hessischer-landtag.de ↗

Katy Walther

GRÜNE 05.02.2026 Sitzungen 21/60

Ja, ich bin schon da. – Sehr geehrter Herr Präsident, Kolleginnen und Kollegen, liebe Gäste! Flatrate-Tickets sind Gamechanger, wenn es darum geht, Menschen Zugang zum ÖPNV zu erleichtern. Einsteigen, ohne vorher am Kartenautomat zu verzweifeln? Das wollten wir GRÜNE für die Menschen in Deshalb haben wir zusammen mit der CDU 2017 Schülerticket, 2018 das Landesticket, 2020 das Seniorenticket und 2021 schließlich den Hessenpass mobil als zialticket eingeführt. Letzteres, weil Mobilität eben eine soziale Dimension hat, weil der Zugang zu Mobilität nämlich Teilhabe ermöglicht und wir diese für alle schen wollen, liebe Kolleginnen und Kollegen. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) DemoUnsere Flatrate-Tickets haben sich bewährt. Über 400.000 zu? junge Leute nutzen mittlerweile das Schülerticket. 1,3 Millionen hessische Rentnerinnen und Rentner haben Zugang zum Seniorenticket. Circa 120.000 Menschen fahren mit dem Sozialticket Hessenpass mobil, und über 650.000 – Hessinnen und Hessen sind mit dem Deutschlandticket unMüger. terwegs, dessen Vorbilder übrigens unsere hessischen Flatrate-Tickets waren. Grün wirkt, meine Damen und Herren. begrüße (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) LanDas Landesticket ist ebenfalls ein riesiger Erfolg, wie der Hessische Rundfunk Anfang November vermeldete. Mehr als jeder zehnte Landesbeschäftigte hat seit Einführung des Tickets ein Auto abgeschafft, heißt es da. Das sind 36.000 Autos weniger auf Hessens Straßen, was die Stauzeiten Feuerreduziert und Platz schafft für diejenigen, die wirklich fahren müssen: Handwerker, Ver- und Entsorger, Lieferanten, Rettungsdienste und die Feuerwehren. Während die Landesbediensteten 2017 noch 16 % ihrer Wege mit Bussen und Bahnen zurücklegten, sind es jetzt fast 30 %. 30 %, liebe Kolleginnen und Kollegen, ein Drittel der Wege mit dem Umweltverbund: Das ist ein Riesenerfolg, finden wir. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Damit liegen die Landesbediensteten auch deutlich über dem gesamthessischen Schnitt von 18 %, wie das Hessische Landesamt ermittelt hat. Sie sehen also, das Landesticket ist nicht nur eine gute grüne Idee gewesen, es hat die Landesbediensteten auch überzeugt und tut es bis heute. KostenGrundlage der Berichterstattung im hr war übrigens der VerEvaluationsbericht des Instituts für angewandte Sozialwissenschaft in Bonn im Auftrag des Wirtschaftsministeriums und des Innenministeriums. Das Gutachten hält eine weitere spannende Erkenntnis bereit. Insgesamt werden durch das Landesticket pro Tag nämlich 38.000 Kilogramm CO -Äquivalente eingespart. als Aufs Jahr gerechnet sind das rund 14.000 Tonnen CO - Äquivalente, die nicht emittiert werden. Auf den ersten Blick vielleicht kein großer Batzen, aber wer sich mit den Problemen der Dekarbonisierung des Verkehrsbereichs beKaty schäftigt, weiß, dass wir dort um jede Tonne kämpfen. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Das Landesticket ist gut für die Mitarbeitenden und gut fürs Klima; und wir wollen, dass es erhalten bleibt und nicht irgendwann, wie so vieles derzeit, als haushaltspolitische Sparmaßnahme eingespart wird. Deshalb haben wir den vorliegenden Entschließungsantrag eingebracht. werte Im Koalitionsvertrag haben Sie sich zum Landesticket bekannt, und auch Ihr Antrag heute lässt eine gewisse Symden pathie gegenüber dem Landesticket erkennen. (Lisa Gnadl (SPD): Und wie!) Hessen. Das freut uns sehr. Wir GRÜNE wünschen uns nämlich, das dass in Zukunft noch mehr Wege der Landesbediensteten mit Bussen und Bahnen zurückgelegt werden. Dafür muss So- das Bus- und Bahnangebot aber auch noch deutlich besser auch werden. Das hat die Studie nämlich auch ergeben: dass vor allem die Nutzerinnen und Nutzer des Tickets aus dem Men- ländlichen Raum hier noch deutlich Nachholbedarf sehen, während die Städter überwiegend zufrieden sind. Genau daran müssen Sie arbeiten, liebe Landesregierung und lieber Verkehrsminister Mansoori. Wir fordern daher noch einmal: Geben Sie mehr Geld für Busse und Bahnen aus. Versemmeln Sie die Ausbau- und Reaktivierungsprojekte des FRMplus-Programms nicht. Setzen Sie sich im Bund für die Erhöhung der Regionalisierungsmittel ein, für ausreichend Gelder für den Bahnausbau und schnellere Planungs- und Genehmigungsprozesse. Veranstalten Sie endlich den seit zwei Jahren versprochenen jährlichen Bahngipfel, und lösen Sie die im Koalitionsvertrag festgeschriebene finanzpolitische Handbremse beim Deutschlandticket, um die Zukunft dieses erfolgreichen Flatrate-Tickets nicht aus Hessen heraus zu gefährden. Alle Nutzerinnen und Nutzer – ich sage es noch einmal: 650.000 Hessinnen und Hessen – müssen sich darauf verlassen können, dass ihr Ticket eine Zukunft hat; denn moderne Mobilität erkennt man nicht nur an regelmäßig und pünktlich fahrenden Bussen und Bahnen, sondern auch an einfachen Tickets für die Menschen. – Vielen Dank. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Alle Reden von Katy Walther Protokoll ↗