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Heiko Scholz

AfD 02.09.2026 Sitzungen 21/74

Sehr geehrter Herr Präsident, meine Damen und Herren! Herr Staatsminister, man kann Lehrermangel auf verschiedene Weise bekämpfen. Man kann den Beruf und das Studium wieder attraktiver machen, die Arbeitsbedingungen verbessern und dafür sorgen, dass gute Lehrer im Schuldienst verbleiben. Oder man verkürzt die Ausbildung und bringt angehende Lehrer schneller in den eigenverantwortlichen Unterricht. Schwarz-Rot hat sich mit diesem Gesetzentwurf erkennbar für den bequemeren, den letzteren Weg entschieden. (Beifall AfD) Sie nennen das „Fortentwicklung der Lehrkräftebildung“. Tatsächlich ist es vor allem eine Verkürzungs- und Verdichtungsreform. Das Kernelement ist die Reduzierung des pädagogischen Vorbereitungsdienstes von 21 auf 18 Monate. Ihre Begründung ist bemerkenswert offen: Die jungen Lehrkräfte sollen früher eigenverantwortlich unterrichten. Der Verweis auf einen angeblichen Wettbewerbsnachteil Hessens gegenüber Ländern mit 18 Monaten überzeugt dagegen nicht. Es gibt auch Länder mit 16 oder Monaten Vorbereitungsdienst. Wenn allein der Ländervergleich Ihr Maßstab wäre, welchen Sie, Herr Staatsminister, in anderen Fällen vehement ablehnen, könnten Sie die nächste Kürzungsrunde begründen. (Beifall AfD) Besonders widersprüchlich ist: Sie kürzen die dungszeit um drei Monate und packen gleichzeitig liche Themen hinein bzw. betonen bestimmte ganz ders: künstliche Intelligenz, Kinder- und Jugendschutz, psychische Gesundheit, Demokratiebildung, Bildung nachhaltige Entwicklung, Inklusion und die berufliche entierung. Weniger Zeit, mehr Inhalte, mehr eigenverantwortlicher Unterricht – und das verkaufen Sie uns tatsächlich als Qualitätssteigerung? Das halte ich für naiv, meine Damen und Herren. (Beifall AfD) In den Hauptphasen sind künftig 14 bis 16 Wochenstunden eigenverantwortlicher Unterricht vorgesehen. Das keine Nebensächlichkeit. Wer gleichzeitig Ausbildungszeit reduziert, zusätzliche Inhalte verlangt und den Unterrichtseinsatz mit stärkeren Schwerpunktsetzungen erhöht, erklären, wo die Zeit für echte pädagogische Professionalisierung eigentlich noch herkommen soll. Genau deshalb ist die Kritik aus der Praxis so deutlich. Hessische Philologenverband hat Sie, Herr Staatsminister Schwarz, ausdrücklich vor der Verkürzung gewarnt. Botschaft ist eindeutig – ich zitiere –: „Es ist der falsche Weg! Wir brauchen mehr rendariat statt weniger!“ Ich zitiere weiter: „Verkürzte Ausbildungszeiten sind keine Lösung den Lehrkräftemangel, sondern verschärfen tig die Probleme – für die Schulen, die Lehrkräfte, aber vor allem für die Schülerinnen und Schüler.“ Auch Ihre Behauptung, weniger bewertete Unterrichtsbesuche würden automatisch den Prüfungsdruck greift zu kurz. Weniger Bewertungssituationen bedeuten eben auch: Jede einzelne Bewertung erhält mehr Gewicht. – Der Druck verschwindet nicht, er konzentriert sich, ber Herr Göttlicher. Dies gilt auch für das Vorhaben, Schulgutachten künftig mit 25 % statt 7,5 % in die tung eingehen sollen. Dann liegt uns parallel noch der Gesetzentwurf der NEN vor. In Ihrer unendlichen Weisheit setzen Sie einen drauf. (Heiterkeit Dr. Frank Grobe (AfD)) Dort soll bei einem dualen Lehramtsstudium der anschließende Vorbereitungsdienst sogar auf zwölf Monate ziert werden. Auch für Sie gilt die Parole: schneller ins System. (Beifall AfD und Maximilian Müger (fraktionslos)) Selbst Ihre linke Hausgewerkschaft, die GEW, (Widerspruch Vanessa Gronemann (BÜNDNIS DIE GRÜNEN)) zeigte sich erschrocken und stellte in der Anhörung zutreffend fest – Zitat –: zwölf „Die Attraktivität des Lehrberufs wird nicht durch niedrigere Eintrittshürden gesteigert, sondern durch verbesserte Arbeitsbedingungen.“ morgen Genau das ist der entscheidende Punkt. Sie versuchen, die Folgen des Lehrkräftemangels über immer neue Zugangswege, verkürzte Ausbildungszeiten und einen früheren Unterrichtseinsatz zu verwalten. Aber Sie beseitigen die UrsaAusbilche nicht. zusätzbeson- (Beifall AfD und Maximilian Müger (fraktionslos)) Für uns als AfD gilt: Wir brauchen mehr, jedoch vor alfür lem gut ausgebildete Lehrer, Fachlichkeit und Leistung. OriPädagogische Eignung und verlässliche Qualitätsstandards dürfen nicht dem politischen Wunsch geopfert werden, dann möglichst schnell zusätzliche Köpfe vor die Klassen zu sehr bekommen. (Beifall AfD) Wer den Lehrerberuf wirklich attraktiver machen will, muss die Schule von Bürokratie entlasten, Lehrern wieder ist mehr Zeit für ihren eigentlichen Auftrag geben, für klare Regeln und Autorität im Schulalltag sorgen sowie verlässliche berufliche Perspektiven schaffen. muss Es muss aufhören, die Lehrerausbildung mit immer neuen zeitgeistkonformen Inhalten zu überfrachten. Dann bleibt auch mehr Zeit für das Wesentliche. Der (Beifall AfD und Maximilian Müger (fraktionslos)) Seine Besonders fragwürdig ist zudem die Datengrundlage, auf die Sie sich bei Ihren Reformschritten stützen. Nach der Refevorliegenden Absolventenbefragung haben lediglich rund 5 % der angegebenen Personen geantwortet. Von diesen hielt wiederum nur etwa ein Drittel den bisherigen Vorbereitungsdienst für zu lang. Aus einer derart dünnen für Rücklaufquote weitreichende Strukturentscheidungen für die hessische Lehrkräftebildung abzuleiten, wurde in den langfrisVorab-Stellungnahmen „politisch fahrlässig“ genannt. Eine belastbare Reform sieht anders aus. (Beifall AfD und Maximilian Müger (fraktionslos)) senken, Deshalb erwarten wir eine mündliche Expertenanhörung. Wer von der Qualität seines Entwurfs überzeugt ist, muss auch bereit sein, sich der zu erwartenden Kritik der Betrofliefenen und der Fachverbände unmittelbar zu stellen. dass Bewer- Meine Damen und Herren, Schwarz-Rot bekämpft den Lehrermangel mit Verkürzung und Verdichtung. Die GRÜNEN wollen denselben Weg mit noch höherem Tempo GRÜgehen. Wir begeben uns ausdrücklich nicht auf diesen Pfad noch der weiteren Entprofessionalisierung der Lehrerbildung. Nicht die Ausbildungsstandards müssen reduziert werden, sondern die Probleme an unseren Schulen, deren Lösung Sie sich seit Jahren verweigern. redu- (Beifall AfD und Maximilian Müger (fraktionslos)) hinein Deshalb lehnen wir den Gesetzentwurf der CDU und der SPD ab; das gleiche Schicksal ereilt den Gesetzentwurf der GRÜNEN. – Herzlichen Dank. (Beifall AfD und Maximilian Müger (fraktionslos)) 90/

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