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Lena Arnoldt

CDU 11.06.2026 Sitzungen 21/72

Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine sehr geehrten und Herren! Vor wenigen Wochen stand ich in Wahlkreis mit einem Landwirt am Feldrand. Wir lange geredet. Er hat mir nichts von Förderzielen und ordnungen erzählt, sondern von seiner Arbeit und von Wunsch, dass ihm jemand zuhört, der die Praxis statt vom Schreibtisch aus über seinen Hof zu entscheiden. Dieser Satz ist mir geblieben, denn er beschreibt das, wofür unsere Politik steht: Dialog und Pragmatismus. Zur Halbzeit dieser Wahlperiode ziehen wir Bilanz, diese Bilanz ist gut. Wir setzen auf Vertrauen statt trauen, auf das Gespräch mit den Menschen statt auf gaben über ihre Köpfe hinweg. Unsere Bäuerinnen Bauern, unsere Försterinnen und Förster, unsere Jägerinnen und Jäger sind keine Bittsteller. Sie sind Partner für Lebensmittel, für eine gepflegte Kulturlandschaft, für Schutz von Umwelt und Heimat. Wer unsere Lebensmittel erzeugt, unsere Wälder pflegt und unser Wild hegt, verdient Respekt und vor allem verlässliche Rahmenbedingungen. (Beifall CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Freie Demokraten) Lassen Sie mich das kurz an drei Punkten festmachen: Erstens. Die Unterstützung unserer Betriebe. Im vergangenen Jahr sind weit über 300 Millionen Euro an die schen Höfe geflossen, aus europäischen, aus Bundesaus Landesmitteln. Mit dem Programm HALM 2 Jahr für Jahr rund 55 Millionen Euro für eine besonders umweltschonende Bewirtschaftung bereit. Mit den sischen Ackerkulturen“ haben wir ein neues praxistaugliches Angebot geschaffen, das genau das leistet, was Förderung leisten soll. Sie hilft, ohne zu gängeln. wollen damit, dass unsere Familienbetriebe ein verlässliches Einkommen erwirtschaften und zugleich Tierwohl und Nachhaltigkeit wirtschaftlich tragen können. gehört zusammen. Auf europäischer Ebene streiten wir eine praxistaugliche, gut ausgestattete und unbürokratische Agrarpolitik nach 2027; denn unsere Betriebe brauchen allem eines: Planungssicherheit. (Beifall CDU, SPD und vereinzelt Freie Demokraten) Zweitens. Unser Wald. Dürre und Schädlinge haben schwer zugesetzt. Unser Ziel ist klar. Wir erhalten hessischen Wald für die nächsten Generationen. Dafür trauen wir denen, die ihn kennen. Wir geben unseren terinnen und Förstern die Handlungsspielräume, um wissenschaftlicher Grundlage zu entscheiden. Wir mit flexiblen Angeboten den Waldumbau an, im wald ebenso wie im Kommunal- und Privatwald. wächst der klimastabile Wald der Zukunft. Drittens. Jagd und Weidetierhaltung. Jahrelang war Schalenwildrichtlinie ein Zankapfel. Heute ist sie arbeitet im Einvernehmen zwischen Jagdverbänden Waldeigentümern. Das ist gelebter Dialog. (Beifall CDU und SPD) Beim Wolf machen wir Druck. Auf Bundesebene wir für ein aktives Bestandsmanagement ein. Ohne Regeln für den Wolf hat die Weidetierhaltung in keine Zukunft. Für diese Politik danke ich unserem Landwirtschaftsminister Ingmar Jung ausdrücklich. Er steht für einen Kurs, auf Damen dem er zuhört, anpackt und die Lösungen aus der Praxis meinem sehr ernst nimmt. Das ist gute Politik für den ländlichen haben Raum. Verdem (Beifall CDU, SPD und vereinzelt Freie Demokrakennt, ten) Meine Damen und Herren, der Landwirt am Feldrand wollgenau te keine Belehrung, er wollte einen verlässlichen Partner. Genau das sind wir. „Frischer Wind über Feld, Flur und und Forst“, das ist kein Slogan, das ist nicht nur eine ÜberMissschrift, das ist unsere Arbeit. Deswegen bitte ich Sie um Vor- Zustimmung zu diesem Antrag. und Nach diesem Beitrag zu meinem persönlichen Lieblingssichere thema möchte ich, Frau Präsidentin, gern noch etwas Persönliches zum Abschied sagen. den Liebe Kolleginnen und Kollegen, heute ist für mich ein beder sonderer Moment. Einer, von dem ich lange wusste, dass er kommen wird, und der sich doch jetzt ganz anders anfühlt, als ich es mir je vorgestellt habe. Nach über zwölf Jahren im Hessischen Landtag endet bald meine Zeit als Abgeordnete. Zwölf Jahre voller Debatten, Entscheidungen, Verantwortung und vor allem zwölf Jahre voller Begegnungen mit Menschen, die mir ans Herz gewachsen sind. Ich gehe mit zwei Herzen in meiner Brust. hessiDas eine ist erfüllt von Dankbarkeit und auch ein bissund chen Wehmut. Dankbarkeit für das Vertrauen, das mir entstehen gegengebracht