Kerstin Geis
Sehr geehrter Herr Präsident, werte Kolleginnen und legen! Eines möchte ich gleich zu Beginn deutlich Wir streiten nicht darüber, ob das Grüne Band Schutz dient. Wir streiten auch nicht darüber, ob der Naturschutzgedanke relativiert oder ausgespielt werden soll. Schutz ist auch unser Ziel. Die eigentliche Frage ist für uns eine andere: Wie wird ser Schutz dauerhaft wirksam, und wie bringen wir ihn den anderen Dimensionen zusammen, die mit diesem verbunden sind? Darüber haben wir heute schon zahlreiche Dinge gehört. (Beifall SPD und Lena Arnoldt (CDU)) Das Grüne Band ist ein ökologischer Korridor und Teil des Biotopverbundes. Es verbindet Lebensräume, tet Tier- und Pflanzenarten Rückzugs- und Entwicklungsmöglichkeiten, ist zugleich ein Ort der Erinnerung und Lernens. Das Grüne Band ist auch eine Antwort offenen Gesellschaft auf das historische Unrecht, an erinnert. Rück- Wir glauben, dass es bei dem Prozess, einen Ort der Erinnerung und für den Schutz der Natur zu erhalten und weiterzuentwickeln, entscheidend auf die Akzeptanz und Mitgestaltung der Menschen ankommt, die entlang des Grünen Bandes leben. Für die beiden Säulen, die das Grüne Band tragen, Naturschutz und historisches Gedenken, ist diese Akzeptanz eine wichtige Voraussetzung für die geWirksamkeit und dauerhafte Verankerung. werMeine Damen und Herren, unser Vorschlag der Differenvon zierung folgt diesem Gedanken. Wir erhalten weiterhin ein Stimhohes Schutzniveau in sensiblen Bereichen und schaffen aus- mit der Förderzone einen Raum für eine partnerschaftliche Kooperation mit den Bürgerinnen und Bürgern, Eigentümern und Verbänden vor Ort. haben haben (Beifall SPD und CDU) Hessen Denn wir glauben, dass es bei der Frage der Wirksamkeit nicht allein um gesetzliche Normen, Verläufe und eine Gebietskulisse geht. In dem, was wir so schön Gebietskulisse ein nennen, wohnen, leben und arbeiten Menschen. Das Grüne Band funktioniert nur mit ihnen und nicht gegen sie. Wir wissen- halten es deshalb für sinnvoll, dort, wo es möglich ist, auf Kooperation statt auf zusätzliche Verbote zu setzen. Genau auch so verstehen wir den Sinn der von uns vorgeschlagenen das Förderzone. Meine Damen und Herren, wir haben in den beiden zurückliegenden Lesungen und Ausschusssitzungen eingedie hend über die technischen Details des Gesetzentwurfs gesind – sprochen. Deshalb möchte ich den Blick heute auf diesen Ver- Grundgedanken der Kooperation und Akzeptanz richten. Unserem Entwurf ist entgegengehalten worden, dass die Wir stärkere Berücksichtigung der Kooperation und des Verweitertragsnaturschutzes gerade in der Förderzone ein Ausweichargument sei, um Einschränkungen des Schutzes zu verdecken. Genau hier zeigt sich der wesentliche Unterschied: (Vanessa Gronemann (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Das habe ich nie gesagt!) Für uns ist Kooperation keine Einschränkung, für uns beGeis, deutet mehr Mitgestaltung vor Ort einen Gewinn, der dem Grünen Band in besonderer Weise gerecht wird. Wahrscheinlich würden wir heute nicht über dieses Stück Landschaft sprechen, wenn es nicht ein Ort der innerdeutschen Teilung, der Trennung, von Fluchtgeschichten geweKolsen wäre. Ganz wesentliche Träger dieser Erinnerung sind machen: aber die Menschen, die dort leben, für die diese Geschichte verin vielen Fällen ein Teil ihrer eigenen Lebenserfahrung geworden ist. Dieser Gerade deshalb passt es zu diesem Projekt, die Menschen vor Ort partnerschaftlich einzubeziehen und auf mehr Kodieoperation zu setzen. Das steht einem Ort gut an, der an mit Unfreiheit und Trennung erinnert. Wir verstehen das GrüOrt ne Band als gemeinsames Projekt für einen wirksamen Naturschutz, für eine gestärkte Erinnerungskultur und für die Teilhabe der Menschen aus der Region daran. Deshalb stimmen wir diesem Gesetzentwurf zu. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. ein (Beifall SPD und CDU) biedes
