Andreas Lobenstein
der Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Hessen ist ein BerufsausbildungsBitte land. Denn in Hessen werden über 300 der insgesamt 327 deutschlandweit existierenden Ausbildungsberufe in aktuell etwa 30.000 dualen Ausbildungsbetrieben angeboten. So weit, so gut. Herren! Leider ist der diesbezügliche Trend in den letzten Jahren junge rückläufig gewesen, was Ihnen allen bekannt sein sollte. ein So ergab die Befragung zum IAB-Betriebspanel des Jahres daran 2024, dass im Ausbildungsjahr 2023/2024 lediglich 26 % der Betriebe in Hessen ausgebildet haben. Das geschah, und obwohl wir in Hessen nach wie vor einen unverändert großen Fachkräftemangel haben und sich immer mehr junge ist: Menschen für die duale Ausbildung interessieren. Da fragt man sich doch: Wie kann das sein? – Einer der möglichen Gründe ist, dass es den Bewerbern immer häufiger an grundlegenden Kenntnissen und einer allgemeinen absolut Ausbildungsfähigkeit fehlt, weswegen sich viele Ausbildungsbetriebe lieber dafür entscheiden, gar nicht erst ausdiezubilden. Paragra- Das ist auch in Zahlen messbar. So wurde im Rahmen des IAB-Betriebspanels 2024 erstmalig gefragt, was in Hessen geht die Gründe für den Ausbildungsverzicht waren. Die ErgebHer- nisse sind eindeutig: Neben fehlenden personellen Kapazitäten gaben 20 % der befragten Betriebe an, schlicht und System, ergreifend keine geeigneten Bewerber zu finden. Es tut mir leid, aber in dem Zusammenhang fällt mir eine SchüÄußerung des ehemaligen Bundesinnenministers Lothar de Struktur bis- Maizière ein. Er meinte nämlich im Jahr 2015, obwohl er dafür nicht wirklich zuständig war, Deutschland könne an über den Schulen oder bei der beruflichen Ausbildung kaum sprechen vielen an seinen Standards festhalten. Das bedeute nicht eine dauerhafte Absenkung der Standards, vielmehr sei das ein ersten improvisierter, mit gesundem Menschenverstand gewählter dann der Zugang zu Lösungen. Dass sich dies zumindest in Teilen bewahrheitet hat, sollte uns allen Sorgen machen. Transpa- (Beifall AfD) Insofern ist es richtig, heute darüber zu sprechen, wie wir unseren jungen Menschen den Start in eine Berufsausbildung erleichtern können und wie wir sie wirklich ausbildungsfähig machen. Genau das scheint der vorliegende Sie Gesetzentwurf adressieren zu wollen. Ja, die Einführung Ge- der Berufsfachschule zum Übergang in die Ausbildung Was kann ein richtiges Instrument dafür sein. Die Berufsfachrich- schule zum Übergang in die Ausbildung, kurz BÜA, soll Bil- die zweijährige Berufsfachschule und vollzeitschulische Berufsvorbereitung ersetzen bzw. in sich vereinen. Auf den ersten Blick ist zu begrüßen, dass damit ein starker Fokus auf die Berufsorientierung gelegt werden soll. Damit soll der Versuch unternommen werden, auf die eingangs von mir geschilderte Situation auf dem Berufsausbildungsmarkt zu reagieren. Der aktuelle Status quo hinsichtlich der im Gesetzentwurf aufgeführten Warteschleifen ist hinlänglich bekannt. Das wurde im Kultuspolitischen Ausschuss schon lebhaft diskutiert. Warum man aber bei einer durchaus sinnvollen Verdichtung des Lernstoffes in der einjährigen Berufsfachschule die Vermittlung kultureller Bildung in dem Gesetzentwurf nahezu übertreiben möchte, erschließt sich mir nicht wirklich. Aber es ist nicht so, als wären wir solche politischen Verklausulierungen und ihre tatsächliche Bedeutung inzwischen nicht schon gewohnt. Vielleicht hat das auch alles mit dem aktuellen Wahlverhalten junger Menschen zu tun. Wer weiß das schon? (Beifall AfD) Fest steht aber auch, dass die Schaffung einer neu gedachten Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung eben nur der erste Schritt sein kann, um mehr junge Menschen für die duale Ausbildung zu begeistern. Wir als AfD-Fraktion machen daher im Rahmen der alljährlichen Haushaltsdebatte immer wieder weitere Vorschläge. Als Stichwörter genügen hier beispielsweise die von uns geforderte Praktikumsprämie, die Ausbildungsberufe oder die Stärkung der Berufsbildung und Arbeitslehre in der Mittelstufenschule. Bezüglich des heute vorliegenden Gesetzentwurfs als erstem Schritt in die richtige Richtung freue auch ich mich auf die Anhörung im Kultuspolitischen Ausschuss. – Vielen Dank für Ihre geschätzte Aufmerksamkeit. (Beifall AfD)
