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Bijan Kaffenberger

SPD 20.05.2026 Sitzungen 21/68

Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Anwesende! Am 6. Juni genau wird am Welterbe der Darmstädter Mathildenhöhe eine Ihrem Ausstellung zum 125-jährigen Jubiläum eröffnet. Dabei Doch wird an die internationale Bedeutung Darmstadts als frühe Kultur- Designhauptstadt angeknüpft. Aber auch noch heute ist Design aus ganz Hessen erfolgeinseitireich. In den letzten fünf Jahren gab es mehr als 500 Deund signpreise bei nationalen und internationalen Wettbewerlinke ben. Ebenfalls Anfang Juni gibt es dazu eine Ausstellung queere in Frankfurt, wo viele davon zu sehen sein werden. Sie nichts heißt: „Ausgezeichnet – Design Value Made in Hessen“. KreaWir freuen uns heute aber nicht nur über diese beiden Veranstaltungen, sondern auch darüber, dass die Region Frankfurt/Rhein-Main als World Design Capital 2026 ausgewählt wurde. Unter dem tollen Motto – wir haben es schon gehört – „Design for Democracy. Atmospheres for vielfäla better life“ werden wichtige Impulse für die gesamte der hessische Kultur- und Kreativwirtschaft gesetzt. Denn die Frage nach der Gestaltung demokratischer Prozesse und der Ausgestaltung von Partizipation ist wesentlich für uneiner ser politisches System, für unsere Demokratie. es (Beifall SPD und CDU) gestärkt Dafür, dass sich die Strukturen der WDC in der Region zuletzt aufbauen können, haben wir mit dem Land etwas geleistet – durch direkte Förderung, durch die Mitgliedschaft im Kulturfonds –, aber natürlich waren es auch die Städte der Rhein-Main-Region, die maßgeblich dazu beigetragen haben. Dafür will ich heute stellvertretend allen OberbürDegermeistern danken. Sie (Beifall SPD und vereinzelt CDU) leDie WDC ist gut für unsere Region, aber sie ist kein Event und kein Selbstzweck. Sie ist ein Beweis, dass Design als politisches Thema in Hessen ernst genommen wird. Sie schafft – das ist schon mehrfach angeklungen – interder nationale Sichtbarkeit. Hessen ist im Jahr 2026 auf der einglobalen Designlandkarte zu finden. Das ist nicht selbstdieses verständlich, und es wird nachhaltig wirken. Über 450 AkFirma teurinnen und Akteure aus Zivilgesellschaft, Hochschulen, Wirtschaft und Verwaltung sind bereits im Prozess. Dieses UnterNetzwerk zu bilden, ist das eigentliche Ergebnis. besser, ent- Der Design Action Plan Frankfurt RheinMain 2030 ist einer der ersten regionalen Design-Politik-Rahmenpläne in ganz Deutschland. Meine Damen und Herren, das ist eine Pionierleistung. „zentra- (Beifall SPD und vereinzelt CDU) Kulturunserem Auch in Zeiten knapper Kassen ist Designförderung kein auf. Nice-to-have. Es ist Teil von Innovationspolitik für Wirtschaft, für Zivilgesellschaft. Es ist ein Taktgeber für Verwaltungsmodernisierung und auch ein Beitrag zur Demokratiestärkung. Das regionale Designökosystem wird auch weiterhin Förderung brauchen. Ob die Hochschulen, die freischaffenden Designerinnen und Designer, die Agenturen, das alles ist auch Teil der Wirtschaftsförderung, die den Menschen in der gesamten Region zugutekommt. „Design for Democracy“ muss aber auch Teil unseres politischen Programms werden. Beteiligung, Gesetzgebung, öffentliche Kommunikation, all das ist gestaltbar. Gutes Design macht dabei einen Unterschied. Natürlich spielen bei alldem auch unsere Hochschulen eine wichtige Rolle, sei es der geplante Neubau der Hochschule für Gestaltung in Offenbach oder der Kulturcampus der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt. Das sind nur zwei Beispiele. Wir müssen auch die Hochschulkooperationen weiter stärken. Die Hochschule für Gestaltung, die Johann Wolfgang Goethe-Universität, die Hochschule Darmstadt und die Hochschule RheinMain könnten als vernetztes Kompetenzzentrum für Public Service Design und KI-gestütztes Design als ein virtueller Designcampus gedacht werden. Das wäre ein großer Impuls aus der World Design Capital in die Hochschullandschaft. Der Titel der World Design Capital ist eine Chance, das Design in seiner breiten Bedeutung zu demokratisieren, also schlicht gesagt, unter die Leute und das Volk zu bringen. Ich wünsche mir auch, dass wir bei der Umsetzung der Projekte aus dem rein Akademischen, aus dem Elitären herausfinden. Denn das begleitet das Gespräch über Design oft ein bisschen ungewollt. Wir sollten den Menschen eine Idee von guter Gestaltung vermitteln. Wir sollten Debatten über die Formen anstoßen. Das ist uns schon immer in unserer Region, auch in der Vergangenheit, gelungen. Beispielsweise war das mit den noch heute bewohnten und gesuchten May-Häusern der Fall. Ich wünsche mir, dass die Menschen in der Region von den Ergebnissen der Designarbeit begeistert sind, dass sie Gefallen an dem finden, was auch nach 2026 für die Region bleiben kann. Denn die Menschen, die sich mit dem Ort identifizieren, an dem sie leben, die ihn lebenswert finden, die ihn gerne anderen zeigen, die werden sich auch für diesen Ort und für ihre Demokratie engagieren, und zwar ganz im Sinne von „Design for Democracy“. So werden sie alle gemeinsam mit uns „Atmospheres for a better life“ schaffen. In diesem Sinne kann die World Design Capital eine nachhaltige Chance zur regionalen Partizipation sein. – Vielen Dank. (Vereinzelter Beifall SPD und CDU) Herr Präsident, ich will noch etwas zu Herrn Roos sagen, weil wir heute Abend gegen die Landesarbeitsgemeinschaft der Kulturinitiativen und soziokulturellen Zentren in Hessen Fußball spielen. Ich muss ganz ehrlich sagen: Wir spielen lieber gegen die LAKS Fußball, als sie hier im Plenum zu beschimpfen. – Vielen Dank. (Vereinzelter Beifall SPD und CDU)

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