Frank Lortz
Das halten wir fest für das Protokoll. Sonst noch Entschuldigungen? – Das ist nicht der Fall. In der Mittagspause heute tagt der Untersuchungsausschuss 21/1 in Raum 510 W. Den Besuchern muss man vielleicht auch sagen, dass nerstags immer einige Sportberichte an der Stelle kommen, damit sich die Abgeordneten etwas auflockern können. Zum Spiel unserer Landtagself komme ich später, ich mit positiven Dingen beginnen. (Heiterkeit) Und zwar hat mir der Kollege Dirk Bamberger zugerufen – wir waren noch nie sportlich in Marburg –, dass der Marburg am 2. Mai deutscher Vizemeister im Damenbasketball wurde. Da können wir einmal applaudieren. (Allgemeiner Beifall) Dirk, hast du mitgespielt? – Nein. Okay, gut. Meine Damen und Herren, die Fußballbundesligasaison ist beendet. Die Eintracht, Miriam – Sie schüttelt selbst den Kopf –, muss neu starten, um im nächsten Jahr wieder in die Europapokalplätze zu kommen. Vielleicht darf ich den Besuchern sagen: Wir haben im Landtag einen Eintrachtdie Fanclub. Dem gehören so 50, 60 (Mathias Wagner (Taunus) (BÜNDNIS 90/DIE vorGRÜNEN): Alle! – Ingo Schon (CDU): 130!) – „alle“ würde ich nicht sagen, es gibt auch andere – Leute der an. Strengt euch ein bisschen an, dass das im nächsten Jahr Tag besser wird. Trotzdem wünschen wir der Eintracht alles Gute. Was mir nicht gefällt, sind diese Krachdinger, Bombenlegerdinger, die da passieren. Das sollte man vielleicht in der Zukunft etwas vermeiden. freuMir ist noch zugerufen worden – warum auch immer –, ich Interesse soll den 1. FC Köln erwähnen. erleben. (Vereinzelte Heiterkeit) Ja, Lucas Schmitz, unser Kollege aus Gießen – lacht nicht so, ist ein lieber Mensch –, und Staatssekretär Köfer aus heute dem Landwirtschaftsministerium – – Dimitri (Zuruf) Frak– Ja, der ist gar nicht da, weil er wusste, was kommt. – der Also, ich weiß auch nicht, warum der 1. FC Köln erwähnt werden soll, aber er war übrigens der erste Bundesligameister. Das will ich schon einmal sagen. Das ist allerdings schon eine Zeit lang her. Dann hat mir heute Morgen noch Uwe Serke gesagt – das um sind alles so Exoten, die wir haben, der Uwe Serke und der Dirk Gaw –, dass auch Mönchengladbach Erwähnung gut. finden sollte. (Beifall Uwe Serke (CDU) und Dirk Gaw (fraktionsSinemus Rei- los)) Ich bitte, für das Protokoll festzuhalten: nachhaltiger Beifall von zwei betroffenen Exoten. (Heiterkeit) Resch Dann kommen wir zu Darmstadt 98. Meine Damen und Herren, wir dürfen die Südhessen nicht vergessen. Die Lilien haben allerdings auch am Schluss etwas geschwächelt, Peter Franz, muss ich dir zurufen. Du bist dort mitverantwortlich. Dennoch war es eigentlich eine ganz gute Saison. Es gibt allerdings auch einen Edelfan bei Darmstadt 98. Das ist Bijan Kaffenberger. (Beifall Maximilian Ziegler (Vogelsberg) (SPD)) Der ist auch nicht da? Ist er da, der Bijan? – Er ist da, ja. Meine Damen und Herren, der hat sich am Unterschenkel doneine Lilie eintätowiert. (Mathias Wagner (Taunus) (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Woher weißt du das?) will In der Mittagspause kann dies im Foyer besichtigt werden, (Heiterkeit und Beifall) gegen eine kleine Verwaltungsgebühr oder eine Spende für BC die Jugend. (Heiterkeit) Jetzt muss ich noch zu den Offenbacher Kickers kommen. Sie wissen, dass mir der Verein am Herzen liegt, Oliver Stirböck, Kim-Sarah Speer, und wer da alles mit dabei ist. Die Offenbacher Kickers hatten auch eine durchwachsene Saison – ich glaube, das kann man sagen –, wie die FDP. (Heiterkeit) Ja, Oliver. Ich bin neutral, das wissen Sie. Es hat nicht ganz für den Aufstieg gereicht, (Wiebke Knell (Freie Demokraten): Das wird wieder!) aber in der nächsten Woche wird das 125-jährige Jubiläum der Offenbacher Kickers gefeiert. Auch der Ministerpräsident