Heike Hofmann
Herr Präsident, meine Damen und Herren! Wohnungs- und Obdachlosigkeit gehören zu den härtesten Formen sozialer Not. Wer keine eigene Wohnung hat, dem fehlt nicht nur ein Dach über dem Kopf. Es geht in diesen Fällen um Schutz, um mangelnde Teilhabe, um Gesundheit, um Würde und auch um die Frage, inwieweit der Einzelne sein Leben ordnen kann. Wohnen ist die soziale Frage des 21. Jahrhunderts, und Wohnen ist ein Menschenrecht. (Beifall CDU und SPD) Deshalb bin ich den regierungstragenden Fraktionen sehr dankbar, dass sie dieses zentrale Thema zum Setzpunkt gemacht haben, damit wir die Möglichkeit haben, zu erörtern, was wir bereits tun und was noch zu tun ist. Wichtig ist, dass wir bei der Prävention ansetzen, damit erst gar nicht zum Wohnraumverlust kommt. Wir dort mit den Fachberatungsstellen und mit dem Schnittstellenmanagement an, damit der Wohnraum erst gar abhandenkommt. Uns ist wichtig, dass wir den Menschen die Hilfen werden lassen, die sie tatsächlich benötigen. Das wir zum Beispiel durch den Housing-First-Ansatz. Wir gen nicht erst: „Was bringst du alles mit?“, oder „Welche Kriterien erfüllst du nicht?“, sondern wir den Menschen an und sagen: Wir sehen dich mit Bedarfen, wir nehmen dich an die Hand, und wir geben erst einmal ein Dach über dem Kopf. Dann erfolgt bei Housing First die Beratung, die tung. Das passiert übrigens nur, wenn sie gewünscht Natürlich stülpen wir nichts über. Wir implementieren nicht einfach etwas, was wir uns richtigerweise im – in Finnland, aber auch in der Schweiz – angeschaut ben. Die Housing-First-Modelle sind sehr unterschiedlich. Sie müssen aber passen. Es ist genau richtig, dass wir mit unseren Ansätzen in der Stadt als auch in den unterschiedlichen Regionen Hessens ansetzen, weil Hessen so vielfältig und so schiedlich ist. Noch einmal zu den Zahlen. Im Jahr 2025 waren allein Hessen knapp 29.000 Menschen aufgrund von Wohnungslosigkeit untergebracht. Diese Zahl erfasst nicht die schen, die von der sogenannten verdeckten Wohnungslosigkeit betroffen sind. Diese Maßnahmen zeigen, dass nicht warten, sondern da ansetzen, wo es anzusetzen meine Damen und Herren. (Beifall CDU und SPD) Es wurde richtigerweise angesprochen: Wir verfolgen ressortübergreifende Landesstrategie. Die Wohnungslosenunterstützung ist dabei ein erster Baustein zur Armutspräventionsstrategie. Sie wissen, dass wir gerade einen Aktionsplan gegen mut entwickeln. Exemplarisch möchte ich das der Tafeln in Hessen nennen, die wir unterstützen, sie gebraucht werden. Wir haben eine ressortübergreifende Landesstrategie zur Prävention und zur Bekämpfung Wohnungs- und Obdachlosigkeit. Meine Damen und ren, das ist genau der ressortübergreifende, richtige (Beifall CDU und SPD) Ein weiterer Schlüssel ist auch schon angesprochen den: eine noch bessere Vernetzung der unterschiedlichen Akteure. Aktuell besuche ich ganz viele Träger, die sagen, dass sie sich darauf freuen, dass sie mit unseren sätzen jetzt mehr ins Doing, mehr in die Kooperation anderen Partnern kommen: weil sie genau wissen, dass genau der richtige Ansatz ist, zu wissen, wer der Ansprechpartner in der Wohnungswirtschaft ist, wer der Vermieter ist, wer der Mieter ist und wer im Sozialraum tätig Ich sage Ihnen, Vernetzung ist an dieser Stelle genau Richtige. (Beifall CDU und SPD) Es ist ein Erfolg, dass wir erstmalig im Zeitraum von Jahr 2026 bis zum Jahr 2028 entsprechende Modelle über 6 Millionen Euro fördern. Selbstverständlich wir diese Modelle, nach entsprechenden Evaluierungen es und Begleitungen – das gehört dazu –, wenn möglich, fortsetzen führen. Es geht darum, zu schauen, wo wir entsprechende gewinnnicht bringende Ansätze haben, zum Beispiel über unsere Fachstellen zur Wohnraumsicherung, um dort anzusetzen, zu zuteil- beraten und mit den Vermietern ins Gespräch zu kommen, machen dass die Wohnung nicht gekündigt