Anna-Maria Schölch
Viele womög- Sehr geehrter Herr Präsident, meine Damen und Herren! wo Die FDP-Fraktion tut gerade so, als liefe das Losverfahren bei der Vergabe von Schulplätzen für weiterführende sogar Schulen ohne Orientierung im luftleeren Raum ab. Doch die Praxis sieht ganz anders aus. (Zuruf Wiebke Knell (Freie Demokraten) – Unruhe) – Okay? Jetzt bin ich dran. – Ich kann natürlich nachvollziehen, dass Eltern verunsichert sind, wenn der Wunsch nach einer bestimmten Schule nicht erfüllt werden kann. Der Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule ist ein wirklich wichtiger Schritt in der Bildungsbiografie eines Kindes und bewegt Familien natürlich sehr. Gerade deshalb sollten wir die Debatte sachlich führen und die Realität an unseren Schulen in den Blick nehmen. Zunächst einmal ist festzustellen: Die Schulen bieten vielfältige Informations- und Beratungsmöglichkeiten an, damit die Entscheidung über den weiteren Bildungsweg fundiert bzw. kriteriengeleitet getroffen werden kann. Die Eltern haben also die Möglichkeit, sich frühzeitig und umfassend über die Anforderungen, Profile und Besonderheiten der einzelnen Bildungsgänge zu informieren. Zu meiner Zeit als Landeselternbeirätin haben wir uns gerade für das Vetorecht – nicht wahr, Frau Geis? – (Kerstin Geis (SPD) nickt.) starkgemacht. Auch die CDU-Fraktion steht zu diesem Modell. Meine Damen und Herren, mit dem Wechsel an eine weiterführende Schule kommen zahlreiche neue Anforderungen auf die Schülerinnen und Schüler zu. Es gibt einen neuen Schulweg, eine größere Schule, neue Fächer, neue Lehrkräfte und neue Mitschülerinnen und Mitschüler. Wie jedes einzelne Kind mit diesen Veränderungen umgeht, lässt sich im Vorfeld nicht immer voraussagen. Daher berücksichtigen die Schulen die unterschiedlichen Ausgangslagen der Kinder und unterstützen sie dabei, sich in der neuen Lernumgebung erfolgreich zurechtzufinden. Wer heute den Eindruck erweckt, allein eine bestimmte Schule garantiere den Bildungserfolg eines Kindes, wird der pädagogischen Realität nicht gerecht. Unsere Schulen leisten überall hervorragende Arbeit, um Kindern einen guten Start in den neuen Lebensabschnitt zu ermöglichen. Liebe Kolleginnen und Kollegen der FDP, (Dr. Stefan Naas (Freie Demokraten): Ja!) auch die Behauptung, das Verfahren sei intransparent oder ungeplant, hält einer näheren Betrachtung wirklich nicht stand. (Wiebke Knell (Freie Demokraten): Das hat auch keiner gesagt! – Dr. Stefan Naas (Freie Demokraten): Das haben wir mit keinem Wort gesagt!) – Ja, doch, (Zurufe Freie Demokraten: Nein!) da hatten wir ja immer diese Schwingungen. (Wiebke Knell (Freie Demokraten): Erst zuhören, und dann dazu sprechen! – Glockenzeichen) Wenn Lenkungsverfahren erforderlich sind, erfolgen diese nach klaren Regeln und in enger Abstimmung zwischen den beteiligten Akteuren. Ziel ist es stets, für alle Schülerinnen und Schüler eine adäquate, passgenaue Regelung zu finden. Natürlich wünschen sich viele Eltern einen Platz an einer ganz bestimmten Schule. Doch dort, wo die Nachfrage die vorhandenen Kapazitäten übersteigt, braucht es faire, rechtssichere Verfahren. Das Losverfahren ist dabei kein Ausdruck von Beliebigkeit, sondern dient der Gleichbehandlung aller betroffenen Kinder. Meine Damen und Herren, statt Verunsicherung zu schüren, sollten wir das Vertrauen in die Arbeit unserer Schulen stärken. Die Lehrerinnen und Lehrer, die Schulleitungen, die Schulträger und die Staatlichen Schulämter leisten jeden Tag einen wertvollen Beitrag dafür, dass der Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule gelingt. Dafür verdienen sie unsere Unterstützung und nicht pauschale Kritik. – Vielen Dank. (Beifall CDU und SPD)
