Christoph Sippel
Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! vierten Mal sprechen wir im Hessischen Landtag über Friedhofs- und Bestattungsgesetz, in dritter Lesung den Gesetzentwurf der Freien Demokraten. Das ist gut richtig; denn die Beerdigungs- und Trauerkultur in hat sich in den letzten Jahren erheblich gewandelt. Während früher Familien überwiegend unter einem wohnten und die Grabpflege leicht möglich war, ist heute nicht mehr der Fall. Der Weg bewegt sich weg von der klassischen Bestattung im Sarg mit Grabstein hin zu Urnengräbern, Bestattungswäldern oder Seebestattungen. Und ja, die Menschen wünschen sich auch Selbstbestimmung und mehr Möglichkeiten in der tungsart. Der Kollege Promny ist darauf eingegangen. Dieser Entwicklung müssen auch wir als Gesetzgeber Rechnung tragen und einen guten Kompromiss zwischen dem Wunsch der Angehörigen und natürlich auch der storbenen Personen sowie der Umsetzbarkeit und der fentlichen Ordnung finden. In den vergangenen Jahren haben andere Bundesländer ihre Friedhofs- und Bestattungsgesetze novelliert. land-Pfalz hat erst kürzlich das entsprechende Gesetz dert und dabei sehr moderne und an den Wünschen Bevölkerung ausgerichtete Regelungen umgesetzt. wieder wünschen sich Angehörige beispielsweise, dass einen Teil der Asche ihrer verstorbenen Verwandten nach Hause nehmen können, um sie dort zu verwahren den Abschied zu vereinfachen. Die Trauerzeit und die Trauerart sind bei jedem Menschen individuell. Wir sollten als Gesetzgeber den Menschen nicht noch Vorgaben machen, welche den Verlust eines liebten Menschen noch schwieriger machen. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen beispielsweise, dass Menschen eine Urne nach einiger Zeit trotzdem auf einem oder in einem Bestattungswald beisetzen, wenn einige der Trauer verstrichen ist. In den schriftlichen Stellungnahmen der Anhörung sich die Kirchen auch sehr zugewandt zur Bestattungsform der Reerdigung gezeigt. Hier hätte ich mir auch von sen einige modernere Regelungen gewünscht. Der Gesetzentwurf der Freien Demokraten ist eine gute Lösung, um den Wünschen der Verstorbenen und gehörigen Rechnung zu tragen. Klar ist aber auch: Trauerzeit und die Trauerart sind bei jedem Menschen viduell. Wir sollten als Gesetzgeber den Menschen auch noch Vorgaben machen, welche den Verlust geliebten Menschen noch schwieriger machen. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Promny (Freie Demokraten)) Wir GRÜNE haben Ihnen heute auch einen Änderungsantrag vorgelegt, welcher eine kleine, aber aus unserer sehr wichtige Klarstellung zur Bestattung von Sternenkindern enthält. Hier haben wir durch den Gesetzentwurf der Landesregierung eine richtige und wichtige Forderung der Betroffenen umgesetzt, dass über die Bestattung Sternenkindern zu informieren ist und diese bereits Wunsch eines Elternteils möglich ist. Das ist gut und Bitte tig, und die Rückmeldungen von Betroffenen hierzu sind sehr positiv. Aber – Kollege Promny ist auch darauf eingegangen – die Möglichkeit, dass bereits ein Elternteil die Bestattung verlangen kann, kann gerade im Zusammenhang mit Schwangerschaftsabbrüchen zu unschönen Konstellationen führen. Zum das Wir haben die gute und richtige Regelung auf Bundesebeüber ne, dass eine Frau alleine entscheiden kann, ob sie einen und Schwangerschaftsabbruch vornehmen möchte. Hier könnte Hessen anschließend aber der Vater, mit dem vielleicht überhaupt kein Kontakt besteht und der von der Schwangerschaft vielleicht auch keine Kenntnis hatte, entscheiden, dass eine Dach Bestattung stattfinden soll. Hier sollten wir schnellstmögdas lich eine Änderung herbeiführen, um solche Fälle auszuweiter schließen – (Vereinzelter Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) mehr Bestat- nicht nur im vorliegenden Gesetzentwurf der Freien Demokraten, sondern auch im eigentlichen Gesetz der Landesregierung. Dafür möchte ich an dieser Stelle noch einmal werben. ver- Wir werden dem Gesetzentwurf der Freien Demokraten öf- zustimmen. – Vielen Dank. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Freie Demokraten) RheingeänPräsidentin Astrid Wallmann: der Immer Vielen Dank. – Als Nächste hat die Abgeordnete Weegels sie der AfD-Fraktion das Wort. Bitte schön. mit und
