MastHartwig Jourdan
ViruserSehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kolbis legen! Herr Müller, ich muss mich zunächst kurz mit Ihnen befassen. Ich glaube, wir müssen einmal ein ernstes Wörtchen über den Antibiotikaeinsatz in der Nutztierhaltung reden. Bis vor einem Jahr war ich intensiver Tierhalter. SysLeider ist nicht durch die Geflügelpest, sondern durch dort die Schweinepest unsere Tierhaltung zum Erliegen gekommen. Deshalb ist mir das alles sehr gut vertraut. Vor allen Dingen ist mir vertraut, was alles auf einem als Unternehmer und auch als Familie lastet, wenn man mit solchen System Tierseuchen zu tun hat. Einfach ist das alles nicht. Ich spreche noch gar nicht von den Betrieben, die eine Keufür lung miterleben mussten. Im Sommer vergangenen Jahres dieses sind Sachen abgelaufen, von denen ich hier nicht sprechen vermöchte. Das war sehr furchtbar. Gestandene Männer sind in Tränen ausgebrochen, weil das alles nicht so schön ist. so (Hans-Jürgen Müller (Witzenhausen) (BÜNDNIS mehr 90/DIE GRÜNEN): Vollkommen dabei!) Herr Müller, ich kann auf jeden Fall sagen, früher war es mit dem Antibiotikaeinsatz etwas anders. Heute ist es dass aber nun einmal nicht mehr so. Wer krank ist, muss beDurch- handelt werden. Das gilt für den Menschen und für das Tier. Deshalb bekommt ein krankes Tier auch Antibiotika, wenn dies erforderlich ist und wenn das Tier krank ist und wenn eine Antibiose gemacht wurde. Fütterungsantibiotika dauerhaft zu verabreichen, das sollte der Vergangenheit angehören. Im Übrigen ist das gar nicht zulässig. (Vereinzelter Beifall CDU und SPD – Zuruf HansJürgen Müller (Witzenhausen) (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)) Nun zur AfD. Sie haben einen Antrag gestellt. Es ist ja gut, dass Sie sich mit dem Thema befassen. Warum Sie aber diesen Antrag geschrieben haben, das erschließt sich mir in keiner Weise. All das, was Sie in diesem Antrag fordern, ist 1 : 1 das, was gemacht wird. Frau Knell hat das sehr deutlich gesagt. Auf die Rohmilchuntersuchung und die Gefahr der Belastung muss ich jetzt gar nicht mehr eingehen. Sie haben das Thema Impfen angesprochen. Wir wissen, dass es derzeit nur einen einzigen zugelassenen Impfstoff gibt. Der ist nur für Hühner zugelassen, nicht für anderes Nutzgeflügel. Außerdem gibt es das große Problem: Wenn man geimpft hat, hat man mit massiven Handelsrestriktionen zu kämpfen, gerade bei Schweinen und beim Geflügel. Wir sind aber auf den Export der Tiere, die wir nicht hier in Deutschland essen, in Drittländer angewiesen. Das Geld brauchen wir für die Wertschöpfungskette. Das geht in vollem Umfang verloren, wenn geimpft worden ist. Frau Knell hat es schon gesagt: Ein weiteres Problem ist, das geimpfte Tiere das Virus zwar in sich tragen, aber keine Krankheitssymptome zeigen. Das ist also ein großes Problem und deshalb mit allergrößter Vorsicht zu behandeln. Sie aber fordern, dass sich das Land Hessen für Impfungen einsetzen soll. Momentan ist das Impfverfahren Thema im Bundesrat, und das Land Hessen wird sich im Bundesrat dafür einsetzen, dass dieses Verfahren zu einem guten Abschluss kommt und wir dann Absprachen mit Drittstaaten treffen können, damit an der Stelle einiges ermöglicht und besser wird. Das wird also alles gemacht, aber Sie fordern das per Antrag. Das erschließt sich mir nicht. Sie fordern Entschädigungen für die betroffenen Tierhalter. Selbstverständlich gibt es eine Entschädigung, wenn jemand betroffen ist. Der Tierwirt wird zu 50 % vom Land Hessen und zu 50 % von der Tierseuchenkasse entschädigt. Sie fordern, dass die Entschädigungen nach Geflügelarten und Produktionsrichtungen getrennt erfasst werden müssen. Genau das wird gemacht. Es wird nämlich geschaut: Ist es ein Zuchtgockel im Hühnerverein, ist es Mastgeflügel, sind es Legehennen? All das wird vorher angeschaut und kategorisiert, und dann wird der Wert der Tiere festgelegt. Anschließend werden die Tierhalter entsprechend entschädigt. Das wird also im Verhältnis 1 : 1 gemacht. Sie fordern aber, dass das Land mit Geld einspringen soll, dass das Land zahlen soll. Dann sollten Sie sich aber auch darüber im Klaren sein, inwieweit das mit der GAP-Förderung, mit den europäischen Richtlinien zu vereinbaren ist. Das ist alles nicht so einfach, dass man das so hinflammen und sagen könnte, das Land müsse dafür aufkommen.
