Frank Lortz
Herr Minister, vielen Dank. – Wir sind am Ende der sprache zu dieser Aktuellen Stunde angelangt. Ich rufe Tagesordnungspunkt 46 auf: Antrag Aktuelle Stunde Fraktion der Freien Demokraten Ärztemangel bekämpfen statt Fachkräfte ausbremsen: Über 1.200 approbationswillige Ärztinnen und warten auf ihre Zulassung in Hessen – Drucks. 21/4068 – Es beginnt Herr Kollege Yanki Pürsün für die FDP-Fraktion. Yanki, bitte sehr. Yanki Pürsün (Freie Demokraten): Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! In warten derzeit über 1.200 approbationswillige Ärztinnen und Ärzte darauf, endlich arbeiten zu dürfen. Das Menschen, die Patientinnen und Patienten behandeln ten. Das sind Menschen, die unsere Praxen, Krankenhäuser und Patienten dringend brauchen. Trotzdem sitzen sie in Verfahren und Warteschleifen Während qualifizierte Ärztinnen und Ärzte auf ihre sung warten, verschärft sich der Ärztemangel in immer weiter. Rund 300 Hausarztstellen sind aktuell besetzt. Das ist besonders im ländlichen Raum der Exzel- In Nordhessen berichten die Kommunen bereits heute daHoch- von, dass die Patientinnen und Patienten kaum noch einen Hausarzt finden. Die Situation wird sich noch weiter verschärfen. Forscher Die Prognosen zeigen, dass bis zum Jahr 2030 etwa die sechs Hälfte aller Hausarztpraxen in Hessen eine Nachfolge suwir chen wird. Wenn wir nichts ändern, droht eine massive Versorgungslücke. die Gleichzeitig liegen beim Hessischen Landesamt für Gesundheit und Pflege über 1.200 Anträge von Ärztinnen und gehen. Ärzten, die in Hessen arbeiten wollen. Liebe Kolleginnen und Kollegen, das ist ein Bürokratieproblem dieser Landesregierung. (Beifall Wiebke Knell (Freie Demokraten)) dass – Das verdient eigentlich einen Applaus des ganzen Hauses. Es ist schade, dass die Mitglieder einiger Fraktiohat – nen diese Probleme seit Jahren einfach so hinnehmen. 1 : 1 Menschen mit medizinischer Ausbildung wollen hier arnicht die beiten. Sie wollen Patienten helfen. Sie wollen Teil unseres Gesundheitssystems werden. geben Was passiert? Es gibt monatelange Verfahren und komplizierte Anerkennungsprozesse. Es gibt viel zu wenig Tempo, unzureichende Kommunikation und kaum Transparenz. Hessen Es gibt keinen Bürgerservice. Umframich Während Praxen schließen und Patienten auf Termine warten, blockiert ein überlastetes Verwaltungssystem genau die Fachkräfte, die wir dringend brauchen. Wir Ende Das zentrale Nadelöhr ist das Hessische Landesamt für Gesundheit und Pflege dieser Landesregierung. Dort stauen sich die Verfahren. Dort wartet man mit den Anträgen. Dort ist der Flaschenhals. Genau da muss die Landesregierung handeln. (Beifall Freie Demokraten und vereinzelt BÜNDNIS Aus- 90/DIE GRÜNEN) Die Regierung verwaltet das Problem aber nur seit vielen Jahren. Für uns Freie Demokraten ist klar: Wenn qualifizierte Ärztinnen und Ärzte bereitstehen, dürfen sie nicht monatelang auf eine Entscheidung warten. Erstens müssen die Anerkennungsverfahren deutlich Ärzte schneller werden. Die Verfahren müssen effizienter organisiert, digital und transparent werden. Zweitens müssen wir die vorläufigen Berufserlaubnisse stärker nutzen. Wenn die fachliche Qualifikation grundsätzlich vorliegt, sollten die Ärzte früher unter Aufsicht arbeiten können, anstatt monatelang untätig zu warten. (Beifall Freie Demokraten) Hessen Drittens müssen wir die Anerkennung ausländischer Abschlüsse deutlich vereinfachen. Viele Bewerber kommen sind aus Drittstaaten und bringen wertvolle Erfahrungen mit. könnDiese Menschen wollen in Hessen arbeiten. Wir sollten alles dafür tun, dass sie schnell Teil unseres Gesundheitssystems werden. fest. (Beifall Freie Demokraten) ZulasHessen Aber wir müssen auch die Infrastruktur stärken, die Büroun- kratie abbauen und die Rahmenbedingungen für die Ärzte Fall. verbessern. Liebe Kolleginnen und Kollegen, die Realität ist klar erkennbar: Hessen braucht mehr Ärzte. Hessen hat Menschen, die genau diese Aufgabe übernehmen könnten. Doch zwischen diesen beiden Polen befindet sich aktuell ein Berg aus Bürokratie. Über 1.200 Ärztinnen und Ärzte warten darauf, arbeiten zu dürfen. Währenddessen warten die Patienten auf Termine. Die Kommunen warten auf die Hausärzte. Praxen warten auf Nachfolger. Das kann und darf so nicht bleiben. (Beifall Freie Demokraten und vereinzelt BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Wenn wir den Ärztemangel wirklich bekämpfen wollen, dann müssen wir aufhören, die Fachkräfte auszubremsen. Wir müssen die Verfahren beschleunigen, die Anerkennung vereinfachen und die Niederlassung erleichtern. Kurz gesagt: Wir müssen dafür sorgen, dass die Ärzte behandeln können, statt Formulare auszufüllen. Denn eines ist klar: Die Fachkräfte sind da. Diese Landesregierung beraubt sie aber seit Jahren ihrer Chancen. (Beifall Freie Demokraten) Jetzt ist es Sache der Landesregierung, genau das anzupacken und das Problem endlich einmal zu lösen. (Beifall Freie Demokraten)