wird an dieser Feierstunde teilnehmen. Deshalb wünschen wir den Kickers alles Gute. Abschließend will ich nur, bevor es vermisst wird, sagen: Die Runde ist beendet, und unsere Bayern sind erneut deutscher Meister geworden. (Beifall – Tobias Eckert (SPD): Wie oft haben wir das hier schon gefeiert?) – Ja, ich merke, dass die Zustimmung zunimmt. Wir haben bekennende und auch stille Fans. Also eigentlich ist eine große Mehrheit in diesem Raum. – 122 Tore: Das ist eine Rekordtorquote. Das hat es noch nie gegeben, meine Damen und Herren. Das müssen auch diejenigen, die die Bayern etwas kritisch sehen – da gibt es hier auch den einen oder anderen –, anerkennen. (Bijan Kaffenberger (SPD): Was war auf der Meisterschaftsfeier los?) Für die Besucher auch noch einmal: Wir sind neutral über Bundesländergrenzen hinweg. Deshalb würdigen wir alle. Die Bayern sind jetzt auch im Pokalendspiel gegen Stuttgart am Samstag. Da wünschen wir allen alles Gute. Möge der Bessere gewinnen. Das gibt mir das Stichwort, um zu unserer Landtagself zu kommen, meine Damen und Herren. Man muss das schon vielleicht hauptberuflich machen, um das noch einigermaßen hinzubekommen, was die wieder geschafft haben. Gestern Abend – ich will es einmal so sagen; wir verlieren ja nicht – ging das Spiel 7 : 2 gegen uns aus. Jetzt ist mir natürlich von Oliver Ulloth eine ganze Reihe von nachhaltigen Entschuldigungen mitgeteilt worden. Zunächst einmal, es war ein Spiel gegen die Landesarbeitsgemeinschaft der Kulturinitiativen und soziokulturellen Zentren e. V. Da kann man auch nicht gewinnen, gegen so eine Formulierung. (Heiterkeit) Oliver Ulloth hat gesagt, die Mannschaft hätte einen Altersspanne von 19 bis 23 gehabt und unsere zwischen 90 und 130. (Heiterkeit) Da dürfen wir uns nicht wundern. Das müssen wir in Zukunft anders machen. Einer unserer Veteranen, Marcus Bocklet – dienstältester deutscher Parlamentsspieler; ich glaube, das kann man sagen –, hat mit einem Solo, steht hier – ich weiß nicht, ob das auch stimmt; mir werden hier immer so Sachen – – (Christoph Sippel (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Das stimmt tatsächlich!) – Das stimmt tatsächlich. – Gut, er hat ein Tor geschossen. Maximilian Günzler hat das zweite Tor geschossen. (Beifall CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Freie Demokraten) Sie wissen ja, dass solche Spiele nicht in unsere Wertung für die gesamte Saison eingehen. (Vereinzelte Heiterkeit) Das nächste Spiel ist beim Hessentag, oder? (Zurufe: Nein!) – Net. Wann? (Tobias Eckert (SPD): Wir haben noch eine Plenarrunde! – Lisa Gnadl (SPD): In drei Wochen!) – In der nächsten Plenarrunde. – Also, blamiert euch nicht. Trotzdem, ich meine, 7 : 2, es hätte auch schlimmer kommen können. (Heiterkeit – Lisa Gnadl (SPD): Schlimmer geht immer!) Ich glaube, wir sollten unserer Landtagself mit einem aufmunternden Beifall danken, dass sie überhaupt noch existiert. (Allgemeiner Beifall) So weit zum freundlichen Teil. Dann gehen wir in die Tagesordnung, wenn keiner etwas dagegen hat. Tagesordnungspunkt 44: Antrag Aktuelle Stunde Fraktion der SPD ME/CFS Awareness Day: Menschen mit ME/CFS, L ong Covid und Post-Vac werden in Hessen stärker gesehen – Wichtige Schritte für bessere Versorgung, Forschung und Unterstützung! – Drucks. 