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Dr. Ralf-Norbert Bartelt

CDU 05.02.2026 Sitzungen 21/60

Verehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Lieber Herr Kollege Richter, Ihre Darstellungen und das, was Sie hier vorgetragen haben, waren, um es freundlich auszudrücken, schon sehr nah an der Unwahrheit. (Heiterkeit Moritz Promny (Freie Demokraten)) Ich will einmal umgekehrt fragen: Wenn wir das nicht gemacht hätten, also wenn wir nicht parallel die Entwicklung und das Zulassungsverfahren ermöglicht hätten, das über die Europäische Union gegangen ist, und wenn nicht so viel Engagement in der Bevölkerung da gewesen wäre, wie vom Deutschen Roten Kreuz und vom öffentlichen Gesundheitsdienst, um diese Impfaktion zu organisieren, und wir Bilder gehabt hätten wie in Italien, (Holger Bellino (CDU): Bergamo!) wo die Krematorien an ihre Leistungsfähigkeit gestoßen sind, was würden Sie dann sagen? (Dr. Frank Grobe (AfD): Das sind doch Fake News! – Gegenruf Michael Boddenberg (CDU): Das sind keine Fake News! Unfassbar!) Was würden Sie uns dann heute vorwerfen? Überlegen Sie sich das einmal. (Beifall CDU, SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Es ist auch nicht wahr, dass eine Kampagne für diese neue Technologie gemacht wurde, sondern es wurde zum Impfen aufgefordert. (Zurufe AfD) Sie hätten sich auch mit den Vektorimpfstoffen impfen lassen können. Diese Impfstoffe standen auch zur Wahl, sie standen auch zur Verfügung. (J. Michael Müller (Lahn-Dill) (CDU): Immer zur Wahl! So ist es!) Das ist also eine ähnliche Technologie wie die SputnikImpfstoffe. Vielleicht hätte das die Sache für Sie sympathischer gemacht. (Heiterkeit Lena Arnoldt (CDU)) Das, was Sie hier sagen, stimmt doch nicht. Machen Sie sich doch einmal frei von Ihren Verschwörungstheorien. (Beifall CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Freie Demokraten) Nein, was von der Gesellschaft geleistet wurde, war großartig. Einmal der Erfindungsgeist der Wissenschaftler mit Migrationshintergrund, (Zuruf SPD: Hört, hört!) die diesen Impfstoff entwickelt haben, die das unternehmerische Risiko eingegangen sind, dies auch zur Produktion zu führen. Dann das Engagement in europäischer Solidarität über die Europäische Union. Dann – ich wiederhole mich – Entwicklung, Produktion und Zulassungsverfahren gleichzeitig zu ermöglichen, ohne die Qualität und ohne die Sorgfalt des Zulassungsverfahrens zu beeinträchtigen. (Widerspruch Gerhard Schenk (Bebra) (AfD)) Dann besonders hier in Hessen die Art und Weise, die Organisation der Behandlung, die Einteilung der Krankenhäuser in Level-Krankenhäuser, damit jedes Krankenhaus seinen Beitrag zur optimalen Versorgung leisten kann. Das war schon großartig. (Zuruf Gerhard Schenk (Bebra) (AfD)) Natürlich wurden auch Fehler gemacht, etwa dass die Kinderspielplätze geschlossen wurden. Das ist im Nachhinein nicht richtig gewesen. Aber was auf keinen Fall falsch gewesen war, war die Organisation des Impfens. Das ist ganz sicher. (Beifall CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Freie Demokraten) Ich möchte das, was die geschätzte Kollegin Kathrin Anders hinsichtlich der Krebstherapie gesagt hat, ergänzen. Derzeit laufen drei klinische Studien, wie der „Focus“ kürzlich berichtet hat, die erstens das häufigste, das kleinzellige Lungenkarzinom betreffen, und zweitens den Bauchspeicheldrüsenkrebs, eine Krebsart, die massiv zunimmt. Zu meiner Zeit als Mediziner war das noch eine der seltenen Krebsarten. Heute ist es eine mittelhäufige Krebsart. Drittens betrifft das auch eine Krebsart, mit der ich mich früher als niedergelassener Hautarzt und früher als wissenschaftlicher Assistent in der Uniklinik beschäftigt habe, nämlich das maligne Melanom. Wenn man diesen Patienten jetzt die Hoffnung nimmt, indem man Unsicherheit verbreitet und sagt, das sei alles eine dubiose Technologie, dann ist das nicht nur falsch vom wissenschaftlichen Standpunkt her, sondern das auch schlichtweg unmenschlich.

Alle Reden von Dr. Ralf-Norbert Bartelt Protokoll ↗