungsdienst prägen. Davon wollen wir wegkomtun, men. Wir wollen die Zahl der Unterrichtsbesuche reduziean ren. Wer einmal selbst das Referendariat durchlaufen hat, lieber Kollege May, weiß, dass möglicherweise nicht jeder Unterrichtsbesuch dazu beiträgt, dass man hinterher die eine beste Lehrkraft ist. Das gehört auch zum offenen und ehrlichen Austausch dazu. Das bedeutet, auch der erhebliche Aufwand, der mit Unterrichtsbesuchen einhergeht, wird dadurch geringer. Von zwölf bis 14 gehen wir runter. Auch die Anzahl der eigenverantwortlichen Stunden war gerade einmal zwischen acht und zwölf Stunden pro Woche. Das ist nicht sonderlich viel. beZudem wollen wir die Anzahl der Monate von derzeit 21 Wort. um drei reduzieren. Damit erreichen wir einen Gleichklang mit vielen anderen Bundesländern. Das ist kein Einheitsbrei. Vielmehr haben wir sehr genau hingeschaut, wie andere das machen. Das vorhin bereits genannte Schulgutachten, das nur 7,2 % Lehder Note der zweiten Staatsprüfung ausmacht, wollen wir nach aufwerten. Insofern soll die Lehrkräftebildung stärker an Verfü- der schulischen Praxis, der individuellen Entwicklung und wir den gesellschaftlichen Erfordernissen ausgerichtet werden. haben Das habe ich vorhin bereits gesagt. Die hochgeschätzte unlo- Kollegin Nina Heidt-Sommer hat das vorhin deutlich dargestellt, ebenso der Kollege Göttlicher. DeDeshalb liegen uns nun die notwendigen Anpassungen vor. Das ist ein Entwurf aus einem Guss. Insofern möchte ich denjenigen Respekt und Anerkennung zollen, die dazu bei– getragen haben. Das kann man im Grunde genommen wie Realität folgt zusammenfassen: Der Vorbereitungsdienst in Hessen ich wird individueller, praxisorientierter, kompakter und damit Verfüauch zeitgemäßer. Beispiel ver- (Beifall CDU und SPD) Er wird individueller durch eine neue durchgehende StrukMay tur. Wir gehen weg von der Modularisierung. Die Fachdidaktik und die Allgemeinpädagogik werden gestärkt. So war das früher auch schon einmal, dies im Übrigen sehr erfolgreich. Wahlpflichtbausteine sowie eine unbewertete Beratungs- und Reflexionsveranstaltung schaffen weiteren Raum für eigene Schwerpunkte. Zudem lassen wir einen bewertungsfreien Raum in der Einstiegsphase. Ich glaube, das ist sehr hilfreich, um sich einzuarbeiten und sich ohne Druck der Unterrichtspraxis zu nähern. Praxisorientierter wird die Ausbildung durch mehr eigenverantwortlichen Unterricht. Wer selbst schon einmal im Klassenraum gestanden hat, der weiß, nichts ist so ehrlich, nichts ist so live, wie direkt im Klassenraum zu stehen und sich mit den jungen Leuten auszutauschen. Das ist echte Lebenserfahrung. Das bringt einem tatsächlich etwas. Deswegen ist das genau der richtige Schritt. Das bestätigen alle diejenigen, die davon tatsächlich Ahnung haben. (Beifall CDU und SPD) Wir reduzieren die Zahl der bewerteten Unterrichtsbesuche von bis zu 14 auf acht. 14 waren es. Wir gehen auf acht herunter. Das bedeutet gleichzeitig eine Reduktion der zeitintensiven Vorbereitung, die das logischerweise mit sich bringt. Gleichzeitig wird die Bedeutung von eigenverantwortlichem Unterricht erhöht. Mehr Unterrichtspraxis hilft bei der Ausbildung von wirklich starken und guten zukünftigen Lehrkräften. So wird gezielter für den tatsächlichen Berufsalltag einer Lehrkraft trainiert. Darüber hinaus erhält die Ausbildungsschule einen höheren Stellenwert. Auch das halte ich für wichtig. Die meiste Zeit wird an der Ausbildungsschule verbracht. Deswegen wird das Schulgutachten künftig mit 25 % gewichtet. Das ist