Matthias Körner
Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine Damen und „Mach einmal einen los!“, wurde mir hinterhergerufen irgendwie hat sich eine gewisse Müdigkeit im Saal schlichen. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, ein bisschen Zeit zurückzugeben und hier ein paar sche Abkürzungen zu nehmen (J. Michael Müller (Lahn-Dill) (CDU): Das sogar noch besser!) – wunderbar, freuen Sie sich schon einmal –, weil paar Sachen schon gesagt worden sind und deswegen noch einmal von mir wiederholt werden müssen. Ich möchte aber eines vorausschicken, was mir auch in der Debatte aufgefallen ist, auch von Herrn Lambrou. Schlechterdings oder bestenfalls ist es so, dass die Fraktionen außer Ihnen in diesem Haus gar keine Vorschläge zum Thema Flüchtlingspolitik machen können, die am Ende des Tages zufriedenstellen können, solange die grundgesetzlichen Gebote der Menschenwürde ten. Ihre Zustimmung wäre, jedenfalls für mich, ein signal. Deswegen werden wir hier auch keinen bekommen, an dessen Ende es möglich sein wird, vorzuschlagen, was Ihre Zustimmung findet. Diese hat hier bei diesem Thema vermutlich niemand. Städte (Beifall SPD, vereinzelt CDU und BÜNDNIS 90/ und DIE GRÜNEN) Integration ist keine Einbahnstraße. Sie verlangt etwas von denen, die kommen, und sie bedeutet etwas für die, die aufnehmen. Genau deshalb lautet die entscheidende Frage Kom- nicht, wo wir die Menschen länger festhalten, sondern, an eine welcher Stelle Integration stattfinden kann. Ihr Gesetzentwurf sagt im Kern: länger in der zentralen System Einrichtung, später in der Kommune, Integration zeitlich nach hinten. Begründet wird das mit Entlastung und KosPau- ten. – Ich halte das für eine Verkürzung und am Ende für den falschen Ansatz; denn, wer Integration ernst nimmt, der weiß: Zeit ist kein neutraler Faktor, Zeit ist entscheiLand dend. Wer Integration verschiebt, löst keine Probleme, er und vergrößert sie, und zwar für alle Beteiligten. finan- (Beifall SPD, vereinzelt CDU und BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) Wir wissen doch aus Erfahrung – das ist ja nicht die erste Situation, in der dieses Land mit Geflohenen umgehen muss –, wann es besser gelingt: wenn Menschen früh Sprain Zu- che erlernen, wenn sie in Arbeit kommen, wenn Kinder schnell in Kita und Schule sind, wenn Kontakte entstehen. hören Dazu gehören schnellere Verfahren, Anerkennung von Abschlüssen, klare Wege in die Beschäftigung; das alles ist Lesung schon diskutiert worden. Das entlastet die Kommunen wirklich, nicht aber das längere Warten in einer bestimmten Einrichtung statt in der anderen. Sie reden von Entlastung, tatsächlich aber organisieren Sie Verzögerung, meine Damen und Herren. (Beifall SPD und vereinzelt CDU) hat Integration passiert nicht in Konzeptpapieren – auch wenn wir viele davon schreiben –, sondern sie passiert dort, wo Menschen sich begegnen: im Verein, im Sport, im Ehrenamt. Das ist nicht romantisch, das ist die Realität vor Ort, das ist die Erfahrung auch der letzten Jahrzehnte. Diese Realität erreicht man nicht, wenn man Menschen länger zentral unterbringt. Deswegen lassen Sie mich zum Schluss sagen: Daran geHerren! messen geht Ihr Gesetzentwurf in die falsche Richtung. – Wir werden ihn erneut ablehnen, auch wenn es wahreingescheinlich zur dritten Lesung kommt. – Danke schön. Ihnen rhetori- (Beifall SPD und vereinzelt CDU) wäre
