Ingmar Jung
Stimmt doch!) ist geradezu abenteuerlich und durch rein nichts, aber auch gar nichts zu belegen. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Naturschutzverbände und Kommunale Spitzenverbände sehen die radikale Absenkung der Schutzniveaus bei dem Bannwald äußerst kritisch. Sie sehen Gefahren für den Klimaschutz, die Klimaanpassung und die Biodiversität. (Zuruf Dr. Stefan Naas (Freie Demokraten)) Sie sehen einen drastischen Verlust an Erholungsraum im Ballungsgebiet Rhein-Main und einen Bruch des Versprechens an die dortige Bevölkerung, den Bannwald dauerhaft zu schützen. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Dr. Stefan Naas (Freie Demokraten): Der Langener Waldsee!) Es ist unsere Aufgabe, die vorgebrachten Argumente abzuwägen, und zwar auf Basis des Gemeinwohls und der Lebensqualität der Menschen, die uns diese Aufgabe übertragen haben. Da sind wir ganz klar: (J. Michael Müller (Lahn-Dill) (CDU): Da sind wir bei grüner Wirtschaftspolitik!) Der bisher geltende Schutz des Bannwaldes hat sich bewährt, dient dem Gemeinwohl, dem Schutz der Natur und dem Bedürfnis der Erholungssuchenden im Rhein-MainGebiet. Auch unsere schon in der ersten Lesung geäußerten Vorbehalte gegen die Einführung einer Naturwald-Kategorie erhalten wir aufrecht. Dieser neue Schutzstatus ist in dieser Form nicht wirklich abgesichert und verdient deshalb auch nicht den Namen „Naturwald“. Mit dieser Kategorie soll lediglich die Ausweisung von Naturschutzgebieten in den Naturwaldgebieten umgangen werden. Ich möchte aber auch noch eine Bemerkung zu den im Ausschuss vorgelegten Änderungsanträgen der Koalition machen. Wir haben alle den gemeinsamen Vorschlag des Waldbesitzerverbandes und des NABU zur Ermöglichung von Waldweideprojekten im neuen Waldgesetz gehört und gelesen. Die gute Initiative der beiden Verbände begrüßen wir ausdrücklich. Aber durch eine Änderung in dem ursprünglichen Text der beiden Verbände hat die Koalition die Sinnhaftigkeit leider gleich wieder ausgehöhlt. Das ist sehr bedauerlich; denn Waldweideprojekte können ein Gewinn für den Naturschutz sein und auch ein Stück Kulturgut bewahren helfen. Deshalb haben wir uns bei der Abstimmung über die Änderungsanträge im Ausschuss der Stimme enthalten. (Zuruf J. Michael Müller (Lahn-Dill) (CDU)) Die Aufhebung des Bannwaldschutzes ist das Kernelement dieses Gesetzentwurfs und wahrscheinlich der wesentliche Grund, warum die Änderung des Waldgesetzes zu diesem Zeitpunkt kommt. (Zuruf Ingo Schon (CDU)) Deshalb lehnen wir den Gesetzentwurf ab. Wir wollen den hohen Schutzstatus des Bannwaldes erhalten. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Zuruf Lena Arnoldt (CDU)) Eine Bemerkung zu Frau Knell: Holzwirtschaft ist dann nachhaltig, wenn das Holz dauerhaft in seiner verarbeiteten Form genutzt wird. Das ist nur bei einem Viertel des Holzes, das die Holzwirtschaft einschlägt, der Fall. Wenn ein Möbelstück nach drei oder vier Jahren im Müll oder gar im Ofen landet, kann man von Nachhaltigkeit nicht sprechen. (Wiebke Knell (Freie Demokraten): Das ist auch nicht in meinem Sinn!) – Nein, das ist nicht – –
