Dr. Daniela Sommer
Vielen Dank, Frau Staatsministerin. – Für eine zweite Runde hat sich zunächst der Abgeordnete Rock von den Freien ge- Demokraten zu Wort gemeldet. Bitte sehr. bereits (Dr. Stefan Naas (Freie Demokraten): Sehr gut! Stell erdas mal klar! – Mathias Wagner (Taunus) (BÜNDSprachNIS 90/DIE GRÜNEN): Das war wirklich RealsatiExpertire! – Gegenruf Dr. Stefan Naas (Freie Demokraten): SpraAber wirklich!) zur Bildung René Rock (Freie Demokraten): Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren! Frau 90/DIE Ministerin Hofmann, was Sie gerade zur Sprachförderung gesagt haben, macht mich sprachlos. das (Beifall Freie Demokraten, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt AfD) Ich bin wirklich fast intellektuell hilflos, wenn man mir hier erklärt, dass die Schaffung einer Stabsstelle zur Fortbildung 500 Stellen in der Fläche ersetzen soll, die zehn Jahre lang Kompetenzen aufgebaut haben, die zehn Jahre baulang in einer Einrichtung Tausenden von Kindern geholfen Infrahaben. Die werden jetzt nicht mehr finanziell unterstützt hätte und können wahrscheinlich ihrer Aufgabe nicht mehr fläDr. chendeckend nachkommen. weiDann erklären Sie uns hier, dass der Bund etwas vorhat, dass es dann vom Bund Geld gibt und dass Sie vielleicht Ich im Sommer ein Gesetz machen. Zwischen der Finanzienoch rung und dem Gesetz, das Sie dann wahrscheinlich umsetzen, liegen mindestens zwölf Monate. wis- (Dr. Stefan Naas (Freie Demokraten): Zwei Jahre!) In diesen zwölf Monaten werden alle Förderstrukturen in Hessen, die über zehn Jahre lang gewachsen sind, die über auf zehn Jahre lang junge Menschen gefördert haben, zerstört sein. an – (Zuruf Dr. Josefine Koebe (SPD)) begehen Sie müssen sie dann wieder von ganz unten aufbauen. Mit wem übrigens? Die müssen Sie dann auch noch fortbilden. Die Erzieherinnen und Erzieher, die das einmal gemacht haben, sind vielleicht längst in anderen Positionen und stehen für diese wichtige Tätigkeit gar nicht mehr zur Verfügung. (Dr. Josefine Koebe (SPD): So ein Quatsch!) Was Sie jetzt tun, ist ein Kahlschlag an den Bildungschancen junger Menschen in unserem Land. (Beifall Freie Demokraten, BÜNDNIS 90/DIE 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt AfD) Man verzweifelt hier vorne fast, wenn man merkt, man Struktu- redet hier seit 15 Jahren. Sie sind auch sehr lange Abgeordnete gewesen, haben all die Reden doch auch gehört (Dr. Stefan Naas (Freie Demokraten): Selbst gehalten!) und wissen auch, wie wichtig das alles ist. Sie haben sogar ganz oft mit uns hier abgestimmt. Wie können Sie sich denn so an den Kindern in Hessen vergehen? Das ist für mich völlig unverständlich. (Lisa Gnadl (SPD): Das ist unterirdisch! Das kann doch nicht Ihr Ernst sein! – Ines Claus (CDU): Das ist unwürdig! – Zuruf: Das ist kein Niveau, Herr Rock! – Weitere Zurufe) Sie müssen doch die Chancen der Kinder in den Fokus stellen. Was Sie jetzt tun, ist das genaue Gegenteil von Zukunftschancen. (Lisa Gnadl (SPD): Ich vergehe mich an keinem Kind! – Ines Claus (CDU): Das ist unwürdig!) Sie verbauen die Zukunftschancen der Kinder in unserem Land. (Beifall Freie Demokraten, vereinzelt AfD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Lisa Gnadl (SPD): Das ist wirklich ekelhaft! Überprüfen Sie einmal Ihre Wortwahl und Ihre Sprache!) – Haben Sie gerade „ekelhaft“ gesagt? (Lisa Gnadl (SPD): Ich habe gesagt, Sie sollen einmal Ihre Sprache überprüfen!) – Ich streiche keine 500 Stellen. Das sind Sie, die das tun. (Dr. Stefan Naas (Freie Demokraten): Richtig!) Sie spielen mit den Lebenschancen von Tausenden von Kindern. Sie haben die politische Verantwortung, nicht ich. (Beifall Freie Demokraten, vereinzelt AfD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Ich kann Ihnen nur sagen: Wenn Sie diesen Weg weitergehen, wenn es bei der schwierigen Haushaltslage, was ich ja befürchte, im Sommer gar kein Gesetz geben wird – wer weiß, ob die Bundesregierung überhaupt noch in der Lage ist, im Sommer Geld für Sie zur Verfügung zu stellen? –, dann haben Sie noch einen viel größeren Schaden angerichtet, als sich alle vorstellen können.
