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Frank Lortz

02.09.2026 Sitzungen 21/74

völlig Vielen Dank, Kollege Scholz. – Das Wort hat der Abgeordnete Moritz Promny, FDP-Fraktion. Moritz, bitte. Moritz Promny (Freie Demokraten): Sehr geehrter Herr Präsident, werte Kolleginnen und Kollegen! Die Situation an hessischen Schulen, insbesondere der Lehrkräftemangel, ist eines der größten Probleme unserer Schulen. Wir sehen Unterrichtsausfall. Wir sehen überlastete Kolleginnen und Kollegen. Und wir sehen Überlastungsanzeigen von Lehrkräften, die uns sagen: So geht es nicht weiter. (Beifall Freie Demokraten und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Deshalb ist es richtig, dass wir hier und jetzt über die Lehrkräfteausbildung sprechen. Der Gesetzentwurf enthält durchaus auch einige nachvollziehbare Ansätze. Die Verkürzung des Referendariats ist schon angesprochen worden. Hier wird kontrovers diskutiert. 18 Monate sind in vielen Bundesländern üblich. Die stärkere Gewichtung der schulischen Bewertungen halten wir für richtig. Denn wer kann die Entwicklung einer angehenden Lehrkraft besser beurteilen als diejenigen, die täglich im Schulalltag arbeiten? Auch die Hospitationsphase zu Beginn des Vorbereitungsdienstes ist sinnvoll in unseren Augen, gerade auch für Seiten- und Quereinsteiger. So weit, so gut. Aber schneller ist nicht automatisch besser, werte Kolleginnen und Kollegen. Die Landesregierung wirbt damit, dass angehende Lehrkräfte schneller in den Beruf und damit auch schneller in eine A-13-Vollzeitstelle kommen können. Das klingt auf den ersten Blick sehr attraktiv. (Minister Armin Schwarz: Ist es auch!) – Nur, Herr Staatsminister, ein kürzeres Referendariat schafft ja noch keine zusätzliche Stelle. Das haben Sie jetzt hier einmal unter den Tisch fallen lassen. (Beifall Freie Demokraten und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Wenn anschließend keine passende Stelle vorhanden ist, dann hilft auch der schnellere Abschluss nicht, meine Damen und Herren. Mit diesem Versprechen sollten Sie, Herr Staatsminister, vielleicht etwas vorsichtiger umgehen. Es gibt aber noch einen zweiten Punkt, auf den ich eingehen möchte. Wenn wir dieselbe Ausbildung in weniger Zeit organisieren, verdichten wir sie natürlich auch: weniger Zeit, weniger bewertete Unterrichtsbesuche, mehr Anforderungen in kürzerer Frist. Das kann funktionieren. Es darf aber nicht dazu führen, dass wir den Druck auf die Referendarinnen und Referendare weiter erhöhen. Denn was bringt uns eine schnellere Ausbildung, wenn uns auf dem Weg mehr Menschen verloren gehen? Deshalb setzen wir Freie Demokraten früher an. Wir wollen den sogenannten Praxisschock nicht erst im Referendariat verwalten. Wir wollen ihn im Studium verhindern. Das ist der Ansatz. Wir brauchen deshalb mehr und bessere Praxisphasen. Studierende müssen früh erleben, was Schule tatsächlich bedeutet: Unterricht gestalten, Klassen führen, mit den Eltern kommunizieren und natürlich mit den unterschiedlichen Lernständen umgehen. So können sie sehr früh feststellen, ob dieser Beruf tatsächlich zu ihnen passt. Sie kommen wesentlich besser vorbereitet ins Referendariat. Gleichzeitig müssen wir den Seiten- und Quereinstieg auch erleichtern. Menschen mit Berufserfahrung bringen Fachwissen und neue Perspektiven in unsere Schulen. Diesen Weg sollten wir erleichtern, ohne natürlich Abstriche bei der pädagogischen Qualität zu machen. Meine Damen und Herren, umso bedauerlicher ist es, dass sich die regierungstragenden Fraktionen bei einem so wichtigen Thema bislang nicht auf eine mündliche Anhörung eingelassen haben. Dabei sollte doch gerade bei der Lehrkräfteausbildung der Grundsatz selbstverständlich sein: Reden wir nicht nur über Lehrkräfte, sondern reden wir mit ihnen. (Beifall Freie Demokraten und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Hören wir in die Schulen, hören wir auf die Lehrkräfte, hören wir, was die Ausbilderinnen und Ausbilder zu sagen haben, und nehmen wir deren Einwände auch ernst. Denn – das bestreitet niemand – wir brauchen natürlich Reformen; das steht außer Frage. Aber wir brauchen auch Reformen, die nicht nur auf dem Papier schneller aussehen, sondern sie müssen auch in der Realität wirken und dort ankommen. (Beifall Freie Demokraten und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Deswegen, meine Damen und Herren: mehr Praxis im Studium, gute Bedingungen im Referendariat, bessere Möglichkeiten für Seiten- und Quereinsteiger und eine Ausbildung, die junge Menschen auf diesen anspruchsvollen Beruf vorbereitet, ohne sie bereits auf dem Weg dorthin zu verlieren. Wir Freie Demokraten werden das Verfahren konstruktiv begleiten. Wir werden die Landesregierung dort unterstützen, wo sie richtige Schritte geht. Wo nachgebessert werden muss, werden wir Vorschläge machen; denn am Ende brauchen wir vor allen Dingen eines: Wir brauchen mehr gute Lehrkräfte, die gut vorbereitet sind und gerne an unseren Schulen in Hessen arbeiten. Eines gehört zur Ehrlichkeit dieser Debatte ebenfalls dazu: Wer über den Lehrkräftemangel spricht, der sollte auch gleichzeitig nicht bei der Bildung kürzen. Im Übrigen – Sie dürfen es nicht vergessen –: Wer als Landesregierung seit Jahrzehnten die erste Landesregierung ist, die bei der Bildung kürzt, kürzt auch an der Zukunft unseres Landes, meine Damen und Herren. (Beifall Freie Demokraten und BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN – Sebastian Sommer (Hochtaunus) (CDU): Das ist nicht richtig!)

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