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Frank Lortz

02.09.2026 Sitzungen 21/74

Vielen Dank. Da alle erklärt haben, dass sie sich auf die Beratung Ausschuss freuen, überweisen wir den Gesetzentwurf Vorbereitung der zweiten Lesung sehr gerne an den digen Fachausschuss. Jetzt kommen wir zu Tagesordnungspunkt 9: Fraktion Erste Lesung Gesetzentwurf Fraktion der CDU, Fraktion der SPD Gesetz zur Fortentwicklung der hessischen Lehrkräftebildung – Drucks. 21/5070 – ist gemeinsam mit Tagesordnungspunkt 16: eben Zweite Lesung das Gesetzentwurf Be- Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Gesetz zur Gewinnung zusätzlicher Lehrkräfte Das – Drucks. 21/5015 zu Drucks. 21/4261 – Der Gesetzentwurf wird eingebracht – – Ge- (Daniel May (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) erhebt Studisich von seinem Platz.) auszuworden – Erst die Berichterstattung? (Daniel May (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Sie hinaus sind der Präsident!) – Macht es, wie ihr wollt. Also auf, mach erst die Berichterstattung. dazu bisDaniel May, Berichterstatter: da Sehr geehrter Herr Präsident, wir machen natürlich alles hat so, wie Sie wollen. dann (Vereinzelte Heiterkeit) sein. Die Berichterstattung lautet: Der Kultuspolitische Ausschuss empfiehlt dem Plenum, den Gesetzentwurf in die zweiter Lesung abzulehnen. CDU, AfD und SPD gegen NeuBÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Freie Demokraten. Recht erVizepräsident Frank Lortz: wir – Vielen Dank, Herr Berichterstatter. – Wenn ihr immer alles so machen würdet, wie ich es will, dann wären wir manchmal früher fertig. dieser Voll- (Heiterkeit) es an Jetzt kommt der Kollege Göttlicher. Bitte sehr. auszuHans Christian Göttlicher (CDU): Sehr geehrter Herr Präsident, geschätzte Kolleginnen und dieKollegen! Wie viele Bundesländer haben wir in Deutschauf land? – Genau, 16. Elf davon haben eine Dauer des Vorbewürreitungsdienstes von 18 Monaten, zwei Bundesländer sogar Vielen weniger. Wenn wir jetzt hier in Hessen auf 18 Monate gehen, dann machen wir genau das, was dann 14 von 16 Bundesländern machen. Wo also ist das Problem? Sie wollen doch nicht im Ernst sagen, dass die überwiegende Anzahl der Bundesländer falsch liegt und keine qualifizierten Lehrkräfte ausbildet. (Felix Martin (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Wie bei den Kitas!) im zur Fazit: In 18 Monaten ist eine qualitativ hochwertige Lehrzustän- kräftebildung möglich. Genau das ist unser Ziel, und genau das werden wir mit diesem Gesetz erreichen. (Beifall CDU und SPD – Zuruf) Das wird die angehenden Lehrerinnen und Lehrer freuen. Sie erhalten dadurch einen schnelleren Zugang zu eigenverantwortlicher Lehrtätigkeit und damit einen entsprechenden Verdienst. Also wird diese Maßnahme die Attraktivität des Lehrerberufes in Hessen steigern. Punkt. Zum Zweiten. Derzeit haben wir ein Übermaß an bewerteten Unterrichtsbesuchen, ein Übermaß: zwölf bis 14 an der Zahl. Die Vorbereitung dieser Unterrichtsbesuche stellt eine große Belastung für die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst dar, nicht nur zeitlich. Die Lösung ist eine deutliche Verminderung der Anzahl der Unterrichtsbesuche auf acht bewertete und zusätzlich die Option zweier unbewerteter Unterrichtsbesuche auf Wunsch der Lehrkraft im Vorbereitungsdienst. – Ich sehe auch hier im Plenum überwiegend Zustimmung; das ist gut. (Vereinzelter Beifall CDU und SPD) Weiter im Programm. (Vereinzelte Heiterkeit CDU und SPD) Frage: Wie wichtig ist die Praxis in der Ausbildung? Klare Sache: sehr wichtig. Deshalb geben wir der Schule als Ausbildungsort auch einen höheren Stellenwert mit einer stärkeren