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Kathrin Anders

GRÜNE 21.05.2026 Sitzungen 21/69

Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren! Zunächst einmal greift der vorliegende Antrag der Regierungskoalition ein Thema auf, das von enormer gesundheitspolitischer Bedeutung ist. Deswegen ist es auch richtig und wichtig, dass wir heute über die Weiterentwicklung der klinischen Erprobung mRNA-gestützter Krebstherapien sprechen. Krebs bleibt immer noch eine der größten Herausforderungen unserer Zeit, und zugleich eröffnet eben diese neue Technologie eine neue Generation personalisierter Medizin, mit der realistischen Hoffnung, Krebs künftig gezielter, individueller und wirksamer behandeln zu können. Ich glaube, wir sollten uns das immer wieder bewusst machen: Die mRNA-Technologie ist eben nicht nur die Technologie, die uns aus der Pandemie herausgeführt hat, sondern sie ist vor allem eine Technologie der Hoffnung. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, CDU und SPD) Das ist eine Hoffnung für Patientinnen und Patienten, deren Tumore bislang kaum behandelbar sind, deren Erkrankungen auf klassische Therapien schlecht ansprechen und für die personalisierte Krebsmedizin möglicherweise einen echten Durchbruch bedeuten kann. (J. Michael Müller (Lahn-Dill) (CDU): So ist das!) Deswegen ist dieser Antrag richtig und wichtig. Die Forschung, die wir an unseren Universitätskliniken haben, gilt es herauszuheben, in die Welt zu tragen und zu zeigen, dass wir hier in Hessen ein wichtiger Forschungsstandort sind. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SPD) Meine sehr verehrten Damen und Herren, wir hatten diese Woche viele parlamentarische Frühstücke, wir hatten viele parlamentarische Abende, und eines wurde deutlich: Die exzellente Forschung allein wird es nicht richten. Denn wir müssen es schaffen, dass diese wissenschaftlichen Erkenntnisse tatsächlich auch in Therapien für Patientinnen und Patienten münden. Dazu braucht es deutlich bessere politische und strukturelle Rahmenbedingungen. Der Pharmastandort Hessen steht definitiv massiv unter Druck. Deswegen gilt es, diese Herausforderungen wirklich gezielt anzugehen. Das heißt, die Genehmigungsverfahren müssen deutlich kürzer werden, weil sie überall sonst deutlich kürzer sind. Das bedeutet, dass die Wissenschaft, die wir hier generieren, irgendwann abwandert und keine Arbeitsplätze schafft, dass es keine Kreislaufwirtschaft ist, sondern dass wir hier forschen und am Ende andere Länder damit Geld verdienen. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Wir haben komplizierte Zuständigkeiten, parallele Prüfungsprozesse in 16 Bundesländern. Wir haben 53 Ethikkommissionen – darüber kann man auch einmal reden. Herr Bartelt hat es angesprochen. Wenn das eine Therapie für jeden Einzelnen individuell ist und 53 Ethikkommissionen für all diese Patienten mitreden wollen, dann wird das, glaube ich, sehr schwierig. Das sind Dinge, die wir nicht hinnehmen können. Herr Pürsün hat es auch gesagt. Die Daten, die wir haben, sind bei Weitem noch nicht so der Forschung zugänglich, dass man damit arbeiten kann. Auch hier müssen wir besser werden, die anderen Länder machen es uns vor. In den vielen Daten ist das Know-how, und da ist auch der große Schatz drin, um eben die Forschung wirklich zukunftssicher aufzustellen. Wir müssen natürlich auch investieren. Wir müssen weiter in die Forschung investieren, wir müssen in Produktionskapazitäten, in klinische Netzwerke investieren. Da dürfen wir uns eben nicht darauf ausruhen, dass wir gute Forschung haben, sondern es ist genau das, was ich eben gesagt habe: Die Bedingungen müssen hier besser sein. Ich glaube auch, dass wir eine echte Biotechnologiestrategie brauchen. Das ist noch ein Standbein, mit dem die Pharmabranche tatsächlich Geld verdienen könnte. Auch das hat Herr Bartelt angesprochen: Mit den sehr regulierten Preisen, die für alle anderen Medikationen gelten, ist das eben mit dem Produktionsstandort Deutschland sehr schwierig geworden. Von daher ist das ein wichtiges Standbein, das wir der Pharmabranche hier ermöglichen sollten. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, vereinzelt CDU und SPD) Die Pharmabranche schafft eben hoch qualifizierte Arbeitsplätze. Sie stärkt in der Verbindung mit unserer Universitätsmedizin den medizinischen Fortschritt überhaupt. Deswegen ist es wichtig, dass wir dieses Zeichen vom Hessischen Landtag aus setzen. Es gilt zum einen, die Wissenschaft zu stärken, aber auch den Wirtschaftsstandort Hessen mit seiner Pharmaindustrie zu halten. Wenn das am Ende auch dazu führt, dass wir tatsächlich einen Durchbruch in der Krebstherapie haben, dann ist das, glaube ein wirkliches Plus für alle Hessinnen und Hessen. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und zelt SPD)

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