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Stefanie Klee

CDU 10.12.2025 Sitzungen 21/56

Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine Damen und Was wäre Weihnachten ohne Musik? Was wäre Plätzchenbacken ohne Rolf Zuckowski mit „In der Weihnachtsbäckerei“? (Zurufe: Nein! Nein! Nein! – Dr. Stefan Naas Demokraten): Sehr eingeschränkter Kulturbegriff! Weitere Zurufe und Heiterkeit) Was wäre die heutige Plenarandacht gewesen ohne hoch die Tür, die Tor macht weit“? Oder was wäre nachten ohne – noch ein Ohrwurm – „Last Christmas“? (Heiterkeit – Katy Walther (BÜNDNIS GRÜNEN): Nein! – Dr. Stefan Naas (Freie kraten): Vorsicht, Glatteis!) Am ersten Advent durfte ich bei der Musikschule feld-Rotenburg am Weihnachtskonzert teilnehmen. Es einfach schön, zu sehen: vorne die jungen Solisten Duett, im Quartett, im Projektchor, es waren Musiker, waren Sänger, es war sogar eine Ballettschule dabei, zwischendurch mitgetanzt hat und das gestaltet hat. Höhepunkt war – jetzt kommt noch ein Ohrwurm – die telmelodie von „Drei Nüsse für Aschenbrödel“. Es war Projektchor, der vorne stand. Es wurde gesungen, es getanzt, und natürlich gab es danach Standing Ovations von der Familie. Es waren viele lachende Gesichter Was mich besonders gefreut hat, waren die Musiklehrer, die so stolz auf ihre kleinen Schüler waren. Vielleicht da auch ein Star von morgen dabei. wir Kommen wir aber vielleicht von der emotionalen Seite gut, zu ein paar Zahlen. Wenn wir in die Schulen schauen, eine wird uns die Herausforderung doch deutlich. In den Grundschulen unterrichtet nur noch ein Drittel der Lehrkräfte mit musikpädagogischer Ausbildung, in den weiterführenden zusamSchulen sind es immerhin zwei Drittel. Deswegen bin ich schon auch so dankbar, dass wir zum Beispiel den Ein-Fach-Lehbei rer eingeführt haben. Mein Dank geht noch einmal an Minister Schwarz. Auch das ist ein Zeichen, dass die Musik uns doch sehr viel bedeutet im Land; denn ich hoffe, dass es auch wieder mehr Musiklehrer geben wird. noch Eine andere Zahl ist sicherlich auch nicht so schön. Der Hessische Musikverband hat eine Umfrage gemacht, hat wenn telefonisch 240 Vereine unter anderem zum Thema befragt, allen inwieweit es Instrumentallehrer gibt, wie weit sie versorgt sind, egal ob intern oder auch extern durch Musikschulen. wei- Die Antwort war: 38 % sind völlig zufrieden, sind gut viel versorgt. 31 % sagen: Ja, wir sind versorgt, aber es reicht die nicht. – 28 % geben an, dass sie keine Ausbilder im Verein haben. Das heißt, jeder dritte Musikverein sagt ganz klar: Wir haben im Moment niemanden, der bei uns für Nachwuchs sorgt. – Sie kämpfen ums Überleben. SPD) Ich sage das so deutlich, weil es so gut zu dem Projekt sagen, passt, das Christoph Degen damals angestoßen hat. Er kannte wahrscheinlich damals noch nicht so genau die Zahlen, aber er war damals Präsident des Hessischen Muvereinsikverbands, also wusste er, wie es den Vereinen geht. Deshalb ist es so wichtig und entscheidend, dass wir jetzt die Musikschulen stärken, und genau das tun wir. (Beifall CDU und SPD) Musikalische Bildung ist ein wesentlicher Bestandteil kultureller Bildung und wichtig für Persönlichkeitsentwicklung, Kreativität und gesellschaftliche Teilhabe. Musikschulen ermöglichen individuelle und gemeinschaftliche Musikerfahrung – egal ob in der Stadt oder im Land. Herren! Sie vermitteln musikalische Vielfalt und sichern die Nachwuchsförderung für Musikvereine, Chöre und die professionelle