Tanja Jost
Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Hessen ist ein erfolgreiches Land. Genau zu dieser Erfolgsgeschichte gehört die Kreativ- und Kulturwirtschaft. (Beifall CDU und SPD) – Vielen Dank. – Sie steht in Hessen für 126.000 Beschäftigte, für 18.000 Unternehmungen und 17 Milliarden Euro Jahresumsatz. Mehr als 560 Designauszeichnungen haben hessische Unternehmen, Architekten und Designer seit 2020 erhalten. Das sind keine weichen Faktoren, das ist harte Wirtschaftskraft. Die Kultur- und Kreativwirtschaft umfasst elf Teilmärkte. Dazu gehören Musik, Buch, Kunst, Film, Rundfunk, darstellende Künste, Design, Architektur, Presse, Werbung sowie Software und Games. Das klingt zunächst breit und sperrig, aber es wird sehr konkret, wenn man auf unseren Alltag schaut. Architektur gestaltet zum Beispiel Plätze, Gebäude und Innenstädte. Software und Games sind längst nicht mehr nur Unterhaltung. Sie werden für Simulationen im Bereich Katastrophenschutz, Feuerwehr und Rettungsdienste eingesetzt. Im Musikbereich ist der World Club Dome zu nennen, der im Juni in Frankfurt stattfindet, als international sichtbares Musikfestival. Genau deshalb gehört die Kultur- und Kreativwirtschaft ins Zentrum moderner Standortpolitik. (Beifall CDU und SPD) Ein weiterer großartiger Erfolg für Hessen ist der diesjährige Titel World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026. Die Region Frankfurt/Rhein-Main hat sich mit dem Motto „Design for Democracy“ und der Paulskirche als Ort deutscher Demokratiegeschichte international durchgesetzt und den Titel World Design Capital bekommen. Das ist der Unterschied: Wir stehen für Gestaltung aus der Mitte einer freien Gesellschaft, nicht für Gestaltung von oben herab. Das darf man sagen, und darauf dürfen wir stolz sein. (Beifall CDU und SPD) Die World Design Capital wird auch ein wirtschaftlicher Schub für die gesamte Region werden. Sie bringt internationale Aufmerksamkeit nach Hessen. Sie führt zusammen und schafft Anlässe für Veranstaltungen, Kooperationen, Kongresse und Ausstellungen. Davon profitieren Hotels, Gastronomie, Handel, Tourismus und das Standortmarketing der gesamten Region. Meine Damen und Herren, solche Spillover-Effekte entstehen nicht im luftleeren Raum, sie entstehen ganz konkret bei der World Design Capital. Deshalb unterstützt das Land Hessen die World Design Capital mit 6 Millionen Euro. Das ist eine Investition in unser Land, in die Region Frankfurt/Rhein-Main und in die internationale Wahrnehmung von Hessen. (Beifall CDU und SPD) Liebe Kolleginnen und Kollegen, als Hessen-Koalition haben wir einen ganz klaren Anspruch. Wir wollen, dass aus Ideen Anwendungen werden, dass aus Anwendungen Geschäftsmodelle werden und dass aus Geschäftsmodellen Arbeitsplätze für Hessen entstehen. Das ist wirtschaftliche Verwertbarkeit im besten Sinne. Der Zukunftscampus Bertramshof in Frankfurt am Main ist in diesem Zusammenhang ein herausragendes Beispiel. Dort kommen Wissenschaft, Start-ups, Finanzwissenschaft und wirtschaftliche Anwendung enger zusammen, und es werden Synergien geschaffen. Das sind Orte, an denen Ideen nicht nur Theorie bleiben, sondern erprobt, weiterentwickelt und in die Wertschöpfung übersetzt werden. Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir sind in diesem Jahr die Weltbühne des Designs. Wir stärken die Kreativwirtschaft, wir stehen für Gaming und Gründergeist, für Bembel und Buchmesse, für Design und Demokratie. In diesem Sinne bitte ich um Zustimmung zu dem Antrag. – Vielen Dank. (Beifall CDU und SPD)
