Pascal Schleich
Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Vorgestern jährte sich der Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland zum 20. Mal. Vielen von uns dürfte das Sommermärchen noch in allerbester Erinnerung sein. Manch einer mag sogar etwas wehmütig auf diesen Sommer voller Leichtigkeit, Lebensfreude und sportlicher Höchstleistungen zurückblicken. Für Besucher aus aller Welt hatte Deutschland damals ein hervorragendes Bild abgegeben: (Christoph Sippel (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Damals gab es noch keine AfD! Das ist das Hervorragende!) perfekte Organisation, grenzenlose Gastfreundschaft und vorbildliche Sportstätten. Meine Damen und Herren, leider hat sich das Bild 20 Jahre später grundlegend gewandelt. Der Landessportbund hat bereits im Jahre 2024 erklärt, dass in Hessen jede fünfte Sportstätte sanierungsbedürftig ist. Um zu veranschaulichen, über welche Zahl wir hier sprechen: Schlägt man im Sportatlas Hessen nach, wie viele Sportstätten es alleine in Frankfurt gibt, so kommt man auf fast 500. Wenn jede fünfte Sportstätte sanierungsbedürftig ist, bedeutet das alleine in Frankfurt eine fast dreistellige Zahl. Rechnen wir das für Hessen hoch, so kommen wir auf eine atemberaubende Zahl. Es verwundert nicht, dass der Landessportbund die Höhe der zu tätigenden Investitionen auf sage und schreibe 40 Milliarden Euro schätzt. Meine Damen und Herren, ja, es ist richtig, dass das Land „massiv in moderne Sportstätten, Talente und Spitzensportstrukturen“ investiert – so die Pressemitteilung des Hauses von Frau Ministerin Stolz. Ja, es ist richtig, dass das Land auch in Zeiten knapper Kassen nicht beim Sport und den Sportstätten spart. Ja, es ist richtig, Talente zu fördern, zur Nachahmung anzuregen und hessische Athleten wieder zurück an die Weltspitze zu führen. (Beifall AfD) Aber, meine Damen und Herren von der CDU, es sind doch wirklich keine neuen Erkenntnisse, die Sie in dem Titel der Aktuellen Stunde darbieten. Dass der Sport dem Zusammenhalt und der Gesundheit förderlich ist und zu Spitzenleistungen anregt, ist ebenso wenig neu wie das, was das Ministerium kürzlich in seiner Pressekonferenz im Deutschen Architekturmuseum verlauten ließ. Interessant ist übrigens, wie sehr sich der Titel der Pressemitteilung und der Titel Ihrer Aktuellen Stunde gleichen. Offensichtlich gehen selbst Ihnen in den ewigen Bemühungen, die Landesregierung zu lobpreisen, langsam die Ideen aus. (Beifall AfD – Zurufe Claudia Ravensburg und Max Schad (CDU)) Meine Damen und Herren, wer heute lobend über die Maßnahmen spricht, die das Land ergreift, um in Sportstätten, Sportler und Trainer zu investieren, der darf auch nicht verschweigen, wie es denn überhaupt so weit kommen konnte, dass sich unsere Sportplätze, unsere Schwimmbäder und unsere Vereinsheime teilweise in einem so schlechten Zustand befinden. Man darf nicht darüber schweigen, dass sich Bund und Land – um es wirklich vorsichtig auszudrücken – viel zu lange sehr zurückhaltend in Bezug auf die Sportstätten verhalten haben. Bei der Missachtung des Konnexitätsprinzips waren Sie dagegen überhaupt nicht zurückhaltend – ganz im Gegenteil. Sie haben den Kommunen immer mehr Aufgaben ohne ausreichend Gegenfinanzierung aufgebürdet, sodass in vielen Fällen der notwendige Erhalt von Sportstätten gefährdet und der Investitionsstau immer größer wurde. Deswegen ist es kein Grund, sich selbst zu feiern, wenn man heute versucht, dieses Investitionsstaus durch Sonderschulden wieder Herr zu werden. (Beifall AfD) Lassen Sie mich noch mit einer Anmerkung schließen. Leider nimmt der Breitensport unserer Ansicht nach, sonders in der Presseerklärung der Frau Staatsministerin, einen zu untergeordneten Platz ein. Wer Hessens zurück an die Weltspitze führen möchte, der muss wissen: Eine hohe Spitze ruht auf einem breiten ment. – Vielen Dank. (Beifall AfD)