Fokussierung auf die Praxisorientierung der Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst, konkret mit 14 bis 16 Stunden eigenverantwortlichem Unterricht. Sie merken, wir stärken die Eigenverantwortung und die Möglichkeit, praktische Erfahrungen zu sammeln. Gleichzeitig lassen wir die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst an dieser Stelle nicht allein – ganz im Gegenteil. Wir stärken die individuelle Entwicklung und Begleitung durch individuelle Beratung und Reflexion inklusive verbindlich verankerter Entwicklungsgespräche. Zudem ermöglicht die Umstellung von der modularen hin zu einer durchgehenden Struktur der Ausbildung in Bändern einen persönlichen Professionalisierungsweg, da über den gesamten Vorbereitungszeitraum zu den verbindlichen Inhalten Wahlpflichtmöglichkeiten bestehen. Die Lehrkräfteausbildung wird dadurch nicht nur individueller, wir erwarten auch eine Steigerung der Ausbildungsqualität. (Beifall CDU und SPD) Mit der zunehmenden Praxisorientierung erhält auch der Ausbildungsort Schule einen höheren Stellenwert. Was sagt Ihnen in diesem Zusammenhang die Zahl 7,5 %? Genau, im Augenblick fließt das entwicklungsbezogene Schulgutachten nur mit 7,5 % in die Note der zweiten Staatsprüfung ein. In dem Schulgutachten werden die persönliche Haltung, die Reflexionsfähigkeit, die Teamfähigkeit und die Motivation der angehenden Lehrkraft eingeschätzt. Mit Blick auf die Bewährung der Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst im schulischen Alltag sollte das Schulgutachten daher aufgewertet werden. Das machen wir: Wir erhöhen den Anteil des Schulgutachtens an der zweiten Staatsprüfung von 7,5 % auf 25 %. (Beifall CDU und SPD) Nun wissen Sie, was wir vorhaben: eine Anpassung des Vorbereitungsdienstes der Lehrkräfte auf 18 Monate – das ist das, was die meisten Bundesländer mit guten Ergebnissen machen und den Lehrkräften einen schnelleren Zugang zu eigenverantwortlicher Lehrtätigkeit ermöglicht –, das Übermaß an bewerteten Unterrichtsbesuchen auf ein praktikables Maß reduzieren und der Praxisorientierung in der Ausbildung einen höheren Stellenwert einräumen; denn Lernen und Lehren sind nicht nur Theorie, sondern vor allem Praxis. (Beifall CDU und SPD) Zum Gesetzentwurf der GRÜNEN möchte ich in zweiter Lesung nur Folgendes wiederholen. In Summe ist festzustellen, dass die zentralen, im Gesetzentwurf geltend gemachten Anliegen nicht zielführend sind oder diesen bereits durch Maßnahmen der Landesregierung Rechnung getragen wird. Zudem wurden unsere Bedenken hinsichtlich der Qualität der Lehrkräftebildung durch die Stellungnahmen der schriftlichen Anhörung bestätigt. So warnt beispielsweise die GEW, den Vorbereitungsdienst in vorgeschlagener Form an die Schulen zu verlagern. Ebenfalls nach Einschätzung der GEW würden zudem „mehrere der vorgesehenen Änderungen … [zur] Dequalifizierung des Lehrkräfteberufs“ führen. – Dem ist nichts hinzuzufügen. (Vereinzelter Beifall CDU und SPD) Wie es besser geht, haben wir in unserem heutigen Gesetz zur Fortentwicklung der hessischen Lehrkräftebildung gezeigt. Es ist völlig in Ordnung, wenn Sie hier als Opposition bei einem Gesetz hinterfragen, ob alles in die richtige Richtung geht. Es ist auch völlig in Ordnung, wenn Sie mit diesem Gesetz noch nicht happy wirken. Aber weil Sie sehen, dass das alles Sinn macht, bitte ich Sie, die Tatsachen zur Kenntnis zu nehmen: Das Gesetz ist gut, das Gesetz ist ausgewogen, das Gesetz verbessert die Lehrerausbildung in Hessen. Sie wird individueller, praxisorientierter und effizienter. Darauf können wir stolz sein. – Vielen Dank. (Beifall CDU und SPD)

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