Kerstin Geis
Sehr geehrte Frau Präsidentin, werte Kolleginnen und Kollegen! Es ist schwierig, nach solchen Beiträgen noch einin mal zur Sache zurückzukommen. Aber der eine oder andere Beitrag macht es nach meinem Dafürhalten nötig. verKon- (Dr. Stefan Naas (Freie Demokraten): Drei Sätze!) Streit – Vielleicht auch vier, Herr Naas. – Unser Antrag bekonnte schreibt nämlich einen Politikansatz, der für die verschiesich denen Felder der Umwelt- und Landwirtschaftspolitik gleiIch chermaßen zentral ist. Wir wollen Entscheidungen stärker unsean der Praxis ausrichten. Genau das passiert. Wir wollen diesem dabei – das hat Frau Arnoldt beschrieben – kooperativ vormehr gehen. Wir wollen partnerschaftlich mit den verschiedenen Akteuren zusammenarbeiten: von den Kommunen bis zu Mei- den Verbänden. Das ist die Leitlinie. (Beifall SPD und vereinzelt CDU) streiten und Der Antrag geht von einem einfachen, aber wichtigen Gesehen. danken aus. Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Regionalentwicklung lassen sich nicht sinnvoll getrennt voneinander betrachten. Sie hängen ganz praktisch zusammen, sind aufeinander bezogen und werden vor Ort in den Städten und Gemeinden konkret. Deshalb setzen wir auf Kooperation, weil Umwelt- und Landwirtschaftspolitik immer auch eine Chance für die Entwicklung des ländlichen Raums bedeutet. Es wäre daher falsch, Umwelt und Landwirtschaft als Gegensatzpaar darzustellen. Richtig verstanden kann beides zusammen ein Motor für Regionalentwicklung sein, der regionale Wertschöpfung stärkt, Arbeit und Ausbildung vor Ort hält, lokale Initiativen unterstützt und die Attraktivität des ländlichen Raums steigert. Das ist dann auch ein ganz praktischer Beitrag zur Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Stadt und Land. Genau diese Zusammenhänge haben wir mit unserer Umwelt- und Landwirtschaftspolitik im Blick. (Beifall SPD und vereinzelt CDU) Meine Damen und Herren, unser kooperativer Ansatz gilt ebenso beim Waldumbau. Die Schäden in den hessischen Wäldern sind erheblich. Klimastabile Wälder entstehen aber nicht durch Ideen und Konzepte alleine, sondern durch gute und richtige fachliche Entscheidungen vor Ort. Dafür brauchen Försterinnen und Förster Vertrauen und Handlungsspielräume. Sie kennen ihre Bestände, Risiken und die Entwicklungsmöglichkeiten vor Ort am besten. Deshalb wollen wir diese Handlungsspielräume auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse auch vergrößern. Unsere Perspektive dabei ist klar. Es geht um gute Arbeitsund Ausbildungsplätze, um Entwicklungsmöglichkeiten in unseren Regionen. Landwirtschaft und Lebensmittelhandwerk sind dabei nicht irgendwelche Wirtschaftsbetriebe, sondern sie sind oft als Direktvermarkter, als Betriebe mit dezidiert regionalem oder ökologischem Anspruch besonders in den Gemeinden verankert, in denen sie tätig sind. Sie sind wesentlicher Partner bei unseren Bemühungen um nachhaltigen Klima- und Umweltschutz. (Beifall SPD und vereinzelt CDU) Damit verbindet sich unmittelbar der Gedanke regionaler Wertschöpfung. Das ist das aktuellste Projekt dieser Landesregierung. Wenn Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung stärker in Hessen stattfinden, bleiben mehr Arbeitsplätze, mehr Einkommen und am Ende auch mehr junge Menschen in unserer Region. In diesem Sinne kann Umweltpolitik mehr, als es auf den ersten Blick vermuten lässt. Sie kann wesentlicher Teil der Bemühungen sein, Betriebe zu stärken und ihre Regionalität zu einem Markenkern zu machen, Kommunen partnerschaftlich einzubeziehen sowie den gesellschaftlichen Zusammenhalt und den Schutz ihrer natürlichen Lebensgrundlagen zu sichern. Über diese Stärken von Regionalität haben wir nicht zuletzt ausführlich zu meinem Lieblingsprogramm „Hessen schmecken“ gesprochen. Beides sind gute Stichwörter. Denn, bevor ich schließe, ist es auch mir wichtig, Kollegin Arnoldt – auch im Namen unseres Arbeitskreises und meiner Fraktion – herzlich Danke für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zu sagen. (Beifall SPD, CDU, vereinzelt BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Freie Demokraten) Frau Arnoldt, ich habe Sie immer als leidenschaftliche Landwirtschafts- und Umweltpolitikerin erlebt, mit großem Engagement für Ihre heimatliche Region. Da das so ist, wollen meine Arbeitskreiskollegen und ich an genau diese Leidenschaft anknüpfen. Wir wollen Sie zum Abschied ein Stück Hessen schmecken lassen, nämlich Südhessen. Dazu haben meine Kollegen und ich sozusagen ein „rotes Band“ geknüpft, das ein paar kleine regionale Spezialitäten – von Süden nach Norden – enthält, die der Kollege Holschuh aus dem Odenwald, ich aus dem Kreis Groß-Gerau und der Kollege Ziegler aus dem Vogelsberg mitgebracht haben. – Das wäre der Einsatz des Kollegen Ziegler. (Heiterkeit und Beifall SPD, CDU, BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN und Freie Demokraten – Maximilian Ziegler (Vogelsberg) (SPD) überreicht einen Präsentkorb. – Lena Arnoldt (CDU): Vielen Dank!) Auch wir bedanken uns für die gute und konstruktive Zusammenarbeit. Wir wünschen für das, was Ihnen Ihre Zukunft mit Ihrer Familie bieten möge, alles Gute und viel frischen Wind für das, was kommen mag. Lassen Sie es sich schmecken, und bleiben Sie, wie Sie sind. – Vielen Dank. (Beifall SPD, CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Freie Demokraten)
