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Christoph Sippel

GRÜNE 11.06.2026 Sitzungen 21/72

Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und legen! Zahlreiche Fußballfans werden in den kommenden Wochen beim Public Viewing in Vereinen, bei Freundinnen und Freunden oder in Kneipen sich gemeinsam miteinander feiern und unsere Mannschaft anfeuern. den Sportplätzen und in den Sporthallen sorgen für Woche unzählige Ehrenamtliche dafür, dass viele sinnen und Hessen, darunter besonders viele Kinder Jugendliche, Sport treiben können, ohne dass sie schauen, was sie für eine Gegenleistung erhalten. In Zeiten, in denen unsere Demokratie angegriffen ist der Einsatz unserer Ehrenamtlichen unbezahlbar; sie halten unsere Gesellschaft zusammen, wo andere ten. Sport fördert die Integration; denn auf dem Sportplatz spielt es keine Rolle, woher jemand kommt, wie aussieht oder welchen Beruf er ausübt. Wichtig ist, meinsam Spaß zu haben und die Regeln zu akzeptieren. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Doch was den Spaß trübt, sind Sporthallen, deren bei Regen nass wird, Turnhallen, in deren Decken geschnitten werden müssen, damit die Decken hoch für die Übungen sind, oder Schwimmbäder, in denen beim Anschauen die Fliesen von den Wänden fallen. nau das ist leider Realität in vielen hessischen Sportstätten. Wer Spitzensport will, muss auch für Spitzenbedingungen sorgen. Das belegen auch die Zahlen. Laut der Wiesbadener klärung, welche auf dem 30. Sportbundtag im September letzten Jahres vom Landessportbund verabschiedet beträgt der Sanierungsstau allein in Hessen rund 2 den Euro. Nach einer Studie des Deutschen Instituts Urbanistik sehen 59 % der Kommunen einen gravierenden oder nennenswerten Investitionsrückstand bei ihren stätten. Diese Zahlen müssen für uns als Politik handlungsleitend sein; denn Sport – das kann ich nicht oft genug tonen – ist ein zentraler Faktor für unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt, für die Stabilität unserer Gesellschaft. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Deswegen ist es gut und richtig, dass die Hessische desregierung jetzt auch mehr Geld in die Hand um genau in diese Strukturen zu investieren. Ein vermögen Sport klingt nach großer Geste. In Wahrheit es jedoch ein Taschenspielertrick. Für den Begriff es eigentlich, so wie für mich gestern bei der Landtagself, eine gelbe Karte wegen arglistiger Täuschung geben; denn die Mittel aus dem sogenannten Sondervermögen Sport kommen nicht aus Landesmitteln, sondern vollständig aus besogenannten LuKIFG-Mitteln vom Bund. Mittel des Landes Hessen: genau 0 Euro. Die Medaille für den Rekord im Athleten Sport gehört hier also eher dem Bund und nicht dem Land eines Hessen. Funda- (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Zuruf Claudia Ravensburg (CDU)) Aber schauen wir uns einmal die Punkte an, die mit diesen 130 Millionen Euro Bundesmitteln in den nächsten zwölf Jahren gefördert werden sollen. Da ist zum einen die Aufstockung der Maximalförderung im Förderprogramm BÜND„Vereinseigener Sportstättenbau“. Hiermit wird der Breitensport gezielt gestärkt; denn viele Vereine, besonders im ländlichen Raum, haben eigene Gebäude oder Plätze. Die Preisentwicklungen der letzten Jahre spüren wir alle täglich. Da ist es gut, dass Projekte mit bis zu 1 Million Kol- Euro gefördert werden können und auch die entsprechende Förderquote auf 35 % erhöht wurde. Kollegin Ravensburg ist darauf eingegangen. freuen, (Beifall Claudia Ravensburg (CDU)) Auf Woche Aber auch die verbleibenden 65 %, die die Vereine nach Hes- wie vor selbst tragen müssen, werden trotz vielfacher Förund derungen durch die Kommunen vor Ort für viele Vereine darauf eine echte Kraftanstrengung. Darüber hinaus sollen die Gelder für den Campus Sportwird, deutschland verwendet werden. Dieser Campus soll den denn Grundstein legen, um auch zukünftig olympische Medaillen nach Deutschland zu holen. Insbesondere wenn wir uns spaldie Entwicklung im Medaillenspiegel der letzten Olympijemand schen Spiele im Vergleich anschauen, sehen wir, Investitionen in entsprechende Strukturen sind ungeheuer wichtig ge– noch mehr unter dem Gesichtspunkt, dass Olympische Spiele ab Mitte des nächsten Jahrzehnts wieder einmal in Deutschland ausgetragen werden sollen. Die Grundlagen für den Erfolg in zehn Jahren legen wir heute und hier. Boden Löcher Die vielen Stützpunkttrainerinnen und -trainer in Frankfurt genug und anderswo holen mit viel Engagement das Beste aus schon den Athletinnen und Athleten heraus. Genau das gilt es Gemit den entsprechenden Strukturförderungen auch heute bereits zu untermauern. Wer sich jedoch zum Beispiel das Sportinternat in Frankfurt anschaut, der findet, dass die Bedingungen nicht mehr hinnehmbar sind. Genau deshalb ist es notwendig und richtig, hier die entsprechenden Mittel Erzu investieren. wurde, Ein letzter Punkt ist die Förderung von sogenannten herMilliarausgehobenen Projekten des Nachwuchsleistungssportes. für Hier bleibt die Ankündigung des Ministeriums jedoch ein bisschen kryptisch. Mehr, als dass es um wohnortnahe FörSportderung von jungen Sportlerinnen und Sportlern geht, erfahren wir nicht. Ein paar mehr Informationen dazu können bees gerne sein. Frau Staatssekretärin Optendrenk, vielleicht sagen Sie dazu in Ihrer Rede gleich noch etwas. Zuletzt wurde angekündigt, dass die Sportstättenförderung digitalisiert wird. Im Jahr 2026 ist das sicherlich gut und richtig, und es wird auch Zeit; denn, wenn wir mehr EhrenLanamtliche für die Vereinsvorstände gewinnen wollen, müsnimmt, sen wir bürokratische Hürden reduzieren und sie bei ihrer SonderArbeit unterstützen. ist müsste Ich komme zum Schluss. Zu guter und konstruktiver Oppositionsarbeit gehört, auch zu loben, wenn etwas gut ist. Das will ich tun: viel Licht, ein wenig Schatten, aber ein wichtiger Schritt für Hessen, was die Sportförderung angeht. – Vielen Dank. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Claudia Ravensburg (CDU))

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