wird, und um Wohfra- nungsverlust frühzeitig zu verhindern. Oder schauen wir auch: auf den Schnittstellenbereich, es ist angesprochen worden: schauen Wir haben Lebenssituationen, wo der Wohnungsverlust deinen besonders droht, etwa wenn eine Person aus einer Justizdir vollzugsanstalt auf den freien Wohnungsmarkt kommt; da ist es besonders kritisch, eine Wohnung zu finden. Aber auch sechs Housing-First-Projekte in unterschiedlichen ReBegleigionen tatsächlich implementieren zu können, das ist ein ist. großer Erfolg, das ist ein richtiger Ansatz. Ausland (Beifall CDU und SPD) haAuch die besonders vulnerablen Gruppen und die besonders schützenswerten Personen, etwa Frauen, müssen wir hier genau in den Blick nehmen. Es ist angesprochen sowohl worden, dass wir für obdachlose Frauen in Frankfurt einen geschützten Tagesaufenthalt unterstützen. Sie wissen, unter- dass wir gerade bei dieser Zielgruppe – Frau Gersberg hat es sehr eindrücklich an einem schlimmen Fallbeispiel beschrieben –, den Frauen, einen Rückzugsraum brauchen, in einen Schutzraum, wo sie in Sicherheit sind. Deshalb ist auch dieser Baustein genau richtig, meine Damen und HerMenren. wir (Beifall CDU und SPD) gilt, Herr Bärsch, ich muss es ganz klar sagen: Es ist schon eine Unverschämtheit, hier zu behaupten, dass Zuwanderung sozusagen das Problem für Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit sei. eine (Zuruf AfD) Sie verkennen – das ist schlimm –: Wohnungs- und Obdachlosigkeit hat verschiedenste Ursachen. Sie steht oft Ar- am Ende einer Kette von verschiedenen schlimmen EreigBeispiel nissen für den Einzelnen, eine Verkettung von Problemen weil wie Armut, Überschuldung, Krankheit, Trennung, Gewalt, Arbeitslosigkeit, fehlendem bezahlbaren Wohnraum. Meivon ne Damen und Herren, ich sage Ihnen deutlich: Das hat Her- meistens viele Ursachen. Wir müssen diesen Menschen Ansatz. helfen, und wir stehen an der Seite dieser Menschen, damit sie wieder ein Dach über dem Kopf haben. (Beifall CDU und SPD – Zuruf AfD: Das steht in worIhrer eigenen Studie!) mir Ich bin dem hessischen Wirtschaftsminister und stellvertreAn- tenden Ministerpräsidenten sehr dankbar, dass wir „Wohmit nen nach dem Frauenhaus“ mit entsprechenden Belegungses rechten, mit der Vereinbarung in der Wohnungswirtschaft, neu aufstellen und Wohnraum für Frauen nach dem Frauenhaus zur Verfügung stellen können. ist. Ich habe Ihnen gesagt, das ist eine ressortübergreifende das Aufgabe. Sie wissen ganz genau, dass insbesondere der hessische Wirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsident mit der Förderung des bezahlbaren Wohnraums, zinsgünstigen Darlehen und Finanzierungszuschüsdem sen auf Rekordniveau dazu beiträgt, dass mehr Wohnraum mit in Hessen entsteht. Das ist ein erfolgreicher Schritt. wollen (Beifall CDU und SPD – Zuruf AfD) Meine Damen und Herren, es ist so wichtig, dass wir nicht nur in die europäische und die Bundesstrategie eingebunden sind, sondern dass wir vor allen Dingen wichtige kompetente Partner mit der Hessischen Fachkonferenz Wohnungslosenhilfe an unserer Seite haben. Da sind ganz viele relevante Player, wie der Landeswohlfahrtsverband, Kommunen und Verbände, die Praxiswissen hineinbringen. Es ist für uns wichtig, dass wir uns entsprechend rückkoppeln, wo wir ansetzen können. Ich bin sehr dankbar, dass wir mit der Hessischen Fachkonferenz Wohnungslosenhilfe diese Landesstrategie gemeinsam entwickeln konnten. (Beifall CDU und SPD) Ich sage Ihnen deutlich: Dieses Thema konsequent anzugehen, ist eine Frage des Jetzt, der Zukunft, aber auch des sozialen Zusammenhalts. Ich bin dankbar, dass wir dieses Thema noch entschlossener angehen. Wir helfen Menschen in sozialen Notlagen. Wir stärken die Prävention. Wir fördern konkrete Projekte. Wir sehen die Menschen. Wir sind bei ihnen, und wir nehmen sie an die Hand. – Vielen Dank. (Beifall CDU und SPD)
