Heike Hofmann
Sprache ist der Schlüssel zu Bildung, zu gesellschaftlicher Teilhabe und zu einem erfolgreichen Lebensweg. Gerade in der Kindheit werden dafür die entscheidenden Grundlagen gelegt. Wer früh sprachlich gut begleitet wird, startet mit deutlich besseren Chancen in Schule und Gesellschaft. Deshalb hat die sprachliche Bildung in Hessen seit vielen Jahren einen hohen Stellenwert. Unser Ziel ist klar: Wir wollen Kinder von Anfang an bestmöglich in ihrer sprachlichen Entwicklung unterstützen – unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrer Familiensprache. In den vergangenen Jahren hat die Landesregierung dafür wichtige Strukturen aufgebaut. Dazu gehören unter anderem das Sprachförderprogramm für Kindergartenkinder, die Vorlaufkurse, Programme wie KISS sowie Fortbildungs- und Beratungsangebote für Fachkräfte. Auch mit den Sprach-Kita-Pauschalen und der Fachberatung unterstützen wir Einrichtungen gezielt dabei, sprachliche Bildung im Alltag zu stärken. Denn Sprachförderung wirkt dann am besten, wenn sie alltagsintegriert stattfindet – beim Spielen, beim Erzählen, beim gemeinsamen Entdecken der Welt. Wir gehen jetzt einen wichtigen Schritt weiter. Mit „Kinder. Sprachen. Zukunft!“ entsteht derzeit das erste hessische Kompetenzzentrum für sprachliche Bildung und Förderung in der frühen Kindheit. Damit schaffen wir erstmals in Hessen eine zentrale Struktur, die wissenschaftliche Erkenntnisse, pädagogische Praxis und Bildungspolitik systematisch miteinander verbindet. Das Kompetenzzentrum steht allen Akteurinnen und Akteuren offen – Trägern, Fachberatungen, Kindertageseinrichtungen, der Kindertagespflege sowie Eltern. Es wird kostenfreie Beratung, Fortbildungen und praxisnahe Unterstützungsangebote bereitstellen. Gleichzeitig bündeln wir bestehende regionale Angebote und vernetzen sie stärker miteinander. So entstehen Strukturen, die langfristig wirken und die Qualität der sprachlichen Bildung in Hessen weiter stärken. Unser Ziel ist es, ein tragfähiges, praxisorientiertes und wissenschaftlich fundiertes Gesamtkonzept zur Sprachbildung und Sprachförderung in Hessen zu entwickeln. Dabei bauen wir auf dem Bildungs- und Erziehungsplan auf und verbinden ihn mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen – etwa zu Mehrsprachigkeit, Medienbildung und Inklusion. Den heute vorliegenden Gesetzentwurf sieht die Landesregierung kritisch. Teilweise sind die vorgeschlagenen Maßnahmen finanziell kaum darstellbar, teilweise werden Strukturen vorgeschlagen, die in Hessen bereits bestehen und erfolgreich arbeiten. Diese gilt es nicht zu ersetzen, sondern zu sichern und weiterzuentwickeln. Deswegen plädiere ich dafür, den eingeschlagenen Weg der Landesregierung konsequent weiterzuverfolgen. Das Ziel der Landesregierung bleibt klar: Wir wollen allen Kindern – unabhängig von ihrer sprachlichen Herkunft oder ihrer individuellen Situation – echte Chancen auf Bildung und gesellschaftliche Teilhabe eröffnen. Mit den bestehenden Maßnahmen, dem entstehenden Gesamtkonzept Sprache und dem Kompetenzzentrum „Kinder. Sprachen. Zukunft!“ stärken wir die sprachliche Bildung in Hessen nachhaltig. Damit legt die Landesregierung den Grundstein für erfolgreiche Bildungsbiografien – und investiert zugleich in die Zukunft unseres Landes. (zurück zum Text auf Seite 4707) Anlage 7 (zu Tagesordnungspunkt 22) Nach § 109 Absatz 2 GOHLT zu Punkt 22 Tagesordnung, Drucks. 21/4030, zu Protokoll gebene Stellungnahme
