hessischer-landtag.de ↗

Pascal Schleich

AfD 19.03.2026 Sitzungen 21/63

Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! In nicht allzu ferner Zeit feiern wir Ostern. In unserem christlich geprägten Land ist dieses Fest für viele Menschen von besonderer Bedeutung. Ostern ist weit mehr als ein verlängertes Wochenende. Es ist ein Fest mit tiefer religiöser Verwurzelung, mit gewachsenen Traditionen, mit vertrauten Bräuchen und auch mit einem gesellschaftlichen Rahmen, der diesem besonderen Anlass Rechnung trägt. (Beifall AfD) Zu Ostern kommen Familien zusammen. Jeder trägt auf seine Weise zu diesem Fest bei. Die Kleinsten bemalen mit großer Freude ihre Ostereier, Eltern und Großeltern bereiten gemeinsame Mahlzeiten vor, und auch die älteren Kinder und Jugendlichen verbringen diese Tage ganz selbstverständlich im Kreise der Familie und nicht in irgendeinem Club oder auf der nächsten Party. Das war über Generationen hinweg gelebte Praxis in unserem Land. Man wusste, welche Tage einen besonderen Charakter haben, und man hat sich danach gerichtet. Das war weder unzumutbar noch problematisch. Es war ein Ausdruck von Respekt vor den religiösen und kulturellen Wurzeln unseres Gemeinwesens. (Beifall AfD) Der heute von der FDP vorgelegte Gesetzentwurf sieht jedoch gerade in diesem Tanzverbot an den Osterfeiertagen ein Problem. Liest man die Begründung: Dort ist von einem – ich zitiere – „erheblichen Eingriff in die allgemeine Handlungsfreiheit“ die Rede. Zugleich wird unsere Gesellschaft als zunehmend religiös und weltanschaulich plural beschrieben. Ja, unsere Gesellschaft ist pluraler geworden. Aber deshalb stellt sich doch die Frage, ob wir nun beginnen sollten, die eigenen, über Jahrhunderte gewachsenen tionen immer weiter zurückzunehmen. Denn die dieser Entwicklung konnten wir in den vergangenen bereits an vielen Stellen beobachten. (Dr. Stefan Naas (Freie Demokraten): Perfekte nition von Konservatismus!) – Danke schön, Herr Dr. Naas. Aus Weihnachtsmärkten wurden plötzlich Lichterfeste. manchen Kindergärten gibt es keinen Weihnachtsbaum keine Weihnachtsfeier mehr. Mancherorts fällt selbst Sankt-Martins-Umzug aus oder wird seiner eigentlichen Bedeutung beraubt. Schulkindern wird nahegelegt, ihr senbrot möglichst heimlich zu essen, um andere nicht stören. (Wiebke Knell (Freie Demokraten): Was hat das dem Thema zu tun?) – Frau Knell, hören Sie zu, dann können Sie etwas lernen. Meine Damen und Herren, all das sind keine belanglosen Randerscheinungen. Es sind Entwicklungen, die viele ger sehr wohl wahrnehmen und die zunehmend befremden. Werte Kolleginnen und Kollegen der FDP, ich frage Sie her ganz offen: Halten Sie diese Veränderungen für Fortschritt? Finden Sie die gut? (Beifall AfD) Ich jedenfalls sage sehr deutlich: Ich halte sie für Ich halte sie für schädlich für den gesellschaftlichen sammenhalt. (Dr. Stefan Naas (Freie Demokraten): Also, ich unseren Gesetzentwurf für fortschrittlich!) Ich halte sie vor allem deshalb für problematisch, weil oft der Eindruck entsteht, dass unsere eigenen Traditionen immer weiter relativiert werden, (Beifall AfD) während gegenüber anderen religiösen Gruppen ein größeres Maß an Rücksicht eingefordert wird. (Wiebke Knell (Freie Demokraten): Das hat überhaupt nichts mit dem Thema zu tun! – Christoph

Alle Reden von Pascal Schleich Protokoll ↗