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Dr. Sonja Optendrenk

21.05.2026 Sitzungen 21/69

ForSehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Fast jede Familie ist indirekt oder direkt von Krebserkrankungen betroffen. Trotz großer meZusam- dizinischer Fortschritte bleibt Krebs eine der häufigsten ermögTodesursachen in Deutschland. Umso wichtiger ist es, dass Anwenwir die Forschung über medizinische Innovationen und Versorgung konsequent weiterentwickeln. Der vorliegende Antrag von CDU und SPD greift dabei ein Thema auf, das in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat: die klinische Erprobung mRNAgestützter Therapieansätze in der Onkologie. Spätestens seit der Corona-Pandemie ist vielen Menschen der Begriff mRNA-Technologie bekannt. Dabei ist aber Folgendes oft nicht bekannt: Die wissenschaftlichen Grundlagen dieser Technologie werden bereits seit Jahrzehnten erforscht. Gerade in der Krebsmedizin eröffnen sich daraus neue Möglichkeiten für personalisierte und zielgerichtete Therapien. Das haben wir eben schon mehrfach gehört. Das Ziel ist, das körpereigene Immunsystem gezielter dabei zu unterstützen, Tumorzellen zu erkennen und zu bekämpfen, und das dann auch zielgenauer als das, was wir bisher an Therapieformen haben. Meine Damen und Herren, bei aller berechtigten Hoffnung gehört zur wissenschaftlichen Redlichkeit aber auch die Erkenntnis, dass wir weiterhin in einem anspruchsvollen Forschungs- und Entwicklungsprozess stehen. Viele Therapieansätze befinden sich noch in der klinischen Erprobung. Nicht jede Erwartung wird sich unmittelbar erfüllen. Gerade deshalb ist es wichtig, Forschung, klinische Studien und translationale Medizin weiter zu stärken. Genau hier verfügt Hessen über hervorragende Voraussetzungen. Mit starken universitätsmedizinischen Standorten in Hessen, mit gewachsenen Kooperationen in der Rhein-Mainund der Rhein-Neckar-Region sowie mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen besitzt unser Land eine leistungsfähige Forschungs- und Versorgungslandschaft. Hinzu kommt eine starke pharmazeutische und biotechnologische Industrie, die Hessen seit vielen Jahren als Innovationsstandort prägt. Fortschritt in der Versorgung entsteht zunehmend auch dort, wo Grundlagenforschung, klinische Anwendungen und industrielle Entwicklungen zusammenwirken. Deshalb ist es richtig, die Rahmenbedingungen für die klinische Forschung weiter zu verbessern. Dazu gehört auch, bürokratische Verfahren kritisch zu überprüfen. Gerade bei innovativen Therapieansätzen müssen Genehmigungs- und Abstimmungsprozesse – das haben wir eben auch schon mehrfach gehört – effizient, transparent und verlässlich gestaltet sein, und das selbstverständlich ohne Abstriche bei der Patientensicherheit und den wissenschaftlichen Standards. Meine Damen und Herren, die mRNA-Technologie besitzt nicht nur für die Onkologie großes Potenzial. Sie steht beispielhaft für eine neue Generation personalisierter Medizin. Umso wichtiger ist es, dass wir die Forschung in diesem Bereich langfristig unterstützen und Innovationsprozesse in Hessen aktiv begleiten. Dabei gilt zugleich: Medizinischer Fortschritt braucht wissenschaftliche Sorgfalt, und Innovation braucht verlässliche Rahmenbedingungen. Die Hessische Landesregierung wird deshalb auch weiterhin daran arbeiten, die universitätsmedizinischen Standorte, die klinische Forschung und die Vernetzung zwischen Wissenschaft, Versorgung und Industrie zu stärken. Denn unser gemeinsames Ziel muss sein: bessere Behandlungsmöglichkeiten, mehr Lebensqualität und mehr Hoffnung für Patientinnen und Patienten. – Vielen Dank. (Beifall CDU und SPD)

Protokoll ↗