angemessen; denn die Kolleginnen und Kollegen, mit denen man sich jeden Tag austauscht, können am besten bewerten, wie sich die junge Kollegin oder der junge Kollege verhält. Die Bewährung im schulischen Alltag hat damit das Gewicht, das ihr zukommt. Jetzt will ich kompakter auf das Thema eingehen. Hochgeschätzter Kollege May, lieber Kollege Promny, das ist nicht böse gemeint. Aber Ihre Platte von irgendwelchen Kürzungen kann keiner mehr hören. Sie glauben doch selbst nicht mehr daran. (Beifall CDU und SPD) Wir nehmen das sportlich und ohne Schaum vor dem Mund. Aber offensichtlich wird die Tatsache völlig ausgeblendet, dass wir in Summe 61.600 Stellen im System haben, dass wir in dieser Legislaturperiode noch ein Bildungschancenpaket obendrauf legen und noch einmal 680 zusätzliche Stellen schaffen und dass wir dadurch ein hoch attraktiver Arbeitgeber sind und die Menschen deshalb gerne nach Hessen kommen, um Lehrkraft zu werden. Lieber Herr Kollege Promny, bei all Ihrer Freundschaft – – Wo ist er denn jetzt hin? Ist er rausgegangen? (Daniel May (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Hinter dir! Er will eine Wortmeldung abgeben!) – Ach so. Das ist sehr gut. Das freut mich. – Ich rate sehr dazu, einmal die Stimmung an den Schulen aufzunehmen. Ich habe in den vergangenen drei Wochen sehr viele Schulen besucht und dabei festgestellt, die Stimmung ist völlig anders, als Sie es vorhin dargestellt haben. Dem Klima würde es helfen, wenn Sie auch einmal sagen würden: Da wird richtig tolle Arbeit geleistet, und die Kolleginnen und Kollegen können auch gut arbeiten. – Das gehört auch zur Wahrheit dazu. (Beifall CDU und SPD) Wir stehen im Wettbewerb mit den anderen Ländern. Insofern ist eine Reduzierung von 21 auf 18 Monate attraktiv für die Kolleginnen und Kollegen. Das Referendariat ist nicht für alle die heiterste Zeit im Leben gewesen. Nach 18 Monaten fertig zu werden und somit nach 18 Monaten Studienrat, Studienrätin, Grundschullehrerin oder Grundschullehrer zu werden, das ist großartig. Darauf freuen sich die Kollegen auch. Das ist der direkte Zug zum Tor. Das halten wir für richtig. Das stärkt und attraktiviert den Ausbildungsstandort zusätzlich. Die Verkürzung der Zeit geht nicht zulasten der Qualität. Das muss man deutlich hinterlegen. Damit ist das Ganze auch zeitgemäß. Das Kerncurriculum überarbeiten wir ebenfalls. Hoch attraktive Querschnittsthemen kommen hinzu: Werte- und Demokratiebildung, Medienbildung, Digitalisierung, KI, Schulrecht, berufliche Orientierung, Kinder- und Jugendschutz. Hinzu kommen die Stärkung der psychischen Gesundheit und die Inklusion. Ich finde, das ist in Summe ein tolles Paket. Das zeigt, wie wir mit Querschnittsthemen alle drei Phasen konsequent verzahnen. Lieber Daniel May, bei allem Respekt: Die Bewertung Ihres Gesetzentwurfs wurde von denjenigen, die sich schriftlich dazu geäußert haben, gemeinhin etwas anders dargestellt. Sie haben schöne Ausschnitte herausgesucht. Ich will nicht sagen, dass Sie falsch zitiert haben. Die Qualität wäre bei Ihrem Entwurf aber verlustig gegangen. Deswegen machen die regierungstragenden Fraktionen da nicht mit. Ich danke den regierungstragenden Fraktionen für diesen Gesetzentwurf. Der Vorbereitungsdienst in Hessen wird individueller, praxisorientierter, kompakter und damit zeitgemäßer. Deswegen ist es ein guter Entwurf. Deswegen können wir den Gesetzentwurf auch gleich an den Ausschuss geben. – Vielen lieben Dank. (Beifall CDU und SPD)

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