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Astrid Wallmann

13.11.2025 Sitzungen 21/54

Vielen Dank. – Als Nächster hat der Abgeordnete Pürsün der Freien Demokraten das Wort. Yanki Pürsün (Freie Demokraten): Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir befassen uns heute in dritter Lesung mit dem Sozialberufeanerkennungsgesetz. Ich möchte drei Punkte hervorheben, die zeigen, warum dieses Gesetz notwendig, ausgewogen und zukunftsgerichtet ist: Erstens. Dieses Gesetz schafft endlich Klarheit für neue und vergleichbare Studiengänge im Bereich der Sozialen Arbeit. Unsere Hochschullandschaft hat sich in den letzten Jahren stark verändert – praxisnäher, internationaler und vielfältiger. Darauf reagieren wir. Künftig können auch moderne Studiengänge staatlich anerkannt werden, wenn sie sich am Qualifikationsrahmen Soziale Arbeit orientieren. Das bedeutet Öffnung, ja, aber nicht Beliebigkeit. Die Berufsbezeichnung Sozialarbeiterin oder Sozialpädagoge bleibt ein Gütesiegel für Qualität. Das ist der richtige Weg, um Flexibilität und Standards miteinander zu verbinden. Zweitens. Mit der 100-tägigen Praxisphase, 800 Stunden, verankern wir ein Modell, das sich seit Jahren bewährt hat. Diese Reform ist kein Abbau von Qualität, sondern ihre Präzisierung. Praxis bleibt zentral, klar strukturiert, begleitet, bewertet. Neu ist: Die Praxisanteile werden künftig mit ECTS-Punkten versehen – ein kleiner Schritt, aber ein entscheidender. Er macht die Ausbildung transparenter, vergleichbarer und europäisch anschlussfähig. Drittens. Hinter all diesen technischen Änderungen steht ein großes Ziel: mehr qualifizierte Fachkräfte für soziale Berufe. Wir wissen, der Fachkräftemangel ist längst eine soziale Herausforderung. (Zögerlicher Beifall Freie Demokraten – Lisa Gnadl (SPD): Ihr dürft!) Darum ist es gut, dass das Gesetz die Anerkennung ausländischer Abschlüsse vereinheitlicht und beschleunigt. Hochschulen erhalten mehr Spielraum für Ausgleichsmaßnahmen, und Fachkräfte kommen schneller in Beschäftigung. Was aber bleibt? Die Verfahren beim Hessischen Landesamt für Gesundheit und Pflege – die Gesundheitsministerin ist leider nicht da – dauern weiter viel zu lange. Der Herr Innenminister – doch, da ist er. Eine zentrale Ausländerbehörde für die Fachkräfteeinwanderung fehlt auch nach wie vor. Hier braucht es endlich Bewegung, sonst bleibt der gute Wille in den Gesetzen stecken. (Beifall Freie Demokraten und Lara Klaes (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)) Somit ist unser Fazit: Dieses Gesetz ist kein großer politischer Wurf, aber ein wichtiger Schritt. Es stärkt die Qualität, modernisiert die Ausbildung und erleichtert die Anerkennung von Abschlüssen. Vor allem aber zeigt es: Wir denken Bildung, Praxis und Arbeitsmarkt gemeinsam. Darum sollten wir heute ein klares Signal senden: ja zur Qualität, ja zur Durchlässigkeit, ja zu mehr Fachkräften in sozialen Berufen. Daher unsere Zustimmung zu diesem Gesetzentwurf. (Beifall Freie Demokraten)

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