Musikszene. Daher betonen wir im Antrag ausdrücklich ihre Bedeutung für Kultur, lokale Szenen und mögliche künstlerische Karrieren. (Freie Mit dem Pakt der Musikschulen schaffen wir langfristi– ge und planbare Strukturen. Wir haben es eben schon gehört. Seit 2021 wurde am runden Tisch mit Vertreterinnen „Macht und Vertretern von Landesmusikrat, VDM, TonkünstlerWeihverband, der Kommunalen Spitzenverbände und der Landesregierung der Pakt entwickelt. Initiiert wurde das von Christoph Degen, und ja, Ministerin Dorn hat natürlich 90/DIE auch entscheidend dazu beigetragen. Auch ich durfte teilDemonehmen. Ziel sind eine stabile Finanzierung, verlässliche QualitätsHersstandards, gesicherte musikalische Bildung in Stadt und war Land, bessere Beschäftigungsbedingungen für Lehrkräfte im und mehr kulturelle Teilhabe. Dieser Pakt verhindert, dass es Musikschulen aus finanziellen Gründen schließen müssen, die und sichert kulturelle Angebote, selbst in den kleinsten Der Gemeinden. Tiein Der Pakt – wir haben es jetzt schon ein paarmal gehört wurde – sieht einen jährlichen Mittelaufwuchs von 600.000 Euro bis 2031 vor. Damit werden die Landesmittel im Vergleich da. zu 2024 verdoppelt. Auch das wurde gesagt: Keine Musikschule erhält bis 2031 weniger Geld als im Jahr 2024. war Wir erhöhen jedes Jahr. Weil eben so von den Finanzen gesprochen wurde, möchte ich es noch einmal betonen: Wir erhöhen jedes Jahr um 600.000 Euro, und das, obwohl wir im dritten Jahr der Rezession sind. Viele Musikschulen leiden unter steigenden Personal- und Energiekosten. Dazu ist die Finanzlage vieler Kommunen angespannt. Der Mittelaufwuchs verhindert steigende Gebühren für Familien und stabilisiert den Unterricht. Bereits im Jahr 2025 stellte das Land zusätzlich weitere 600.000 Euro bereit, auch um die Folgen des Herrenberg-Urteils abzufangen, das viele Musikschulen durch die neue Einstufung von Honorarlehrkräften vor erhebliche Mehrkosten stellt. Ich glaube, davon kann jeder von uns hier sozusagen ein Liedchen singen. Wir sind ja, nehme ich an, fast alle von den Musikschulen angeschrieben worden. Und wir haben reagiert. Wir erhöhen die Förderung jedoch nicht nur, sondern koppeln sie künftig auch an nachvollziehbare Qualitätsstandards. Das neue Indikatorenmodell, das mit den Beteiligten vom runden Tisch erarbeitet wird, umfasst 18 Kriterien zu Trägerschaft, Finanzierung, Organisation, Kooperation, Projekten und Personal. Dazu gehören etwa der Anteil kommunaler Finanzierung, soziale Ermäßigungen, Barrierefreiheit, Kooperation mit Schulen, Qualifikation der Lehrkräfte, Vergütungen nach TVöD sowie Fortbildungsquote. In Hessen gibt es 72 staatlich geförderte Musikschulen, davon 68 im Verband deutscher Musikschulen. 16 sind in kommunaler Trägerschaft und 52 als gemeinnütziger Verein organisiert. Diese Vielfalt ist eine Stärke unserer Musikschulsysteme und soll so erhalten bleiben. Zum Schluss – wenn ich noch einen kleinen Funfact einbauen darf –: Stellen Sie sich die Allianz Arena vor, Bayern gegen Frankfurt, 89. Minute, (Bijan Kaffenberger (SPD): Sag jetzt nichts Falsches!) es steht 1 : 2, und es gäbe keine Musik, keine Lieder, keine Fangesänge. Was wäre das für ein trauriges Fußballspiel? (Dr. Stefan Naas (Freie Demokraten): Das wird auch in der Musikschule gelehrt!) Unsere Gesellschaft braucht Musik, und deshalb braucht sie starke Musikschulen. – Vielen Dank. (Beifall CDU und SPD)

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