wurde, für die Möglichkeit, Politik aktiv mitzugestalten, für die vielen Gespräche, die manchmal „Heslaut, manchmal leise, aber immer wichtig waren. Wehmut und große Dankbarkeit für ein Team, für eine Mannschaft gute hier in Wiesbaden und im Wahlkreis, angefangen vom MiWir nisterpräsidenten, meiner Fraktionsvorsitzenden, meinem parlamentarischen Geschäftsführer, jedem einzelnen Kollegen bis hin zu den Mitarbeiterinnen in unseren Büros. Ein Beides Team, das für mich weit mehr war als Kollegenkreis, sonfür dern oft wie eine zweite Familie. vor Das andere Herz ist voller Vorfreude auf das, was jetzt kommt; denn ich treffe eine Entscheidung, die nicht politisch ist, sondern ganz persönlich. Wir haben eine wunderbare Tochter, sie ist nun schon sechs Jahre. Sechs Jahre, in denen sie immer wieder auf mich verzichten musste. Sechs Jahre, in denen Termine oft wichtiger waren als ihm gemeinsames Abendbrot. Sechs Jahre, in denen ich vieles den geben konnte, aber eben nicht immer dort sein konnte, wo vermein Herz eigentlich war und wo es jetzt immer mehr sein Försmöchte. Sie steht am Beginn ihrer Schulzeit, einer Phase, auf die ich bewusst mit ihr gestalten möchte. reizen StaatsZwölf Jahre lang habe ich mein Mandat mit voller ÜberDaraus zeugung ausgeübt, und ich habe diese Arbeit geliebt. Jetzt setze ich für mich persönlich neue Prioritäten. Das ist keine Entscheidung gegen die Politik, sondern eine Entdie scheidung für einen neuen Lebensabschnitt, der seine ganz übereigene Aufmerksamkeit verlangt. und Politik verlangt viel, und ich habe diese Aufgabe immer mit voller Überzeugung erfüllt. Aber es gibt Momente im Leben, in denen man neu abwägen muss, und für mich ist treten dieser Moment jetzt. Ich möchte Zeit zurückgeben, Zeit, klare die man nicht nachholen kann, aber die man umso bewussHessen ter gestalten kann. Dieser Schritt fällt mir nicht leicht; denn dieser Ort, dieses Haus, diese Arbeit, sie haben mich geprägt, und viele von Ihnen haben mich auf diesem Weg begleitet. Dafür möchte ich Danke sagen, für das faire Ringen um die besten Lösungen, für die gemeinsamen Projekte, für die Unterstützung und auch für die kritischen Diskussionen, die uns alle weitergebracht haben. Ja, auch für wahre Freundschaften, die hier jenseits des Plenarsaals entstanden sind, über die Fraktionen hinweg. Ein besonderer Dank gilt als Sprecherin meinem Arbeitskreis Landwirtschaft und Umwelt, da schließe ich selbstverständlich das Ministerium, die beiden Staatssekretäre, lieber Michael, lieber Daniel, und natürlich den Staatsminister, lieber Ingmar, sehr ausdrücklich ein. Ihr wart für mich mehr als politische Weggefährten. Ihr wart Rückhalt, ihr wart Ideengeber, ihr wart manchmal auch Gewissen. Oft genug auch der Ort, an dem man kurz durchatmen konnte. Aber allem voran wart und seid ihr immer meine Freunde. Mein größter Dank gilt meiner Familie. Dafür, dass sie mich getragen hat, dafür, dass sie Verständnis hatte, auch dann, wenn es schwer war, dafür, dass sie Vertrauen hatte in mich und in meine Arbeit, die meine Familie sicherlich sehr stolz gemacht hat. Aber ich weiß auch, wie groß die Entbehrungen und Einschnitte für meine Familie waren. Dafür mein aufrichtiger ewiger Dank. Ich gehe nicht, weil ich der Politik den Rücken kehre. Ich gehe, weil ich mich einem anderen, mindestens genauso wichtigen Auftrag widme. Und ich gehe mit Zuversicht, weil ich weiß, dass hier gute Politik weitergemacht wird, weil ich weiß, dass Engagement und Verantwortung hier und in meinem Wahlkreis mit meinem Nachfolger Dr. Martin Schörner in guten Händen liegen. Zum Abschied möchte ich es mit einem Gedanken sagen, den mir ein Kollege gestern erst mitgegeben hat: Du wirst deinem Herzen niemals entkommen können, also hör besser auf das, was es sagt. Ich danke Ihnen und euch von Herzen, wünsche viel Kraft und Gesundheit, das ist nämlich das Wichtigste. Und ich wünsche mir, wenn ich das darf, dass Sie immer menschlich bleiben, dass Sie immer auch den Menschen und seine Gefühle respektieren, bei allen harten Debatten, die hier im Haus geführt werden. Das sollten wir nie aus den Augen verlieren. Danke für wundervolle zwölfeinhalb Jahre, die ich niemals vergessen und auch ein bisschen vermissen werde. (Lang anhaltender allgemeiner Beifall – Die Abgeordneten und die Mitglieder der Landesregierung erheben sich zum Beifall von ihren Plätzen.)

Protokoll ↗