Michelle Kraft
Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren! Die Frage nach der Fachkräftesicherung ist eine der zentralen Zukunftsfragen unseres Landes. Ich komme selbst aus der freien Wirtschaft und habe jahrelang dort gearbeitet, wo jeden Tag Fachkräfte fehlen, und ich kann Ihnen sagen: Fachkräftemangel ist kein politisches Schlagwort. Er ist operative Realität in unseren hessischen Unternehmen. (Beifall CDU und SPD) Projekte verzögern sich, Aufträge können nicht angenommen werden, Wachstum kann nicht realisiert werden – nicht, weil die Nachfrage fehlt, sondern weil die Menschen fehlen, um die Nachfrage zu bedienen. Der Fachkräftemangel trifft dabei Handwerksbetriebe in Gießen genauso wie den Pharmakonzern im Rhein-Main-Gebiet. Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, IT-Unternehmen – überall fehlen Menschen mit der richtigen Qualifikation. Das ist keine Zukunftsprognose, das ist die heutige Realität. Es betrifft die wirtschaftliche Stärke unseres gesamten Landes, ob wir Fachkräfte für uns gewinnen können. Wie wirken wir diesem Mangel entgegen? Hessen hat die Nutzung des beschleunigten Fachkräfteverfahrens in fünf Jahren um über 1.000 % gesteigert – von 184 Vorabzustimmung im Jahr 2020 auf über 2.150 im letzten Jahr. Allein in diesem Jahr, im ersten Quartal, waren es schon 724. Das ist das Ergebnis von guter politischer Arbeit. (Beifall CDU und SPD) Trotzdem war das bisherige System noch nicht optimal aufgestellt. 31 kommunale Ausländerbehörden, teils unterschiedliche Abläufe, teils verschiedene Ansprechpartner das erzeugte manchmal für Unternehmen Unsicherheiten. Genau hier setzt jetzt die Landesregierung an. Ich hier vor allem unserem Innenminister Prof. Poseck Sozialministerin Hofmann danken. Mit der Zentralen Stelle für Fachkräfteeinwanderung sen, der ZFEH, am Regierungspräsidium Darmstadt fen wir Klarheit: ein Ansprechpartner, verbindliche und klare Prozesse. (Beifall CDU und SPD) Das ist genau das, was unsere hessischen Unternehmen brauchen: Verlässlichkeit. Ich möchte dabei auch ausdrücklich betonen, was die Lane“ nicht ist. Sie ist kein Ersatz für bestehende se, die gut funktionieren. Kommunale Ausländerbehörden behalten ihre Rolle, sie werden zum Teil entlastet. „Fast Lane“ ist ein Angebot für alle, die es nutzen die Einheitlichkeit und auch mehr Tempo brauchen. ist klug; denn es respektiert die lokal gewachsenen turen. Meine Damen und Herren, es ist schon klar geworden: Qualifizierte Zuwanderung ist für uns kein Selbstzweck. Sie ist eine wirtschaftliche Notwendigkeit in diesem Internationale Fachkräfte bringen dabei nicht nur ihre lifikation mit, sie bringen Perspektiven, Erfahrungen, mit. Das stärkt unsere Innovationskraft, und das macht auch wettbewerbsfähiger. (Beifall CDU und SPD) Dass Wirtschaftsverbände wie der Hessische Industrieund Handelskammertag und die VhU dieses Vorhaben drücklich begrüßen, ist doch kein Zufall. Das zeigt, Landesregierung hat zugehört. Sie setzt um, was Unternehmen fordern. Wir positionieren Hessen damit als ven Standort im globalen Wettbewerb um kluge Die Koalition hält Wort, die ZFEH steht im Koalitionsvertrag, und sie kommt. (Beifall CDU und SPD) Im Herbst soll der Normalbetrieb starten. Und ja, stimmt, die „Fast Lane“ ist natürlich kein Allheilmittel. Das hat aber auch keiner behauptet. Die Anerkennung ländischer Berufsabschlüsse bleibt eine Herausforderung. Das sehen wir auch. Hier können wir noch erhebliches Potenzial heben. Aber wir lösen heute ein Problem – deshalb kann man te Morgen am Donnerstag schon etwas fröhlich sein –, wir heute lösen können, und das ist gut: den bürokratischen Engpass beim Zugang qualifizierter Fachkräfte auf hessischen Arbeitsmarkt. Wir sind offen für qualifizierte Fachkräfte, und wir beweisen das nicht nur mit Wir beweisen es mit Strukturen, Fristen und konkreten Ergebnissen. – Danke. (Beifall CDU und SPD)
