Christian Wendel
Frau Präsidentin, vielen Dank für die Nachfrage. Eigentlich möchte ich aber gern fortfahren. Wir fördern konsequent die berufliche Orientierung und, damit verbunden, Aktivitäten zur Fachkräftesicherung. Denken Sie an die bereits zum zweiten Mal durchgeführten Praktikumswochen. Rund 1.000 Unternehmen haben sich im Jahr 2025 daran beteiligt. Das ist ein großartiger Erfolg. Wir unterstützen außerdem Schulen, die der beruflichen Orientierung Vorrang geben, dabei neue Maßstäbe setzen und anderen als Vorbild dienen, mit dem Gütesiegel „Berufs- und Studienorientierung“. Meine Damen und Herren, ich bin sehr regelmäßig im Berufsschulzentrum meiner Heimatstadt Limburg zu Gast, zuletzt anlässlich der Berufsbildungsmesse des HessenCampus. Was dort im Rahmen des Campus gemeinsam mit starken Partnern der Region geleistet wird, ist ein weiteres Beispiel für die vielen hessenweiten Initiativen zur Information und zur Beratung der Schülerinnen und Schüler für den künftigen Berufsweg. Wir liefern auch in den Bereichen Digitalisierung, KIund Medienbildung. Medienkompetenz ist inzwischen als Bildungsziel in das Hessische Schulgesetz aufgenommen worden – eine Maßnahme, die auf viele Entwicklungen ausstrahlen wird. Das zeigt sich beispielsweise in dem bundesweit einmaligen Schulfach „Digitale Welt“ ganz konkret; ebenso wurde es bei der kürzlich erfolgten Einführung des KI-Chatbots „telli“ oder bei der Einführung des digitalen Diagnose- und Fördertools „Mathe sicher können“ deutlich. Gleichzeitig richten wir unsere Aufmerksamkeit auch auf negative Entwicklungen. Mit den Smartphone-Schutzzonen sind wir bundesweit Vorreiter und geben klare Rahmenparameter vor, damit Schülerinnen und Schüler weniger Ablenkungen und mehr Freiräume zum Lernen und auch zur persönlichen Begegnung haben. Nicht zuletzt möchte ich auf die Werte- und Demokratiebildung eingehen und insbesondere Ihre Darstellung, liebe Kolleginnen und Kollegen der GRÜNEN-Fraktion, korrigieren. Wir alle beobachten doch eine zunehmende Verrohung der Gesellschaft. Wer Lehrkräften, Schulleitungen, Mitarbeitern in Ausbildungsbetrieben, Eltern oder der Schülerschaft selbst zuhört, muss zu der Erkenntnis kommen, dass hier Handlungsbedarf gegeben ist. Die Hessische Landesregierung und die Hessen-Koalition stärken mit ihren Maßnahmen den Zusammenhalt an unseren Schulen und damit in der Gesellschaft insgesamt. Die neue WERTvoll-Plattform ist ein wichtiger Baustein dabei. Sie unterstützt alle Lehrkräfte bei der Wertevermittlung mit Materialien und Vernetzungsmöglichkeiten. (Daniel May (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Was bedeutet das ganz konkret?) Damit ergänzen und vernetzen wir die zahlreichen bestehenden Angebote im Bereich der Werte- und Demokratiebildung sowie der Extremismusprävention. Denken Sie nicht zuletzt an unsere Kooperationen, zum Beispiel mit der Polizei, mit der Bundeswehr oder auch mit dem Fritz Bauer Institut, sowie an die wichtige Zusammenarbeit mit Gedenkstätten. (Daniel May (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Wie viele Ressourcen werden dafür bereitgestellt?) Meine Damen und Herren, das führt mich noch einmal zu Punkt 2 Ihres Antrags. Sie stellen hier allen Ernstes die Bundesjugendspiele mit ihrem Wettkampfcharakter in einen Kulturkampfkontext oder die Werte- und Demokratiebildung in den Kontext eines Schaufensterprojekts. Wer dies tut, scheint die Realität in der Gesellschaft nicht wahrzunehmen (Beifall CDU und vereinzelt SPD – Zuruf Mathias Wagner (Taunus) (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)) und verschließt sich erforderlichen Maßnahmen. (Mathias Wagner (Taunus) (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Ich glaube, der Unterrichtsausfall beschäftigt die Leute mehr als die Koalitionsspiele!) Nein, meine Damen und Herren, die Hessen-Koalition geht einen anderen Weg. Wir gestalten die Bildungspolitik mit Realitätssinn statt mit Dramatisierung, mit Verlässlichkeit statt mit Alarmismus und mit Verantwortung statt mit Empörung. Während andere Schlagzeilen im Sinn haben, bearbeiten wir zielgerichtet die Aufgaben dieser Zeit und stellen die Chancen der aktuellen sowie der folgenden Schülergenerationen an die erste Stelle. Deshalb werden wir in Hessen auch in diesen finanziell wirklich schwierigen Zeiten die Ausgaben für die Bildung auf den Rekordwert von erstmals über 6 Milliarden Euro steigern. Deshalb stärken wir den Schulleitungen, den Lehrkräften und den Schulgemeinschaften insgesamt den Rücken. (Mathias Wagner (Taunus) (BÜNDNIS GRÜNEN): Das sehen die Lehrer aber anders!) Deshalb sprechen wir auch klar und deutlich die bestehenden Herausforderungen an. Meine Damen und Herren, es wird auch jede Überlastungsanzeige ernst genommen. Bei jeder Überlastungsanzeige wird mit den Betroffenen gesprochen, und es werden gerichtet Unterstützungsmaßnahmen erarbeitet. Liebe Kolleginnen und Kollegen, das Jahresende steht vor, und auch meine Redezeit geht zu Ende. Ja, es auch für unsere Schulen ein ereignisreiches Jahr. gilt unser herzlicher Dank allen, die Tag für Tag in ren Schulgemeinschaften zusammenarbeiten, diese ten und fortentwickeln. Vielen Dank für diese engagierte Arbeit für die Zukunft unseres Landes. – Ich danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall CDU und SPD)
