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Timon Gremmels

05.02.2026 Sitzungen 21/60

Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine sehr verehrten Damen und Herren! Sie haben heute Morgen sicherlich der Nachrichtenlage entnommen, dass es in Darmstadt zu einem Großbrand bei dem GSI Helmholtzzentrum gekommen ist. Ich habe mich nach Rücksprache mit Innenminister Poseck entschieden, heute Mittag nach Darmstadt zu fahren, um mir zusammen mit dem Oberbürgermeister Hanno Benz und dem Ordnungsdezernenten Paul Wandrey einen Überblick über die Lage zu verschaffen. Das GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung ist, auch als Zulieferer für FAIR, ein wichtiger und entscheidender Baustein unserer Wissenschafts- und Forschungspolitik, meine sehr verehrten Damen und Herren. Dort ist ein Brand ausgebrochen, der aktuell anhält. Als ich vor einer Stunde den Ort verlassen habe, gab es noch deutlichen Rauch und Feuer. Es sind insgesamt über 160 Feuerwehrleute im Einsatz – von der Berufsfeuerwehr Darmstadt, den freiwilligen Feuerwehren aus Darmstadt und Umgebung, der Werkfeuerwehr von Merck, der Feuerwehr Ludwigshafen aus Rheinland-Pfalz und vielen weiteren Wehren. Ich möchte im Namen der Landesregierung den Kolleginnen und Kollegen, die im Einsatz sind, danken. Darunter fällt auch der Kollege Jourdan, Landtagsabgeordneter der CDU, der heute Morgen dachte, es sei eine Fehlmeldung, er würde einmal kurz hinfahren und käme anschließend in den Landtag. Ich habe ihn vor Ort getroffen. Ich möchte stellvertretend all den Kolleginnen und Kollegen, den Feuerwehrleuten, die dort im Einsatz sind und diesen Brand bekämpfen, im Namen der Landesregierung und auch im Namen des Innenministers Poseck einen ganz herzlichen Dank aussprechen. (Allgemeiner Beifall) Die gute Nachricht ist, dass bisher keine Personen zu Schaden gekommen sind. Es gab zwar eine Warnung, Fenster und Türen zu schließen, aber aktuell gibt es keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit der in der Umgebung lebenden Bevölkerung. Nach aktuellem Informationsstand brach das Feuer gegen 6:30 Uhr im GSI-Gebäude des Linearbeschleunigers UNILAC aus. Dabei handelt es sich um eine wichtige Forschungseinrichtung der GSI. Hier werden viele Experimente durchgeführt, und es ist auch ein Herzstück dieser Anlage. Viele dieser Experimente müssen nun verschoben werden, ebenso der für Ende dieses Jahres geplante Probelauf für die Inbetriebnahme von FAIR. Die FAIR-Baustelle ist Gott sei Dank nicht vom Brand betroffen, aber, wie gesagt, der Zulieferer GSI ist schwer beschädigt. Insofern verschieben wir den Probelauf. Aller Wahrscheinlichkeit nach steht hinter dem geplanten FAIRStart im Jahr 2028 ein großes Fragezeichen. Sobald der Brand gelöscht ist – das kann noch über den Tag hinweg dauern –, werden wir eine Taskforce einsetzen, die sich auch mit den Konsequenzen für die Forschung am GSI Helmholtzzentrum beschäftigt. Ich will einmal deutlich machen: Im GSI Helmholtzzentrum sind Forscherinnen und Forscher tätig, die gerade an Experimenten, Forschungsvorhaben und Doktorarbeiten arbeiten. Durch den Brand bricht ein wesentlicher Teil weg, und das ist für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine richtige Katastrophe. Ich habe auch schon Kontakt mit der Bundesforschungsministerin aufgenommen. Wir werden dort eine Taskforce einrichten und schauen, wie wir helfen können, wie wir den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unter die Arme greifen können, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Allgemeiner Beifall) Denn das GSI Helmholtzzentrum ist eine national wie international renommierte Forschungseinrichtung, die durch den Start von FAIR noch einmal mehr Anziehungskraft erhalten wird. Wir stehen an der Seite der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und werden alle Anstrengungen unternehmen, um das betroffene Gebäude der GSI bald wieder in Betrieb zu nehmen. Jetzt geht es aber erst einmal darum, den Brand weiter zu bekämpfen. Ich bitte Sie, nicht über die Brandursachen zu spekulieren. Da sind die Ermittlerinnen und Ermittler im Einsatz. Kollege Poseck, mit dem ich mich laufend über den Tag hinweg abgestimmt habe, wird heute Abend noch den Weg nach Darmstadt nehmen, dort den Einsatzkräften danken und sich einen aktuellen Sachstand geben lassen. Ich bin sehr sicher, dass wir uns mit diesem Thema, mit den Konsequenzen dieses schrecklichen Brandes, im Hessischen Landtag noch weiter auseinandersetzen müssen. Ich wollte aber die Gelegenheit nutzen – wenn wir schon in der Plenarwoche zusammenkommen, in der dieses Ereignis passiert, das sicherlich nicht nur die Kolleginnen und Kollegen im Wissenschaftsausschuss interessiert –, Ihnen einen ganz aktuellen Sachstand zu geben, der natürlich nicht vollständig sein kann. Alles andere kommt in nächsten Tagen. Mein Wunsch und meine Bitte sind: keine weiteren lationen. Jetzt gilt es, den Brand zu bekämpfen, die ursachen durch die Expertinnen und Experten zu ermitteln und dann zu schauen, dass wir möglichst schnell den senschaftsbetrieb wieder anlaufen lassen können. – Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Allgemeiner Beifall)

Protokoll ↗