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Ingmar Jung

02.10.2025 Sitzungen 21/50

Herr Präsident, meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich will versuchen, in fünf Minuten auf einige der Vorwürfe, die uns gemacht wurden, konkret einzugehen. Wir haben vieles über die Dinge gehört, die in der Forstpolitik in den letzten eineinhalb Jahren passiert sind. Es ist wie immer: Der FDP geht es zu langsam, den GRÜNEN geht es zu schnell. Die Debatte hatten wir schon im vergangenen Plenum. Frau Gronemann, alles, was Sie angesprochen haben, lässt sich letztlich auf eine Formel zusammenfassen: Überall im Wald wollen Sie mehr Bürokratie, und wir wollen mehr Vertrauen in die Försterinnen und Förster. So einfach ist das. (Beifall CDU, SPD und Freie Demokraten) Ich will die Beispiele gerne aufgreifen. Sie haben uns vorgeworfen, dass wir die Naturschutzgebietsausweisungen gestoppt haben. Ja, das haben wir in der Tat gemacht, und das haben wir auch bewusst gemacht. In den Naturwaldentwicklungsflächen, bei denen wir fest zugesagt haben, dass wir keinen Quadratmeter antasten, haben unsere Vorgänger entschieden, dass in den Gebieten, in denen über 100 Hektar zusammenhängen, zusätzlich Naturschutzgebietsausweisungen ausgebracht werden sollen. Welches Unterscheidungskriterium ist das eigentlich? Die bloße Größe qualifiziert für ein Naturschutzgebiet – nicht die Qualität, nicht die Struktur, die wir in der Biodiversität haben, sondern einfach nur die Größe. Was schaffen Sie damit? Keine Maßnahme darf anders gemacht werden, keine Maßnahme darf anders durchgeführt werden. Sie schaffen bloß eine zweite Bürokratieebene. Da haben wir gesagt: Wir brauchen diese zweite Bürokratieebene nicht, und wir vertrauen den Försterinnen und Förstern an der Stelle. – Mehr war da nicht. Frau Gronemann, wir diskutieren darüber, wenn Sie mir in den Gebieten, in denen wir Naturwaldentwicklungsflächen haben, in denen wir keine Naturschutzgebietsausweisungen darübergelegt haben, eine Maßnahme nennen können, die durchgeführt wurde, aber nicht durchgeführt worden wäre, wenn noch eine NSG-Verordnung darüberliegen würde. Das können Sie aber nicht, weil es das nicht gibt. Wir haben nur die Bürokratieebene abgeschafft und vertrauen auch da den Försterinnen und Förstern vor Ort, die die Maßnahmen durchführen. (Beifall CDU und SPD) Das nächste Thema, das Sie angesprochen haben, ist das FSC-Moratorium. Auch da haben wir gesagt: Wir probieren einmal aus, wie es eigentlich funktioniert, wenn wir nicht in diesen starren Grenzen arbeiten müssen. Wir wissen doch alle, dass uns der FSC – teilweise gegen die Empfehlung der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt – einen gerade nicht klimastabilen Waldaufbau vorschreibt, wie es die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler uns gerade nicht empfehlen. Sie behindern uns bei diesem Aufbau. Deswegen haben wir gesagt: Vertraut doch einmal denen vor Ort – neben den Leitlinien, die wir alle haben –, die wissen, wie sie ihren Wald aufbauen können. Dazu gehört auch, dass der FSC – ich bleibe bei meiner Meinung – eine der größten Verbrauchertäuschungen ist, die ich überhaupt kenne. (Beifall CDU, SPD und Freie Demokraten – Miriam

Protokoll ↗