21/4452 – Es beginnt Frau Kollegin Dr. Daniela Sommer, SPD. Bitte sehr, Daniela. Dr. Daniela Sommer (Waldeck-Frankenberg) (SPD): Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Am 12.05. war der ME/CFS Awareness Day. Erst letztes Jahr haben wir einen Antrag eingereicht, und wir wollen heute noch einmal deutlich machen, wie wichtig die Sichtbarkeit und spürbare Verbesserungen für Betroffene sind. ME/CFS ist keine Erschöpfung, keine Frage von Motivation, kein Zustand, den man mit etwas Ruhe überwinden kann. Es ist eine schwere, lebensverändernde Erkrankung, die Menschen mitten aus ihrem Leben reißt, aus ihrem Beruf, dem Studium, der Schule, dem Alltag, dem Familienleben, aus sozialen Beziehungen. Viele Betroffene verlieren Stück für Stück ihre Selbstständigkeit. Manche können kaum das Haus verlassen, ertragen weder Licht noch Geräusche. Dennoch erleben viele bis heute Unverständnis, Zweifel und mangelnde medizinische Versorgung. Genau deswegen sind der Awareness Day und die Umsetzung unseres Antrags so wichtig, meine Damen und Herren. (Beifall SPD und CDU) Doch es gibt große Lücken – Forschungslücken, Versorgungslücken, Wissenslücken. Viele Betroffene warten jahrelang auf die Diagnose. Viele Familien stehen plötzlich vor vielen Belastungen, oft ohne ausreichende Unterstützung. Das wollen und werden wir nicht mehr akzeptieren. (Beifall SPD und vereinzelt CDU) Es macht Hoffnung, dass sich in Hessen inzwischen tige Forschungsstandorte intensiv mit ME/CFS beschäftigen. Besonders am UKGM laufen bedeutende Forschungsprojekte, die helfen sollen, die Ursachen der Erkrankung besser zu verstehen, und die konkrete diagnostische therapeutische Fortschritte ermöglichen sollen. Ein zentrales Projekt ist die sogenannte MIRACLE Dort untersuchen Forschende immunologische, entzündliche und metabolische Prozesse. Ziel ist es, Biomarker identifizieren, die dann eine zuverlässige Diagnose künftig gezieltere Therapien ermöglichen. Dabei ganz moderne Methoden eingesetzt – von der Immunanalyse über Stoffwechseluntersuchungen bis hin zu cher Intelligenz –, um Muster in den komplexen heitsdaten zu finden. Auch an der Philipps-Uni wird an neuen digitalen schungsansätzen geforscht. Im Projekt TYME wird sucht, wie Kinder und Jugendliche mit ME/CFS durch lemedizin und digitales Monitoring besser begleitet können. Mithilfe von Apps, mit Sensoren, Videosprechstunden sollen also Symptome dokumentiert und die sorgung verbessert werden, unabhängig vom Wohnort angepasst an die Belastungsgrenze der Erkrankten. Projekt zeigt, wie moderne Medizin Versorgungslücken schließen kann. (Beifall SPD und vereinzelt CDU) Auch hochschulübergreifend bewegt sich etwas in Forschende der Goethe-Uni, der JLU, der TU Darmstadt und der Uni Marburg arbeiten im LOEWE-Zentrum NAMIC zusammen, um komplexe Krankheitsprozesse modernen, datenbasierten Methoden besser zu verstehen. Dort werden neue Ansätze entwickelt, um individuelle Krankheitsverläufe präziser zu analysieren und langfristig personalisierte Therapien zu ermöglichen. All diese Projekte zeigen: Forschung ist keine abstrakte Theorie. Sie bedeutet Hoffnung. Das ist die Grundlage für Medikamente, für Therapien, für Versorgungskonzepte. Forschung entscheidet deswegen darüber, ob Krankheiten verstanden werden, und darüber, ob Menschen Hilfe kommen. Genau deswegen dürfen wir nicht nachlassen. (Beifall SPD und vereinzelt CDU) Menschen mit ME/CFS brauchen wohnortnahe gung, interdisziplinäre Kompetenzzentren, medizinisches und pflegerisches Personal, das die Krankheit versteht. brauchen soziale Absicherung, Unterstützung im Aber sie brauchen vor allen Dingen auch das Gefühl, sie nicht alleine sind. Meine Damen und Herren, arbeiten wir Tag für Tag. (Beifall SPD und vereinzelt CDU) Ich möchte allen danken, die sich mit ME/CFS tigen, vor allem den Selbsthilfegruppen, den vielen tiven, den Betroffenen, die trotz der täglichen Belastung jeden Tag um Sichtbarkeit und Aufklärung kämpfen. Einsatz verändert etwas. Ihr seid nicht allein. Wir euch und arbeiten daran, dass Forschung schneller und vorankommt, dass Versorgungslücken geschlossen werden und dass ihr endlich die Unterstützung bekommt, die ihr verdient. Wir sehen euch. – Danke schön. (Beifall SPD und CDU)
