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Frank Lortz

12.11.2025 Sitzungen 21/53

Vielen Dank. – Für die Landesregierung spricht Frau Staatsministerin Stolz. Diana, bitte. Diana Stolz, Ministerin für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege: Sehr geehrter Herr Präsident, meine sehr geehrten Damen und Herren! Einsamkeit, das ist ein leises Wort. Aber dieses Wort kann ein ganzes Leben verändern. Der junge Mann, der nach dem Umzug in eine neue Stadt abends allein in seiner Wohnung sitzt und sich fragt, wo er hingehört, die Alleinerziehende, die den Alltag meistert und trotzdem das Gefühl hat, niemanden zu haben, der sie sieht, oder das Kind, das sich inmitten einer vollen Klasse ausgeschlossen fühlt – man muss nicht allein sein, um einsam zu sein. Einsamkeit hat viele Gesichter. Sie betrifft junge wie alte Menschen. Sie betrifft Menschen, die mitten im Leben stehen, ebenso wie diese, die man oft übersieht. Es wurde mehrfach gesagt: Einsamkeit ist kein Randthema. Sie ist ein Thema, das uns alle angeht, weil sie den inneren Zusammenhalt einer Gesellschaft berührt. Einsamkeit ist ein Gefühl, ein Mangel an Zugehörigkeit, eine Sehnsucht nach Nähe, ein leiser Schmerz. Einsam ist, wer die Verbindung wünscht, aber keine spürt. Erst schmerzt die Einsamkeit, und dann macht sie krank. Sie kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen erhöhen und stellt einen Risikofaktor für Demenz dar. Studien zeigen: Menschen, die dauerhaft einsam sind, haben eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit, kognitive Beeinträchtigungen zu entwickeln. Wie bereits gehört: Einsamkeit beschleunigt den Alterungsprozess des Gehirns. Vor allem aber trennt sie uns voneinander. Sie macht uns vorsichtiger, misstrauischer, verschlossener. Wenn Menschen einander nicht mehr begegnen, nicht mehr voneinander wissen, nicht mehr gemeinsam Teil von etwas sind, dann verliert eine Gesellschaft ihren Halt, dann wird Einsamkeit zur Gefahr für Gesundheit, für Zusammenhalt und letztlich auch für unsere Demokratie. Diese Gefahr ist keine abstrakte. Das zeigen aktuelle Erkenntnisse sehr deutlich. Aktuelle Studien kommen zu dem Schluss: Einsamkeit kann das soziale Vertrauen schwächen und damit auch die demokratische Kultur eines Landes. Einsame Menschen neigen häufiger zu extremen politischen Haltungen und glauben eher an Verschwörungstheorien. Das wusste schon die Philosophin Hannah Arendt und schrieb: „Die Erfahrung, überhaupt nicht zur Welt zu gehören, … lässt Raum für Terror und Totalitarismus.“ Diese Worte sind über Jahre alt, und sie klingen heute erschreckend aktuell. Es ist richtig, dass Einsamkeit keine Privatsache ist. ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, und verlangt politische Antworten. Politik kann Nähe nicht ordnen, aber sie kann Rahmen schaffen, in denen dungen wachsen können. Sie kann Menschen ermutigen, einander wieder zu begegnen, und sie kann Orte an denen Miteinander erfahrbar wird. Genau das tun Wir schaffen Räume, in denen Nähe entstehen kann. me, in denen man gesehen wird, wo Vertrauen wächst Zugehörigkeit spürbar wird. Das geschieht in ganz Hessen: in 229 geförderten lienzentren – in jedem Landkreis mindestens zwei Mehrgenerationenhäusern, in Mütterzentren, in der barschaftshilfe, in Pflegeheimen – mitten im Leben, unseren Gemeindepflegekräften, dort, wo Menschen begegnen, wo Gespräche entstehen, wo man Hilfe und Halt. Diese Orte sind das soziale Rückgrat Städte und Gemeinden, und wir stärken sie gezielt. Auch unsere Sportvereine, Schwimmbäder und Freiwilligendienste leisten hier unschätzbare Arbeit; denn schaft wächst nicht im Sitzungssaal, sondern auf Spielfeld, am Beckenrand, im Ehrenamt. Überall dort, Menschen füreinander Verantwortung übernehmen, Einsamkeit kleiner und Gesellschaft stärker. Mit dem Programm SWIMplus fördern wir deshalb nur die Sportstätte an sich, sondern das ganze den Treffpunkt, den Begegnungsort, das soziale Herz Quartier. Ein Schwimmbad ist mehr als ein Becken Wasser. Es ist ein Ort, an dem Menschen ins Gespräch kommen, wo Kinder schwimmen lernen, wo Generationen sich begegnen, wo Gemeinschaft spürbar wird. Solche te brauchen Pflege, Aufmerksamkeit und politische stützung. Wir fördern Teilhabe auch digital, damit niemand schlossen bleibt, der nicht mehr so mobil wie früher Aber klar ist: Digitale Begegnung ersetzt kein echtes genüber. Sie kann Nähe nicht ersetzen, aber sie Brücken bauen, wo Wege weit geworden sind. Wie bindung konkret aussehen kann, zeigt die „Aktion ration“. Sie beweist, dass Gemeinschaft kein Zufall sondern Gestaltungsaufgabe. In diesem Jahr war das Interesse erneut groß. 60 bungen haben uns erreicht. 60 Projekte, die mit Kreativität, Mut und Herz zeigen, wie in Hessen Zusammenhalt lernbar und lebbar ist. Ein Beispiel: In Kassel bringen renamtliche und Kinder ihre Geschichten zusammen, lesen, erzählen, lachen, gestalten. So entsteht Nähe Generationen hinweg mit Herz, Hand und Ohr. Solche Initiativen sind mehr als gute Ideen. Sie sind Versprechen, dass niemand alleine bleiben muss, wir einander sehen. Mein Dank gilt daher diesen gierten Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die sich um ser Gemeinwesen verdient machen. Darum wollen Strukturen fördern, die Nähe ermöglichen. Wir Menschen ermutigen, wieder aufeinander zuzugehen. wollen zeigen, Einsamkeit ist nichts, wofür man sich men muss, sondern etwas, was wir gemeinsam überwinden können. Einsamkeit ist eine leise Krise, aber sie ist – mit Empathie, mit Aufmerksamkeit, mit politischem len. 50 Politik kann den Rahmen setzen, aber das Miteinander entsteht im Alltag. Jede und jeder kann dazu beitragen. Darum: Überraschen Sie doch einmal Ihre Mitmenschen Sie bei nächster Gelegenheit mit einer einfachen, aufrichtigen sie Frage: „Und, wie geht es dir wirklich?“ – Vielen Dank. ver- (Beifall CDU und SPD) Verbinstärken,

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