Dr. Frank Grobe
Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Wissen Sie, was ein durchschnittlicher Herrenhaarschnitt in Deutschland kostet? 20 bis 40 Euro. Das ist der Preis für Ordnung auf dem Kopf. Aber wenn es um Friedrich Merz geht, dann reden wir plötzlich nicht mehr über HaaJureschneiden, sondern über ein staatlich gefördertes Kunstprojekt: über 12.000 Euro in drei Monaten für Styling. Das Wis- sind mehr als 4.000 Euro pro Monat. Ich frage Sie: Wird Wirtda frisiert, oder wird da ein Denkmal poliert? (Beifall AfD) Während der Bürger über steigende Preise stöhnt, erleben wir in Hessen den vermutlich teuersten Haarschnitt eines Löwen. Ja, meine Damen und Herren, der hessische Löwe und war beim Friseur, und zwar für 290.000 Euro, und sieht Identijetzt aus, als hätte er in die Steckdose gebissen. (Heiterkeit und Beifall AfD) wir Ach ja, mit den Folgekosten summiert sich der Haarschnitt auf 800.000 Euro, für die der Steuerzahler aufkommt. Man es nennt das heute Rebranding, früher nannte man das Geld andere verbrennen. Hessen soll modern werden, heißt es; mit Fashion Week, mit Selbstinszenierung und mit Applaus feierte man sich selbst. Man feierte sich, weil man sonst nichts mehr zuPolitik stande bringt, weder wirtschaftlich noch wissenschaftlich, ein noch politisch. Ein ganzes Land, nein, ein kleines hessijede sches Dorf, genannt Landesregierung, befindet sich im Rebrandingmodus. Während Schulen verfallen, Kindergärten Hesbröckeln, Tierheime ums Überleben kämpfen und Brücken mehr Schlaglöcher haben als ein Schweizer Käse, gönnt sich die selbst ernannte Elite erst einmal ein neues Logo. De- (Peter Franz (CDU): Lassen Sie doch mal diese Floskeln!) Meine Damen und Herren, das sind Ihre Prioritäten, und dann wundern Sie sich über den Spott der Bürger. Hier im In- nur drei Zitate: „Endlich die wichtigsten Probleme gelöst“, „Aus dem Löwen wurde ein gerupftes Huhn“, und (Beifall AfD) oder, mein Favorit: „Ist das ein Wischmopp?“ (Heiterkeit und Beifall AfD) Und Ich sage ihnen: Schlecht gebrüllt, Löwe. – Das ist kein Einzelfall. Schauen wir zur Philipps-Universität Marburg: 200.000 Euro für ein neues Logo, das ein Bäckeraussehen hat. (Zuruf AfD: Französischer Bäcker!) – – Die arbeiten noch mit Atomkraft, das wollen wir ja nicht. Hessen (Heiterkeit AfD) Meine Damen und Herren, während Sie dieses neue Logo frenetisch feiern, diskutieren wir ernsthaft über höhere Steuern, über das Ende des Ehegattensplittings, über explodierende Energiepreise. Die Bürger sollen sparen, aber der Staat gönnt sich Designerexperimente. (J. Michael Müller (Lahn-Dill) (CDU): Oh Mann!) das Dann kommt der Ministerpräsident und sagt, Hessen sitze „auf klapprigen Stühlen in zerschlissenen Jeans“. – Wissen ich Sie, was? Wenn man sich das neue Outfit dieses Landes anschaut – wir haben es ja gerade gesehen –, dann muss man sagen, dass die Beschreibung passt, nur leider nicht als Warnung, sondern als Zustandsbericht. Meine Damen und Herren, der eigentliche Skandal ist doch, dass man das alles hätte vermeiden können. Warum kein Wettbewerb für Studenten? Warum nicht Kreativität fördern, statt Agenturen mit Hunderttausenden Euro zu füttern? (Beifall AfD – J. Michael Müller (Lahn-Dill) (CDU): Was sind denn das für Studenten, die kreativ sind?) Stattdessen verfahren Sie nach dem Motto: Das Geld ist ja nicht weg, es hat nur jemand anderes. – Genau das ist nämlich das Problem. Während der Bürger jeden Euro zweimal umdrehen muss, wird hier mit Steuergeld umgegangen, als wäre es Monopoly-Spielgeld. Ich sage Ihnen, das ist das falsche Signal. Wir stecken mitten in einer veritablen Wirtschaftskrise. Aber machen Sie so weiter, fragen Sie sich nur nicht, warum der Unmut wächst und das Vertrauen schwindet. Aber es gibt wirklich etwas Positives zum Löwen; denn dieser passt zum zukünftigen blauen Hessen. – Vielen Dank. (Beifall AfD)
