Dr. Sonja Optendrenk
Sehr geehrte Frau Landtagspräsidentin, sehr geehrter Herr Abgeordneter Sippel, sehr geehrte Damen und Herren! Vielen Dank für Ihre Frage. Zunächst einmal freut es mich sehr, dass Sie sich für das durchaus komplexe Thema einer möglichen Bewerbung für Olympia in Deutschland interessieren. Der Hessische Ministerpräsident und die hessische Sportministerin haben bei mehreren Anlässen betont, wie sehr sie sich darüber freuen würden, wenn Deutschland das bedeutendste Sportereignis der Welt erneut ausrichten dürfte. Der olympische Gedanke von Frieden und Völkerverständigung erscheint angesichts der aktuellen geopolitischen Herausforderungen wichtiger denn je. Was Sie aber hinsichtlich einer möglichen Rolle Hessens als Zielvorgabe interpretieren möchten, hat die Landesregierung stets als Angebot formuliert. So hat die Landesregierung beispielsweise bei der Verabschiedung unseres Hessenteams zu den Olympischen Spielen von Paris im Juli 2024 angeboten, dass einzelne Wettbewerbe auch in Hessen ausgetragen werden könnten, sollte Deutschland den Zuschlag für Olympische Spiele erhalten. Inzwischen wurde auch im Lichte der grandiosen Organisation von Paris 2024 das sogenannte One-Village-Konzept in den Fokus gerückt, kurz gesagt: Die Wettbewerbe sollen möglichst zentral stattfinden und nicht über das Land verteilt. Was klar und richtig ist, ist aber: Wir haben in Hessen Erfahrungen mit Sportgroßveranstaltungen. Zuletzt haben wir bei der Fußball-EM gezeigt, dass wir große Ereignisse ausrichten können und dass damit gleichzeitig auch ein Ruck durch die Republik gehen kann. Den kann Deutschland heute genauso wie in der Zukunft gut gebrauchen. Dass der Weg zu Olympia und zu Paralympics in Deutschland beschwerlich ist, wird wahrscheinlich niemand von Ihnen, der sich mit Sportpolitik oder auch mit allgemeinpolitischen Fragen in der Vergangenheit beschäftigt hat, infrage stellen. Aber am Anfang muss immer eine Vision stehen. Diese Vision haben wir. Hessen ist weiterhin bereit, seinen Beitrag zu leisten. Wir haben hier kein Olympiastadion. Es ist, glaube ich, auch wichtig, dass wir nicht neue Sportstätten für Olympische Spiele bauen, sondern dass wir das nutzen, was wir haben. Deshalb schauen wir in Wiesbaden natürlich auch mit großer Spannung auf die Konzepte der deutschen Bewerberstädte und -regionen. Richtig ist, Hessen kann mit seiner Infrastruktur Erfahrungen bei Sportgroßveranstaltungen einbringen und beste Bedingungen für olympische Wettbewerbe, etwa Spiele eines olympischen Fußballturniers oder auch für das Radsport-Straßenrennen, beisteuern. Wenn die olympische Flamme in Deutschland wieder brennen sollte, helfen wir in Hessen gerne bei dem Entfachen der Vision, die es dafür braucht. Das übergeordnete Ziel muss erst einmal sein, Olympische Spiele oder Paralympische Spiele nach Deutschland zu holen. – Danke schön.
