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Kathrin Anders

GRÜNE 19.03.2026 Sitzungen 21/63

Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren! Gebärmutterhalskrebs ist eine der wenigen Krebsarten, die wir heute nahezu vollständig verhindern könnten. Wir kennen die Ursache, und wir haben seit über 20 Jahren eine wirksame Impfung, die HPV-Impfung, die Krebs verhindert. Trotzdem erkranken jährlich in Deutschland weit über 6.000 Frauen an Krebs, der durch eine HPV-Infektion verursacht wurde. Rund 1.600 Frauen sterben jährlich allein in Deutschland. Auch Männer sind betroffen. Neuen Studien zufolge erkranken jährlich fast 2.900 Männer an Krebs, der durch HPV verursacht wurde. Das ist kein Schicksal, sondern hat auch mit einem sehr langsamen politischen Handeln zu tun. Andere Länder haben nämlich viel schneller gehandelt. In Australien ist man so weit, dass man sagen kann, der Gebärmutterhalskrebs ist praktisch ausgerottet. Wir in Deutschland kommen nicht voran, und der Grund ist sehr simpel: Die Impfquote ist einfach zu niedrig. Die HPV-Impfung ist eigentlich echter Bevölkerungsschutz, und Bevölkerungsschutz verlangt eben mehr politisches Handeln. Wenn wir nach Hessen schauen, sehen wir auch, dass die Impfquoten stagnieren. Es kommt zum Stillstand. Die Impfquote in Hessen liegt mit rund 52 % unter dem Bundesdurchschnitt. So wird man auch das Virus nicht weiter stoppen können. Wenn wir in den sehr langen Antrag schauen, dann sehen wir, dass das alles Maßnahmen sind, die es schon lange gibt. Auch die Integrierte Landesimpfstrategie gibt es mittlerweile seit sechs Jahren. Sie ist schon weit vor Corona initiiert worden. Sie hat eben noch nicht dazu geführt, dass die Impfquote wirklich gestiegen ist. Daher ist es dringend an der Zeit, echte Maßnahmen zu ergreifen und neue Wege zu gehen, damit wir hier in Hessen endlich einmal weiterkommen. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Knell (Freie Demokraten)) Deutschland liegt im europäischen Vergleich nur auf 19. Andere Länder zeigen mit Impfquoten zwischen und 96 %, dass es besser geht. Das ist in Island, in gen, in Portugal, in Spanien und in Schweden der Dort wird Gesundheitspolitik gemacht, aber nicht in Anträgen diskutiert, sondern es wird gehandelt. Auch hier in Deutschland gibt es große regionale schiede. Das erkennt man auf der Impfkarte des RKI. Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern gibt es nen deutlich höheren Anstieg der Impfungen als bei Vor der Pandemie waren wir bei 70 %, heute sind bei 65 %, also immer noch deutlich über dem, was anderen Ländern gibt. Aber auch Hessen hat ein wunderbares Beispiel dafür, man Impfquoten steigern kann. Im Landkreis Bergstraße haben das Robert Koch-Institut, der Landkreis und Impfunternehmen ein schulisches HPV-Impfprojekt geführt. Siehe da, die Impfquote ist signifikant gestiegen, um durchschnittlich 10 Prozentpunkte. Das hat dass ein strukturelles Angebot, ein niedrigschwelliges gebot wirkt. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Knell (Freie Demokraten)) Die damalige Gesundheitsdezernentin des Landkreises Bergstraße ist heute Gesundheitsministerin unseres Hessen. Deswegen ist es erstaunlich, dass sogar im tionsvertrag steht, dass Impfprogramme an Schulen nicht erforderlich seien. Dabei ist gerade im Landkreis Bergstraße bewiesen worden, dass das sehr wirksam Das ist sehr traurig; denn hier hat man die Evidenz. traurig, dass man das nicht zum Vorbild nimmt und flächendeckend in Hessen ausweitet. Frau Kollegin Knell hat es gesagt: Stattdessen wird die J1 hingewiesen. Diese ist freiwillig. Da gibt es Zettel nach Hause. Wenn ich mich nicht selbst darum mere und wenn ich vor allem nicht bei den Ärztinnen Ärzten sehr genau nach der HPV-Impfung nachfrage, kommt es sehr darauf an, wie gut ich generell versorgt und wie ich mich als Eltern bemerkbar machen kann. Ich bin selbst HPV-positiv. Vor drei Jahren, nach der gnose, wollte ich all meine drei Jungs impfen lassen. hat ein halbes Jahr gedauert, bis ich eine Ärztin den habe, die es einfach gemacht und zudem ausreichend informiert hat. Daher gibt es da noch deutlich mehr wicklungsbedarf, als es in den vielen Zeilen des niedergeschrieben ist. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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