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Astrid Wallmann

01.10.2025 Sitzungen 21/49

Für die Landesregierung hat nun die Ministerin für lie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege das Wort. Staatsministerin Stolz, bitte schön. Diana Stolz, Ministerin für Familie, Senioren, Gesundheit und Pflege: Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine sehr geehrten und Herren Abgeordnete! Wir sprechen von Long und ME/CFS. Wir sprechen von Erkrankungen, die Leben der Betroffenen ganz plötzlich hart und tiefgreifend verändern. Wir sprechen von Menschen, von Kindern, Eltern, von jungen und alten Menschen, die unsichtbar geworden sind, weil sie aus dem Alltagsleben verschwunden sind. Menschen, die vorher mitten im Leben sind plötzlich von ständiger Erschöpfung, von Atemnot, von Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen oder schweren Schmerzen betroffen. Manche können ihrem ruf nicht mehr nachgehen, manche schaffen nicht mehr die alltäglichsten Dinge, und manche sind bettlägerig Für und pflegebedürftig. Und es kommen immer neue Fälle wichtig, dazu. COVID kann ein Auslöser für diese Krankheitsbilder sein, Erkranaber auch andere Infektionen, etwa Influenza oder Pfeifferund sches Drüsenfieber, können sie auslösen – und ja, auch Post-Vac. Hierbei danke ich Frau Anders für die Einordnung. vielen (Beifall CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt Freie Demokraten) Ersollen Eines ist klar: Sie können, ich kann, wir alle können an Long COVID oder ME/CFS erkranken. Die Zahlen im Antrag sprechen eine klare Sprache. Wir wissen, dass viele ME/CFS Menschen betroffen sind. Bei aller Statistik dürfen wir nie beraten vergessen: Hinter allen Zahlen stecken Einzelschicksale. Liebe GRÜNE, ich weiß, dass ihr gerne Steuergelder für Statistiken ausgebt. Mir ist es aber wichtiger, dass Hilfe bei den Menschen ankommt, Erzieund (Zuruf AfD: Oh, oh!) müssen er- bei Menschen, für die plötzlich alles anders ist. Nicht nur für sie, auch für deren Familien und Angehörige ist plötzOnlich alles anders. Nichts ist schlimmer, als dass Betroffene Kin- in dieser Situation nicht ernst genommen werden. Nichts ist verletzender, als in dieser Situation ein „Stell dich in doch nicht so an“ entgegengeschleudert zu bekommen, wenn man doch eigentlich Verständnis und Unterstützung bräuchte. Es ist nicht immer Empathielosigkeit, die aus solchen Äußerungen spricht; oft ist es auch schlicht Unwissenheit. für Längst nicht jeder weiß, was Long COVID oder ME/CFS ist. Daher begrüße ich sehr, dass wir uns heute hier im Plenum mit diesem Thema befassen. Unser Der Antrag der Fraktionen von CDU und SPD erhöht die wir Sichtbarkeit von Long COVID und ME/CFS in der Bevöldafür kerung und damit auch das Verständnis für das Leid der UnterBetroffenen. (Beifall CDU und SPD) Das Thema ist vielschichtig. Je nach Lebenssituation benötigen Betroffene ganz unterschiedliche Unterstützung, sei es im Beruf, in der Schule oder im häuslichen und familiären Umfeld. Daher sind auch die Antworten, die die Landesregierung gibt, auf unterschiedlichen Schultern zu Famitragen. Frau Ein wichtiger Baustein ist die Post-COVID-Koordinierungsstelle am UKGM. Sie wurde letztes und auch in diesem Jahr vom HMFG mit jeweils 145.000 Euro gefördert. Sport, Ziel ist nicht nur, die Versorgung zu verbessern, sondern auch, wissenschaftliche Analysen im Bereich der Versorgungsforschung voranzubringen. Damit schaffen wir die Damen Grundlage, vorhandene Ressourcen gezielt und wirksam COVID einzusetzen. das Im Antrag wird das AmRe-LoCO-Projekt begrüßt. Daher von möchte ich hierauf konkret eingehen. Im Lahn-Dill-Kreis wird mit AmRe-LoCO ein neues Versorgungskonzept für Long COVID erprobt. Es verbindet verschiedene Elemenstanden, te, Therapien vor Ort, digitale Angebote und eine enge wissenschaftliche Begleitung. Zu den Bausteinen gehören von Physio- und Psychotherapie, Reha-, Sport- und SelbsthilBe- fegruppen. Ergänzt wird dies durch digitale Module wie einmal Bewegungsübungen, Entspannungsstrategien, Kognitionstraining und Videosprechstunden. Alles läuft über eine Telemedizinplattform. Hierdurch wird für die Betroffenen eine flexible Nutzung ermöglicht, auch und gerade von zu Hause. Begleitet werden die Patientinnen und Patienten von Lotsen, die sie beraten und durch das Programm führen. Hausärztinnen und Hausärzte erhalten Schulungen, damit sie Long COVID schneller erkennen und ihre Patienten gezielt unterstützen können. Bis einschließlich 2025 wurde AmRe-LoCO vom HMFG mit insgesamt 1,2 Millionen Euro gefördert. Ich freue mich sehr, Ihnen heute mitteilen zu können, dass wir als HMFG das Projekt auch im Jahr 2026 mit fast 500.000 Euro zusätzlich fördern werden. (Beifall CDU und SPD) Ich freue mich auch, dass die Bundesebene aktiv ist. So hat der Gemeinsame Bundesausschuss eine neue Richtlinie beschlossen, um die Versorgung von Long-COVID- und ME/CFS-Betroffenen zu verbessern. Klar bleibt aber auch: Wir brauchen wissenschaftliche Erkenntnisse. Erst wenn wir Long COVID und ME/CFS besser verstehen, können wir das Problem an der Wurzel packen. Aktuell hat das Bundesgesundheitsministerium einen Förderschwerpunkt zum Thema „Erforschung und Stärkung einer bedarfsgerechten Versorgung rund um die Langzeitfolgen von COVID-19 (Long COVID)“ eingerichtet. Ziel der Förderung ist es, neuartige und übertragbare Versorgungsansätze zu entwickeln sowie die bestehenden Angebote einzubinden und eine nachhaltige Verbesserung der Versorgung der Betroffenen zu erreichen. Wichtig ist, in vielfältigen Bereichen, in der Versorgung, in der Forschung, in der Information, Schritt für Schritt an einer Verbesserung der Situation für die Betroffenen zu arbeiten. (Beifall CDU und SPD) Die entscheidende Botschaft von heute ist: Wir lassen die Betroffenen nicht alleine. Wir arbeiten gemeinsam und entschlossen daran, Hilfe zu leisten. Wir sehen die Betroffenen, wir nehmen sie ernst. – Vielen Dank. (Beifall CDU und SPD)

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